Die re:publica 2015 war für mich ein tolles Erlebnis

Die STATION Berlin bietet genau das richtige Flair für eine Internet-Convention wie die re:publica. Das Gelände ist recht groß, aber trotzdem überschaubar. Besonders gut hat mir die Hauptbühne gefallen. Das Licht, die Größe — einfach nur perfekt. Aufgrund des Bahnstreiks bin ich mit dem Fernbus nach Berlin gefahren. Ich wollte wenigstens pünktlich sein. Immerhin musste ich mir die beiden Tage doch irgendwie erkämpfen.

re:publica 2015 - Tag 2 (Quelle: re:publica, Liz. CC BY-SA 2.0)
re:publica 2015 - Tag 2 (Quelle: re:publica, Liz. CC BY-SA 2.0)

In Berlin angekommen hab ich mich sofort ein wenig verlaufen. Es hat etwas gedauert, bis ich den Dreh raus hatte, auf welcher Straßenseite ich runter zur U-Bahn gehen muss. Als ich am Mittwoch mit der U-Bahn am Gleisdreieck ankahm, stellte ich mir die Frage: Warum heißt das Gleisdreieck eigentlich Gleisdreieck? Auf halber Treppe bekam ich prompt die Antwort. Mir kam eine große Menschentraube entgegen und hinderte mich am Vorankommen. Kein Wunder, immerhin kreuzen sich am Gleisdreieck die U-Bahnlinien U1 und U2. Da kann das schon mal passieren.

Nachfolgend habe ich euch meinen Sessionplan zusammengetragen. Leider stand nicht an jeder Stage eine Kamera, sodass manche Talks nur als Audioaufzeichnung von Voice Republic zur Verfügung stehen. Besser als nichts. Es ist eben doch was anderes, live dabei gewesen zu sein, als sich nachträglich die Vorträge oder Diskussionen anzuschauen/anzuhören. Aber ich muss auch gestehen — alle Sessions schafft man einfach nicht.

Mein Sessionplan

re:publica 2015 Tag 2 — 06.05.2015

  • The IS in us – Was wir durch terroristische Kommunikationsstrategien über uns selber erfahren (YouTube)
  • Quo vadis Cyber Security? (YouTube)
  • Is our online future worth sacrificing our privacy and security? (YouTube)
  • Access denied – Russia’s approach to internet censorship (YouTube)
  • Global Innovators – Hacking culture, innovation spaces and start-up scenes in Singapore, Zimbabwe, Kenya and Brazil (Voice Republic)
  • Blue Dot Mission – Sechs Monate Leben und Arbeiten auf der ISS (YouTube)
  • Code + Ethik = (Voice Republic)
  • Bluescreen auf der Autobahn (Voice Republic)
  • Fireside Chat: Peter Sunde (YouTube)
  • Spy Animals! (YouTube)
  • Digitales Quartett analog und live on stage (YouTube)
Alexander Gerst, re:publica 2015 - Tag 2 (Quelle: re:publica, Liz. CC BY-SA 2.0)
Alexander Gerst, re:publica 2015 - Tag 2 (Quelle: re:publica, Liz. CC BY-SA 2.0)

Meine Highlights des zweiten re:publica-Tages waren der Vortrag von Alexander Gerst und das digitale Quartett. Alexander Gerst ist ein sehr angenehmer Mensch und seine Art und Weise seine Geschichte zu erzählen ist einfach nur fantastisch. Wenn ich eines von ihm gelernt habe: Hast du einen Traum, dann ergreife deine Chance. Du weist nie, ob es klappt, wenn du es nicht probiert hast. Das digitale Quartett mit Thomas Knüwer, Richard Gutjahr, Christiane Link, Daniel Fiene und tollen Gästen war für mich der Ausklang eines sehr langen Tages. Immerhin war ich seit 3:30 Uhr wach.

