Mein Erfahrungsbericht zu meinem ersten CeBIT-Besuch

Ich war noch nie auf der CeBIT. Ja ich weiß, Schande über mich. Aber in den letzten Jahren musste ich immer darauf verzichten, weil ich zu der Zeit entweder Berufsschule hatte oder arbeitsbedingt verhindert war. Doch dieses Jahr sollte es nun endlich klappen. Allerdings nur für einen Tag. Besser als nichts. Das kann ich jetzt rückblickend auch bestätigen. Selbst wenn ich nur wenig Zeit hatte, hat es sich doch voll und ganz gelohnt.

Der Weg des Bloggers führt zuerst zum Pressezentrum

Am Freitag, dem letzten CeBIT-Tag, fuhren wir, zwei Arbeitskollegen und ich, kurz nach 7 Uhr los Richtung Hannover. Gegen 10 Uhr trafen wir auf dem Messegelände ein. Ich war überwältigt von der Größe des Areals. Dagegen ist die Leipziger Messe richtig winzig. Wir marschierten zum Südeingang und legten eine Zeit für die Rückfahrt fest. 13 Uhr sollte es wieder gen Heimat gehen. Effektiv blieben uns drei Stunden. Also ran an die Kartoffeln und die wenige Zeit sinnvoll nutzen. Bevor meine Pilgerreise durch die Hallen beginnen konnte, führte mich mein Weg vorbei an Halle 11 zum Pressezentrum, um meinen Presseausweis abzuholen. Dafür hatte ich mich im Vorfeld bei der CeBIT als Blogger akkreditieren lassen.

mein Presseausweis für meinen CeBIT-Besuch 2015
mein Presseausweis für meinen CeBIT-Besuch 2015

Der Empfang war superfreundlich und ich fühlte mich zum ersten Mal seit den letzten drei Bloggerjahren wie ein richtiger Blogger. Ein gutes Gefühl. Irgendwie kommst du dir dann mit dem Presseausweis um deinen Hals baumelnd ein klein wenig wichtiger vor. Nicht so wie viele andere Besucher, die lediglich eine normale Eintrittskarte haben. Genug der Gefühlsbanalitäten. Wozu bin ich schließlich nach Hannover gefahren? Garantiert nicht, um einen auf Beauty Schlumpf zu machen. Also ab in die Hallen!

Das Internet der Dinge (IoT) und Planet Reseller

Gleich neben dem Pressezentrum ging ich zielstrebig in Richtung der Code_n Halle. Rein ins Internet der Dinge und der Zukunft von Morgen. Dort gab es als Highlight den Robochop zu bestaunen, von dem ich bereits im Vorfeld bei Wired Germany las. Das durfte ich mir nicht entgehen lassen. Gleich vier Robochops frästen was das Zeug hielt. Ein toller Anblick, vor allem von oben. Mein Weg führte mich in den hinteren Teil der Halle 16 vorbei an vielen asiatischen Ausstellern und weiter zu den Hallen 15 und 14 in den Bereich Planet Reseller.

Robochop in Halle 16 (Code_n)
Robochop in Halle 16 (Code_n)

Dieser Teil der Messe war nicht für jeden Besucher frei zugänglich. Ich traf dort auf bekannte Firmen wie Symantec, Hauppauge oder Cherry. Am Stand von FixMeStick sprach mich ein Mitarbeiter an und stellte mir kurz das Produkt seines Unternehmens vor. Ein USB-Stick der einen Computer auf Schadprogramme scannt. Zum Einsatz kommen ein sehr schlankes Linux (ca. 300 MB) und gleich drei Antivirenprogramme. Interessant, genauso wie der Preis von rund 56 Euro für drei Computer pro Jahr. Man darf allerdings nicht vergessen, dass sich das Unternehmen bevorzugt an Unternehmen richtet. Nach diesem kurzen, aber informativen Gespräch ging’s gleich weiter.

Von Farming 4.0 bis zu IT-Karrierechancen

Erst mal ins Freie — frische Luft tanken. Draußen wurde es wegen der Sonnenfinsternis allmählich dunkler. Ich beobachtete die Menschen, wie sie wie begeisterte Kinder zur Sonne schauten. Ein Spektakel für Jung und Alt. Nach einer kurzen Pause legte ich einen Sprint durch einige weitere Hallen ein. Vorbei an Farming 4.0, Tesla Model S, dem Startup Bereich SCALE 11 weiter Richtung Job und Karriere in Halle 9. Von da zog es mich zur Halle 8, wo die Global Conferences stattfanden. Am Freitag drehte sich alles ums Bloggen. Klar, da musste ich natürlich hin.

