Twitter verwässert deine Timeline mit fremden Inhalten

So langsam reicht’s mir aber. Erst schmeißt Twitter einem favorisierte Tweets in die Timeline und macht die Funktion damit quasi unsinnig. Jetzt geht Twitter noch einen Schritt weiter und begibt sich auf den Pfad von Facebook. Na ganz toll. In Zukunft bekommen wir also von Accounts denen wir gar nicht folgen Inhalte serviert. Machen kann man dagegen nichts. Genau das, was kaum ein Nutzer will. Damit schießt sich Twitter eigentlich selbst ins Bein. Die meisten User wünschen keine derartigen Eingriffe. Es hat schon seinen Grund, wieso ich Account XYZ nicht folge. Aber Twitter denkt eben auch ans Geld verdienen. Klar, ist sicherlich verständlich. Das würde ich als Unternehmen schließlich genauso machen, sonst geh ich insolvent. Jedoch zeigen gleichartige Eingriffe in anderen sozialen Netzwerken, wie der Nutzer dazu steht.

Twitter Bird (Quelle: tash lampard, Liz. CC BY 2.0)
Twitter Bird (Quelle: tash lampard, Liz. CC BY 2.0)

Die Sponsored Stories bei Facebook kamen ebenso wenig gut an, wie die immerwährende Manipulation des Facebook-Streams. Beispielsweise stört mich bei Google+ der Stream gewaltig. Es herrscht einfach nur ein durcheinander. Wichtiges würde ich dadurch glatt übersehen. Eine chronologische Reihenfolge der Beiträge existiert teilweise gar nicht. Das finde ich gerade an Twitter sehr hilfreich. Daher wurde meine Timeline zu meinem Feedreader-Ersatz. Das kann ich bald vergessen, wenn mir Twitter meine Timeline verwüstet. Ich möchte sehen, was ich für relevant erachte und keinesfalls dazu gezwungen werden etwas zu erblicken, was mich absolut null tangiert. Ich habe so das Gefühl, seit dem Twitter seine API für Entwickler derart beschnitten hat, geht es immer mehr den Bach runter. Das überarbeitete Profil-Design wirkt meines Erachtens genauso unattraktiv. Alles breiter, weiter, heller. Das passt nicht zu einem Kurznachrichtendienst. Kompakt und bedacht auf das Essenzielle, schon eher. Deshalb nutze ich seit längerem ausschließlich TweetDeck.

Twitter ist nicht Facebook oder Google+. Daher sollte das soziale Netzwerk den beiden Platzhirschen auch nicht in dieser Manier folgen. Im Grunde hätte der kleine Zwitschervogel so viel Potenzial. Doch mit solchen Aktionen ruiniert man alles. Es wäre doch sinnvoller dem Nutzer seinen Einfluss zu lassen und eine weitere Spalte mit wichtigen Tweets zu bieten. Da kann Twitter dann machen, was es mag. Das gibt’s im Prinzip schon seit längerer Zeit, nennt sich #Entdecken. Dieses Format könnte man weiter ausbauen. Twitter tut gut daran, mit seinen Nutzern zusammenzuarbeiten, anstatt gegen sie. Ansonsten heißt es in naher Zukunft Angry Birds Twitter Edition. Dann werde ich mich bei Twitter zurückziehen und mir eine neue Plattform suchen.

Ich lass mir doch nicht vorschreiben, was mich zu interessieren hat. Wie seht ihr das? Gefallen euch die Wege, die Twitter mittlerweile geht?

Update 02.09.2014 — 08:14: Gerade lese ich bei t3n, dass Twitter bereits den nächsten Schritt plant und sich damit Facebook und Co. annähern wird. Bald sollen uns Tweets gezeigt werden, die für uns interessant sein könnten, nur weil Twitter das so möchte. Danke, aber damit macht man nur ein weiteres soziales Netzwerk kaputt. Dass dieses Prinzip nicht funktioniert zeigen Facebook und Google+ ganz deutlich. Informationsgewinnung kannst du dort fast vergessen. Twitter ruiniert sich immer mehr selbst. Erst mit den neuen API-Richtlinien und nun mit der verschandelten Timeline.


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Autor: Markus Werner (reraiseace) Twitterreraiseace, Google+reraiseace, Twittercb_werner
Ich bin Redaktionsvolontär bei der COMPUTER BILD in Hamburg, Fernstudent am Deutschen Journalistenkolleg und schreibe auf re{raise}ace privat über Webdesign und Programmierung. Seit 2015 schrieb ich auch regelmäßig für andere Medien.

1 Kommentar

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  1. Kommentar von Simon Deutschl · · #

    Mir geht’s da genau so. Mich stört’s enorm, wenn mir Inhalte von Twitter-Accounts präsentiert werden, denen ich gar nicht folge.

    Aus diesem Grund bin ich dabei, meine News mehr und mehr wieder per RSS (https://feedly.com/) zu beziehen. Ich hoffe nur, dass Feedly nicht auch irgendwann mit diesen “Sponsored Posts” anfängt.