Projekt Spartan könnte Google das Wasser abgraben

WinBeta hat vor wenigen Tagen ein Video zu Microsofts Projekt Spartan veröffentlicht. Hinter dem Codenamen versteckt sich der neue Browser, welchen Microsoft mit Windows 10 einführen will. Im Zuge der neuen Technical Preview Ende Januar sah man bereits, dass mit Spartan künftig Webinhalte als interaktive Snapshots geteilt werden können. Eine durchaus interessante Funktion. Das neue Video zeigt nun eine erste Integration von Cortana in Spartan. Der Anwender soll mithilfe von Cortana möglichst viele Zusatzinformationen an Ort und Stelle erhalten. Damit verfolgt Microsoft denselben Ansatz, wie Apple mit Siri und Google mit Google Now. Der Unterschied ist jedoch, dass es nicht ausschließlich auf mobile Endgeräte abzielt.


Windows 10: Cortana Integration in Spartan

Das Video zeigt recht schön, wie Cortana künftig in Spartan funktionieren wird. Besuche ich beispielsweise die Webseite eines Restaurants, liefert mir Cortana dazu passend weitere Daten, wie Anfahrtsskizze oder Öffnungszeiten. Doch Microsoft geht noch weiter. Markiert man ein Wort bzw. eine Textphrase, kann man danach sogleich suchen. Aber nicht etwa über Google, Bing oder Yahoo. Nein, die Antwort lautet auch in diesem Fall Cortana. Last but not least liefert selbst die Adresszeile Informationen aus, wie etwa das aktuelle Wetter. Dazu kann ich nur sagen, da hat sich Microsoft fast selbst übertroffen. Zudem steckt dahinter meiner Meinung nach ein verdammt cleverer Schachzug. Sie graben Google damit förmlich das Wasser ab.

Halo: Cortana & Spartan (Quelle: Paul Callan, Liz. CC BY 2.0)
Halo: Cortana & Spartan (Quelle: Paul Callan, Liz. CC BY 2.0)

Der Knowledge Graph ist mittlerweile ein fester Bestandteil von Googles Websuche geworden. Darüber wird dem Suchenden auch allerlei nützliches Zusatzwissen geboten. Der Suchmaschinenriese möchte einen so auf seiner Seite halten und gleich alle relevanten Informationen selbst ausliefern. Das Konzept schmeckt aber nicht allen. Gerade kleinere Webseitenbetreiber leiden möglicherweise darunter. Microsoft schlägt genau in die gleiche Kerbe. Das Potential ist allerdings unlängst größer. Gehen wir davon aus, dass Spartan vollkommen neue Features bietet, könnte er bekannte Webbrowser in den Schatten stellen. Zudem erscheint der Browser mit Windows 10. Die Cortana-Integration macht Google samt Knowledge Graph eigentlich überflüssig.

Klar wird man auch noch klassisch suchen, aber die Suchanfragen könnten deutlich zurückgehen. Da bin ich mir sicher. Wir dürfen also gespannt sein. Mit der nächsten Windows 10 Technical Preview soll eine erste Version von Spartan erscheinen. Ich frage mich jetzt nur eins: Wieso ist Google nicht auf diesen Gedanken gekommen? Gerade für Chrome wäre das doch perfekt gewesen.


Avatar von reraiseace
Autor: Markus Werner (reraiseace) Twitterreraiseace, Google+reraiseace, Twittercb_werner
Ich bin Redaktionsvolontär bei der COMPUTER BILD in Hamburg, Fernstudent am Deutschen Journalistenkolleg und schreibe auf re{raise}ace privat über Webdesign und Programmierung. Seit 2015 schrieb ich auch regelmäßig für andere Medien.

0 Kommentare – Schreib mir deine Meinung!

Fülle bitte die nachstehenden Felder aus. Angaben mit einem Sternchen sind Pflichtangaben. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.