Sony Recovery: Nur ein Tropfen auf den heißen Stein

Besitzern der Modelle Xperia Z1, Z1 Compact, Z Ultra, E3, M2, T2 Ultra und T3 steht ab sofort ein eigenes Recovery von Sony zur Verfügung. Bisher war ein Zugriff auf den Recovery-Modus nicht vorgesehen. Daher gab es nur zwei Optionen. Entweder installierte man mit etwas Aufwand in eine andere Partition ein Custom Recovery oder entsperrte den Bootloader. Durch den Unlock steht einem ohnehin die weite Modding-Welt offen. Sony geht mit diesem Schritt zwar einen guten Weg, aber in meinen Augen ist es trotzdem ein Tropfen auf den heißen Stein.

Sony Xperia Z1 Compact (Quelle: John Karakatsanis, Liz. CC BY-SA 2.0)
Sony Xperia Z1 Compact (Quelle: John Karakatsanis, Liz. CC BY-SA 2.0)

Sony setzt alles daran, dass Kunden auf ihr Device nicht einfach mal so Custom ROMs aufspielen können. Dazu muss vorher zwingend der Bootloader entsperrt werden. Für den Entsperrcode verlangt Sony allerdings die IMEI. Bei der Beantragung tritt man Garantieansprüche ab. Durch den Bootloader Unlock wird das Gerät auf Werkseinstellungen zurückgesetzt und danach sind einige Sony-Features, wie die BRAVIA-Engine, nicht mehr nutzbar. Ich hab das mit meinem Xperia Z1 Compact alles schon durch.

In der Sony-Falle: Rooten will wohl überlegt sein

Gleich nach dem Kauf habe ich mich ausführlich über Root, Bootloader entsperren und Sicherung der DRM-Keys informiert. Alleine nur der Root-Vorgang war zu der Zeit extrem umständlich. Das hatte ich bis dato noch nie in einer solchen Komplexität erlebt. Hätte ich vor dem Entsperren des Bootloaders meine DRM-Keys nicht gesichert, könnte ich mein Smartphone nie wieder in den Originalzustand versetzen.


AOSP recovery mode available for selected unlocked Xperia devices

Sonys neues Recovery setzt einen Bootloader Unlock voraus. Ich finde Sonys Bemühungen ja löblich, aber solange dazu trotzdem ein entsperrter Bootloader nötig ist, bringt das herzlich wenig. Zumal für die sieben Smartphones längst Custom Recoveries existieren. Kein Wunder, es sind ja noch nicht mal aktuelle Geräte. Wozu braucht es also ein AOSP-Recovery direkt von Sony? Ich seh da absolut keinen Vorteil.

Mich ärgert es eh jedes Mal, wenn ich mir für 400-500 Euro ein Smartphone kaufe und der Hersteller einem das Rooten oder Flashen derart erschwert bzw. sogar das Device in seinen Funktionen einschränkt oder gar unbrauchbar macht. Da ist Sony bei weitem leider nicht der einzige Hersteller. Erst kürzlich sorgte Samsung mit seinem Flaggschiff Galaxy S6 für negative Schlagzeilen. Durch den Root-Vorgang war der Bezahldienst Samsung Pay nicht mehr nutzbar. Dank einer neuen Root-Methode bleibt der Dienst mittlerweile trotz voller Systemrechte erhalten.


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Autor: Markus Werner (reraiseace) Twitterreraiseace, Google+reraiseace, Twittercb_werner
Ich bin Redaktionsvolontär bei der COMPUTER BILD in Hamburg, Fernstudent am Deutschen Journalistenkolleg und schreibe auf re{raise}ace privat über Webdesign und Programmierung. Seit 2015 schrieb ich auch regelmäßig für andere Medien.

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