Anschließend lies ich mich von Jan Christe zu einem Foto im t3n-Fotobus verleiten.

re:publica 2015 Tag 3 — 07.05.2015

Am letzten Tag der re:publica lies ich es eher entspannt angehen. So besuchte ich im Vergleich zum Vortag weniger Sessions. Dafür gab es aber mindestens genauso viele Highlights. Zum Beispiel der Vortrag von Enno Park über Cyborgs. Ich kannte vorher nur seinen Blog, hatte mich aber nie mit seiner Person beschäftigt. So wusste ich nicht, dass er als Jugendlicher sein Gehör verlor und durch ein Cochlea-Implantat wieder zu 100 Prozent hören kann. Seine Ausführungen kann ich nur wärmstens empfehlen.

Ebenso die Session von Felix Schwenzel über Kognitive Dissonanz. Dank dem Internet müssen wir uns heute einer regelrechten Meinungsflut stellen. Sein Vortrag liefert ein paar Antworten, regt aber auch zum Nachdenken an. Den Vortrag von Andrew Lamb über Humanitarian Makers fand ich dagegen etwas enttäuschend. Ich hätte mir mehr Einblicke versprochen, wie 3D-Drucker in Krisengebieten helfen können. Seine Präsentation glich eher einer Firmenvorstellung.

Closing Event, re:publica 2015 - Tag 3 (Quelle: re:publica, Liz. CC BY 2.0)
Closing Event, re:publica 2015 - Tag 3 (Quelle: re:publica, Liz. CC BY 2.0)

Das Closing Event war der krönende Abschluss — wieder sämtliche Rekorde gebrochen und ich war diesmal dabei. YES! Nach fünf Jahren hat es endlich geklappt.

Bin ich bei der re:publica 2016 dabei?

Aber hallo, was für eine Frage. Ich werde alles daran setzen. Dann hoffentlich an allen drei Tagen. Die re:publica ist ein Event, dass man genießen muss. Trotz 7.000 Besuchern empfand ich die re:publica aber auch als eine Art großes Familientreffen, dass sich über alle Kontinente erstreckt und durch gemeinsame Interessen verbindet. Dieses Gefühl ist einmalig. Du kannst dort einerseits eine ganze Menge lernen und gleichzeitig tolle Leute kennenlernen. Die re:publica ist ein Event für alle interessierten Menschen. Egal, ob jung oder alt, Nerd oder Laie — spielt keine Rolle. Jeder findet auf der re:publica mindestens einen interessanten Talk.

Eine kleine Kritik muss ich zum Schluss trotzdem noch loswerden. Im nächsten Jahr würde ich mir an jeder Stage eine Kamera wünschen. Sich die Audioaufzeichnungen von Voice Republic anzuhören ist zwar schön, mir fehlt allerdings die Präsentation dazu.


Avatar von reraiseace
Autor: Markus Werner (reraiseace) Twitterreraiseace, Google+reraiseace, Twittercb_werner
Ich bin Redaktionsvolontär bei der COMPUTER BILD in Hamburg, Fernstudent am Deutschen Journalistenkolleg und schreibe auf re{raise}ace privat über Webdesign und Programmierung. Seit 2015 schrieb ich auch regelmäßig für andere Medien.

2 Kommentare – Schreib mir deine Meinung!

Fülle bitte die nachstehenden Felder aus. Angaben mit einem Sternchen sind Pflichtangaben. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

  1. Kommentar von Markus · · #

    Danke für den Bericht. Wir würden auch gerne jede Bühne filmen. Leider kostet das Filmen jeder Bühne ein Vermögen, so dass wir das auf die Eintrittspreise wieder umschlagen müssten. Insofern haben wir den Kompromiss gefunden, wenigstens die Hälfte zu filmen, was auch schon mehr ist als jede andere Netz-Konferenz in Deutschland.

  2. Kommentar von reraiseace · · #

    Danke Markus für die kurze Erklärung. Das ist natürlich nachvollziehbar. Ihr leistet ohnehin schon einen super Job. Eure Organisation ist echt gut. Danke dafür :)