Wallabag: Read-It-Later App für den eigenen Webspace

Ohne vernünftige Read-It-Later-Funktion geht es nicht mehr. Ich habe lange versucht, dem entgegen zu wirken. Tagtäglich lese ich viele Artikel, doch auch ich stoße da manchmal an meine Grenzen. Dann schaffe ich nicht alles an einem Tag zu lesen und verschiebe es auf morgen. Bisweilen griff ich entweder zum altbewährten Bookmark-Dienst oder zu einem einfachen digitalen Notizblock in meiner Cloud. Auf Dauer ist aber keins davon das Wahre. Entweder ist es zu unübersichtlich oder schlichtweg zu aufwendig. Es muss was Einfaches sein. Also greift man beherzt zu Pocket oder einem anderen Service. Doch mir wäre es lieber, wenn ich das auch selber Hosten könnte, einen Webspace habe ich schließlich. Nach kurzer Netz-Recherche stieß ich auf Wallabag. Genau danach habe ich gesucht. Einfach, schick und funktionsreich.

Simple Strategie — was das Wallaby in seinen Beutel packt

Rock Wallaby Sign (Quelle: Peter Firminger, Liz. CC BY 2.0)
Rock Wallaby Sign (Quelle: Peter Firminger, Liz. CC BY 2.0)

Die Installation geht ganz fix. Das Installationsarchiv muss man nur auf den Server entpacken und den Anweisungen folgen. Als Template-Engine kommt Twig zum Einsatz. Beispielsweise das minimalistische CMS Pico setzt ebenfalls auf diese Engine. Wallabag setzt eine Datenbank voraus, zur Wahl stehen MySQL, SQLite und PostgreSQL. Dann nur noch einen Account anlegen und ab geht’s. Wallabag nutzt eine simple Strategie. Ähnlich wie ein Wallaby packt man alles in seinen Beutel. Webseiten können mit nur einem Klick gespeichert werden. Lesen kann man die Artikel, wann man mag. Entweder direkt in der Web-App oder auf der Originalseite. Alles kein Thema.

schickes Design, simple und reich an Funktionen
schickes Design, simple und reich an Funktionen

Das Ökosystem um Wallabag ist reich gesät — Bookmarklet, Firefox Addon, Chrome Extension und Apps für Android, iOS, sowie Windows Phone. Die Artikel-Funktionen sind genauso ausgewogen. Artikel lassen sich auf Twitter teilen, falls vorhanden über Flattr belohnen, als ePub exportieren oder ausdrucken. Fehlen eigentlich nur noch Sharing-Buttons zu Google+, Facebook und Co. Eine gescheite Zeitangabe wäre ebenfalls wünschenswert. Gelesene Artikel landen auf Knopf-Druck im Archiv oder im Datennirvana. Schließlich legt Wallabag den kompletten Content in der Datenbank ab. Das wird im Lauf der Zeit möglicherweise zum Speicherfresser. Wer mag, kann seine liebsten Artikel favorisieren und für noch mehr Übersicht mit Tags versehen.

Wallabag weiß in jeglicher Hinsicht zu überzeugen

Eine Suche darf natürlich keinesfalls fehlen. Wallabag kann sogar per RSS-Reader genutzt werden, da ihr die Möglichkeit habt eure ungelesenen, archivierten, favorisierten Inhalte und Tags als Feed abzugreifen. Selbst ein Datenimport von Pocket, Readability und Instapaper ist vorhanden, ebenso einen Export aus Wallabag. Die Web-App bringt einige recht stylische Themes mit. Da sollte eigentlich jeder etwas Passendes finden. Falls nicht, kann man selbst eins entwickeln. Mehrere Benutzer kann Wallabag auch verwalten.

Read-It-Later zum selber Hosten — that's easy
Read-It-Later zum selber Hosten — that’s easy

Ich für meinen Teil finde die Web-App richtig klasse. Wallabag lässt kaum einen Wunsch offen und glänzt mit einem wirklich sehr umfangreichen Featureumfang. Das Ökosystem ist beachtlich. Selten habe ich eine solch gute Open Source Software in diesem Segment erlebt. Gerne mehr davon. Sofort nach der Installation hat sich Wallabag für mich bezahlt gemacht. Klick, klick, klick — fertig. Gelesen wird dann später ganz entspannt. Wer sich einen eigenen Eindruck verschaffen will, findet beim Entwickler eine Demo.


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Autor: Markus Werner (reraiseace) Twitterreraiseace, Google+reraiseace, Twittercb_werner
Ich bin Redaktionsvolontär bei der COMPUTER BILD in Hamburg, Fernstudent am Deutschen Journalistenkolleg und schreibe auf re{raise}ace privat über Webdesign und Programmierung. Seit 2015 schrieb ich auch regelmäßig für andere Medien.

2 Kommentare

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  1. Kommentar von Julian · · #

    Ich finde wallabag auch prima :-)
    Übrigens ist der Link zur Windows Phone-App veraltet. Auf der Website von wallabag findest du den neuen Link – die App hab übrigens ich programmiert :-)

  2. Kommentar von reraiseace · · #

    Danke für den Hinweis. Ich habe den Link im Text getauscht.