Farming 4.0: So sieht der Traktor der Zukunft aus
Farming 4.0: So sieht der Traktor der Zukunft aus

Die Global Conferences und Rock the Blog (#rtb15)

Mit meinem Presseausweis erhielt ich auch Zugang zu dem Event Rock the Blog. Auf den drei Stages schilderten Blogger, Marketing Agenturen, Unternehmen und Online-Experten ihre Erfahrungen und gaben Tipps. Über die Zukunft des Bloggens, gerade im Business-Bereich, wurde viel diskutiert. Ich lauschte kurz einer Podiumsdiskussion zwischen Moderator Klaus Eck (PR-Berater), Sandra Coy (Tchibo), Benjamin Wittkamp (Ritter Sport) und Uwe Knaus (Daimler) über die Entwicklung von Corporate Blogs. Sehr interessante Gesprächsrunde. Wer das Panel nicht verfolgen konnte, findet den Mitschnitt auf YouTube.

Streitgespräch zwischen Sascha Pallenberg und Matthias Schrader
Streitgespräch zwischen Sascha Pallenberg und Matthias Schrader

Direkt im Anschluss folgte ein Streitgespräch zwischen Sascha Pallenberg und Matthias Schrader. SinnerSchrader betreibt für E-Plus das Initiativ-Projekt Curved.de. Also klassisches Content-Marketing und Sascha steht hinter seiner Plattform Mobile Geeks. Er sieht sich in der Position eines Publishers. Curved wirft er vor, dass sie ihre Leser an der Nase herumführen. Wo Werbung drin steckt, muss das auch eindeutig dranstehen. Im Grunde geht es mehr darum den Seitenbesucher in die E-Plus-Shops zu treiben. Quasi ein bisschen so wie der Rattenfänger zu Hameln. Moderator war Karsten Lohmeyer von Lousy Pennies. Eigentlich sollte Richard Gutjahr der “Streitschlichter” sein, aber die Lufthansa war da wohl anderer Meinung. Trotzdem war es eine sehr erfrischende Diskussion. Das Video in voller Länge gibt’s bei YouTube.

Weitere Mitschnitte der CeBIT 2015 findet ihr im YouTube-Channel der CeBIT oder auf cebit.de.

Der Endspurt: 30 Minuten bis zur Abreise

So, nun schlug die Uhr 12:30. Mir blieb noch eine halbe Stunde. Also flitzte ich abermals durch die Hallen, um noch ein paar letzte Eindrücke zu erhaschen. Ich besuchte kurz die Bereiche von SAP und Microsoft. Beide hatten ordentlich aufgefahren. Im Grunde hatten sie sich quasi ihre eigene Halle in der Halle errichtet. Leider hatte ich keine Zeit mehr dort in Ruhe zu verweilen. Dann ging ich rasch zum Südeingang zurück.

Nächstes Jahr versuche ich, eine Woche Urlaub zu nehmen!

Die CeBIT hat mich wirklich begeistert. Es war genauso, wie ich es mir erhofft hatte. Auch wenn ich nur drei Stunden Zeit hatte, ist es mir doch gelungen, einiges mitzunehmen. Ich habe viele tolle Dinge gesehen, die mich fasziniert haben. Das Blogger-Event Rock the Blog ist mein persönliches Highlight. Die Atmosphäre gab mir das Gefühl, hier gehöre ich hin — in die Welt der Texter und Technikbegeisterten. Der Business-Charakter ist der CeBIT deutlich anzumerken. Als reine Consumer-Messe empfand ich sie nicht. Nein, wozu auch.

Blick übers Messegelände Richtung Halle 8
Blick übers Messegelände Richtung Halle 8

Wirkliche Weltneuheiten entdeckte ich keine. Stattdessen, Unternehmen aus aller Welt, die mit dem Kunden ins Gespräch kommen wollten. Dafür blieb mir leider nur wenig Zeit. Darauf hätte ich mich jedoch sehr gefreut. Vielleicht im nächsten Jahr. 2016 würde ich gerne wieder zur CeBIT fahren. Dann aber länger, also ein paar Tage oder gleich eine ganze Woche CeBIT-Urlaub. Sonst kann man die Messe nicht richtig genießen und in aller Ruhe die Stände erkunden. In Leipzig reicht mir ein Tag auf der Buchmesse locker aus, aber keinesfalls auf der CeBIT. Die drei Stunden haben mir aber das Flare vermittelt und einen Anreiz geschaffen gerne wieder zu kommen.

In diesem Jahr werde ich noch weitere Barcamps und Messen besuchen. Als nächstes steht das Mobilecamp in Dresden an und danach die re:publica 2015. Darauf freue ich mich schon.


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Autor: Markus Werner (reraiseace) Twitterreraiseace, Google+reraiseace, Twittercb_werner
Ich bin Redaktionsvolontär bei der COMPUTER BILD in Hamburg, Fernstudent am Deutschen Journalistenkolleg und schreibe auf re{raise}ace privat über Webdesign und Programmierung. Seit 2015 schrieb ich auch regelmäßig für andere Medien.

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