AdNauseam will Onlinewerbung den Kampf ansagen

Werbeanzeigen auf Webseiten sind vielen ein Dorn im Auge. Zugegeben mir auch. Einerseits, weil es einfach nervt und andererseits auch aus Sicherheitsgründen. Es wäre nicht das erste Mal, dass seriöse Seiten dank eingeblendeter Online-Werbung zur Virenschleuder mutieren. Wer sich schützen will, egal ob vor Schadsoftware oder Augenkrebs, verwendet einen Adblocker. Aber bitte nicht den häufig kritisierten Adblock Plus. Werbung bleibt einem dank Werbeblocker künftig erspart. Das Wahre ist es allerdings nicht. Daniel C. Howe, Entwickler des Firefox-Addons AdNauseam, möchte den Kampf gegen Online-Werbung auf eine neue Stufe bringen. Seine Erweiterung flutet klickbare Werbung bis zum Erbrechen. Es wird einfach alles angeklickt, was anklickbar ist.

AdNauseam bei der New York Times im Einsatz
AdNauseam bei der New York Times im Einsatz

Dadurch haben es Werbefirmen schwer, die Nutzer zu identifizieren und ihnen so zielgerichtet Werbung anzubieten. Die Medaille hat aber zwei Seiten. Zum einen tritt AdNauseam den Kampf für mehr Privatsphäre im Netz an, als nur einen reinen Angriff auf die Werbeindustrie zu fahren. Auf der anderen Seite kommen die Klicks immer noch genauso der Werbewirtschaft zugute. Sie erhalten trotzdem Geld, wenngleich ihnen die Profilbildung gänzlich verloren geht. Doch mittlerweile sind Klicks fast schon eine Begleiterscheinung. Den meisten Profit macht man heute mit User-Tracking. Demnach könnte der breite Einsatz von AdNauseam Webseitenbetreiber gegenüber den Werbefirmen in Ungnade stürzen. Howe möchte auf diese Art Zwietracht säen. Sicher nicht ganz nett, aber möglicherweise effektiv.

Der bereits eingesetzte Super-Cookie von Verizon zeigt, was in Sachen Nutzerverfolgung aktuell alles machbar ist. Persönlich kann ich dem Konzept hinter AdNauseam einiges abgewinnen. Mir wäre es sehr recht, wenn es eine Lösung gäbe, die für alle Seiten annehmbar ist.


AdNauseam – Clicking Ads So You Don’t Have To

AdNauseam befindet sich derzeit in der Beta-Phase und setzt Adblock Plus oder Adblock Edge voraus. Das Addon ruft Webseiten innerhalb einer Sandbox auf, ohne diese wirklich zu besuchen. Der Nutzer soll dadurch zu jeder Zeit vor den Inhalten von Werbebannern geschützt sein. Entwickler Daniel Howe möchte auch eine Möglichkeit schaffen, die Klickrate einstellen zu können. Damit soll AdNauseam der Webseite vorgaukeln können, dass da wirklich eine reale Person am Werk ist. Bis das alles reibungslos funktioniert, vergeht aber wohl noch etwas Zeit. Mal ganz davon abgesehen, dass es die Erweiterung auch für andere Browser geben sollte. Eine Chrome-Extension ist bereits in Planung.

Das Konzept klingt aber nach einem vielleicht erfolgreichen Schritt. Nachdem Do Not Track so weitreichend von der Werbeindustrie abgelehnt wird, muss man dem Trackingwahn eben anders beikommen. An dieser Stelle muss mal wieder die Community einschreiten.

Wie findet ihr den Ansatz von AdNauseam? Schreibt mir eure Meinung.


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Autor: Markus Werner (reraiseace) Twitterreraiseace, Google+reraiseace, Twittercb_werner
Ich bin Redaktionsvolontär bei der COMPUTER BILD in Hamburg, Fernstudent am Deutschen Journalistenkolleg und schreibe auf re{raise}ace privat über Webdesign und Programmierung. Seit 2015 schrieb ich auch regelmäßig für andere Medien.

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