Bloggen vom Smartphone aus, funktioniert das?

Diese Frage habe ich mir in all den Jahren schon mehrfach gestellt. Es würde mir doch wesentlich mehr Zeit bleiben, wenn ich selbst auf dem Weg zur Arbeit oder in der Pause immer mal ein paar Zeilen tippen könnte. Gestern stolperte ich zufälligerweise auf Caschys Blog über den Hinweis, dass die App JotterPad ein umfangreiches Update erhalten hat. Da mir das Material Design zusagt, testete ich die App sogleich. Diesen Artikel schreibe ich nun erstmals mit JotterPad auf meinen Sony Xperia Z1 Compact. Quasi ein Selbstversuch. Meine Eindrücke sind also auch stark durch die Anwendung geprägt. Die Tastatur spielt dabei ebenso eine Rolle, wie die Displayauflösung und Umgebungseinflüsse.

Bloggen vom Smartphone aus ist gewöhnungsbedürftig

JotterPad war schnell aus dem Google Play Store heruntergeladen und installiert. Die App ist bis auf einige Zusatzfeatures kostenlos. Wer den vollen Funktionsumfang genießen möchte, muss allerdings 6,90 € per In-App-Kauf investieren. Dafür gibt es dann zum Beispiel einen Typwriter-Modus, Markdown-Support, Verwendung eigener Schriften, einen Nachtmodus und mehr. Die kostenlose Variante reicht aber alle mal zum Schreiben. Das Design ist schön schlicht. So wird man auch nicht zu stark abgelenkt. Texte lassen sich als TXT, Markdown oder Foundation speichern. Damit nichts verloren geht, legt JotterPad auf Wunsch alle 1-10 Minuten einen Snapshot an. Daneben bietet die App noch weitere Funktionen, um das Texten so angenehm wie möglich zu gestalten. JotterPad ist in meinen Augen eine recht gute Empfehlung für Schreiberlinge.

Texte schreiben mit JotterPad
Texte schreiben mit JotterPad

Ich schaue auf den Screen und denke: Du hast aber schon viel geschrieben. Nein, ich habe gerade mal 241 Wörter getippt (knapp 1.500 Zeichen), in rund 15 Minuten. Also eigentlich nicht die Welt. Daran merke ich jedoch deutlich, wie anstrengend das Tippen auf dem kleinen Bildschirm ist. Egal ob Swype oder Zeichen für Zeichen, es ist mühselig. Da hilft auch die Worterkennung nur begrenzt. Zudem nimmt die Tastatur fast die Hälfte des Displays ein. Tippfehler sind aufgrund der kleinen Tasten vorprogrammiert. Ich nehme mein Z1 Compact zum Schreiben ungern quer. Beim Schreiben kleinerer Sachen fällt kaum auf, dass es länger dauert. Am Computer tippe ich die gleiche Anzahl Wörter schneller runter. Gerade wenn man unterwegs ist, sollte man sehr darauf achten, sich von seiner Umwelt nicht zu stark ablenken zu lassen. Das kostet zusätzlich Zeit und die Konzentration leidet darunter.

An der Endverarbeitung hapert es noch

Meine geschriebenen Texte kann ich nicht in JotterPad finalisieren. Also Bilder und Links einfügen gelingt mit der Anwendung nicht. Lediglich Schreiben ist damit möglich. So muss ich dann doch wieder an den PC, weil Quellcode eintippen auf dem Smartphone auch alles andere als einfach ist. Ich komme zu dem Schluss, dass es für mich angenehmer ist, direkt am Computer zu schreiben. Ein Tablet wäre aufgrund des größeren Screens sicherlich noch eine Überlegung wert. Alleine mit JotterPad kann man aber keine vollwertigen Artikel schreiben. Hier hakt es wie bereits geschrieben an der Endverarbeitung. Zudem ist ebenso das Blog-System relevant. WordPress bietet beispielsweise eine recht brauchbare mobile App an. In meinem Fall gibt’s da keine Lösung. Bloggen vom Smartphone aus ist also nicht unbedingt für jeden das Richtige.

Ich werde künftig weiter beim PC, Laptop oder vielleicht sogar dem Tablet bleiben. Für kleinere Texte kann auch mal das Smartphone herhalten. Wie sind eure Erfahrungen mit mobilem Bloggen?


Avatar von reraiseace
Autor: Markus Werner (reraiseace) Twitterreraiseace, Google+reraiseace, Twittercb_werner
Ich bin Redaktionsvolontär bei der COMPUTER BILD in Hamburg, Fernstudent am Deutschen Journalistenkolleg und schreibe auf re{raise}ace privat über Webdesign und Programmierung. Seit 2015 schrieb ich auch regelmäßig für andere Medien.

0 Kommentare – Schreib mir deine Meinung!

Fülle bitte die nachstehenden Felder aus. Angaben mit einem Sternchen sind Pflichtangaben. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.