Meine Erfahrungen mit Twitter Bootstrap

In den letzten Wochen habe ich mich viel mit Bootstrap beschäftigt. Das Framework von Twitter stellt ein vollwertiges Grundgerüst für HTML, CSS und JavaScript bereit. Allerdings geht Bootstrap weit über einfache Grid-Systeme oder leichtgewichtige Framework-Alternativen hinaus. Es ist ein bisschen so wie das Schlaraffenland für Webdesigner. Da ich Bootstrap auch in meinem neuen Blogdesign verwende und kurz vor der Vollendung steht, ist es an der Zeit meine Eindrücke, Erfahrungen und Kritikpunkte niederzuschreiben. Warum habe ich Bootstrap genommen? Eigentlich bin ich ein Verfechter von “Mach alles selbst”. Dabei bleibe ich auch, ich wollte es einfach nur mal probieren. Da ich viele Seiten kenne, die es auch verwenden. Ich wollte wissen, welche Möglichkeiten sich damit ergeben.

mit Twitter Bootstrap loslegen (Website-Screenshot)
mit Twitter Bootstrap loslegen (Website-Screenshot)

Alles begann eigentlich mit HumHub. Das System setzt ebenfalls auf Bootstrap. Ich wollte am Design etwas anpassen und schon musste ich mich mit Twitter’s Framework befassen. Die Dokumentation dazu ist leicht verständlich und man kommt schnell rein. Mitte Dezember stand bei mir ohnehin der Entschluss fest, ein neues Webdesign für meinen Blog zu gestalten. Also nutzte ich Bootstrap gleich mal zum Prototypen. Das ging erstaunlich gut, wie auch Jonas Hellwig in einem Video2Brain erklärt. Innerhalb kürzester Zeit erzielte ich brauchbare Erfolge. Anschließend begann ich mit der richtigen Umsetzung. Anfangs machte es richtig Spaß das Design zu entwickeln. Doch als ich dann den Großteil der Elemente fertig hatte, machte sich bei mir irgendwie Unmut breit.


Einen Prototyp erstellen mit Bootstrap — kulturbanause

Plötzlich werden die süßen Drops sauer

Man sieht Bootstrap an, dass es von Twitter entwickelt wurde. Dieses Design zieht sich durch Twitter, TweetDeck, Bootstrap und Co. Das zwingt einen gerade zum Ändern des Designs. Das CSS ist mit etwas mehr als 100 KB nicht nur recht groß, sondern auch sehr umfangreich. Mir war klar, da muss ich abspecken. Das ist ein echter Kritikpunkt. Frameworks sind toll, keine Frage. Aber fragt nicht nach der Größe und ob ihr den ganzen Quellcode wirklich braucht. Nein, braucht ihr meistens nicht. Die manuelle Anpassung ist in meinen Augen besser als der Generator bei Bootstrap. Ich setzte mich also hin und ging Zeile für Zeile durch. Pickte mir raus, was ich brauchte und reduzierte so den Umfang erheblich. Danach hatte ich immerhin den richtigen Durchblick. Gleich zu Anfang teilte ich das Stylesheet in drei Teile — Normalise, Main und Mediaqueries.

lightweight CSS-Framework KNACSS (Website-Screenshot)
lightweight CSS-Framework KNACSS (Website-Screenshot)

Dadurch behält man zusätzlich die Übersicht. Mit der Trennung durch Kommentare wurde das Ganze dann zum Kinderspiel. Es macht aber ordentlich Arbeit alles durchzuschauen. Das wäre mir mit einem lightweight Framework wie KNACSS oder KickOff erspart geblieben. Sei’s drum. Twitter Bootstrap hat trotdzem seine Berechtigung. Genauso wie die anderen Frameworks. Man muss sich nur eben überlegen, was man möchte. Wer schnelle Erfolge wünscht, Themes und gute Anpassbarkeit, dabei aber keinen Wert auf die Größe legt ist bei Bootstrap oder Foundation genau richtig. Wer hingegen nur einen Unterboden sucht und den Quellcode schlank halten will, sollte besser zu einfachen Lösungen greifen. Oder man passt sich das Framework an. Das kostet aber meist mehr Zeit.

Ergo kann ich sagen, wenn ich das nächste Webdesign entwickle, würde ich Bootstrap wohl eher nicht noch mal verwenden. Höchstens zum Prototyping. Welche Erfahrungen habt ihr mit Frameworks gemacht?


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Autor: Markus Werner (reraiseace) Twitterreraiseace, Google+reraiseace, Twittercb_werner
Ich bin Redaktionsvolontär bei der COMPUTER BILD in Hamburg, Fernstudent am Deutschen Journalistenkolleg und schreibe auf re{raise}ace privat über Webdesign und Programmierung. Seit 2015 schrieb ich auch regelmäßig für andere Medien.

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