Fair-Use? Aber sicherlich nicht bei der o2-Drossel!

Das ist doch echt der Witz in Tüte. Mitte Juli schrieb ich hier im Blog über den Fair-Use-Vorteil von o2. Wer drei Monate hintereinander mehr als 300 GB verbraucht muss ab dem 4. Monat nach Aufbrauchen der 300 GB mit einer Reduzierung der Bandbreite auf 2 Mbit/s rechnen. Diese Bremse gilt allerdings nur für Neukunden seit 17. Oktober 2013. Jetzt kommt aber der Hammer. Scheinbar hat die öffentliche Meinung bei o2 intern für reichlich Gesprächsstoff gesorgt. Der Provider steuert nun gegen. Was ändert sich? Aus dem beworbenen Fair-Use-Vorteil soll ab 4. August 2014 eine Fair-Use-Mechanik werden. Wow, das haut mich jetzt echt vom Hocker. An dem geplanten Vorhaben will die Telefónica-Tochter weiter festhalten. Lediglich die Bezeichnung wird korrigiert. Der Kunde erkennt, dass er eine Fair-Use-Drossel bekommt. Was soll daran bitte faire Nutzung sein? Höchstens seitens o2, da sie den Usern nun vorschreiben, dass das DSL-Angebot bis zu einem bestimmten Datenkontingent uneingeschränkt nutzbar ist.

lahme Schnecke (Quelle: Lennart Tange, Liz. CC BY 2.0)
lahme Schnecke (Quelle: Lennart Tange, Liz. CC BY 2.0)

Der Kunde profitiert davon keinesfalls. Er zahlt trotzdem nicht weniger. Nein, mitunter sogar mehr für eine Aufstockung des Datenvolumens oder eine echte Flatrate. Da kann die Marketing-Phrase noch so oft geändert werden, der Inhalt bleibt derselbe. Der Nutzer muss mit einer angedrohten Gängelung leben. Ich stell mir das gerade bildlich vor, wie man dann mit Volumenzählern schaut, um ja nicht über die 300-GB-Grenze im Monat zu kommen. Echt mies, da macht Surfen wirklich keinen Spaß. Eventuell sollte man mal den öffentlich-rechtlichen Rundfunk auf eine solche Idee bringen. So nach dem Motto: Für die gezahlte Haushaltsabgabe dürfen sie monatlich 300 Minuten unser Angebot unbegrenzt nutzen. Überschreiten Sie dies drei Monate in Folge, drosseln wir sie auf bewegte Standbilder. Traurig, aber willkommen im digitalen Zeitalter Deutschlands — irgendwo zwischen Drosselung und Leistungsschutzrecht.

Wie steht ihr zu den geplanten Änderungen durch o2? Gerechtfertigt oder einfach nur unverschämt?


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Autor: Markus Werner (reraiseace) Twitterreraiseace, Google+reraiseace, Twittercb_werner
Ich bin Redaktionsvolontär bei der COMPUTER BILD in Hamburg, Fernstudent am Deutschen Journalistenkolleg und schreibe auf re{raise}ace privat über Webdesign und Programmierung. Seit 2015 schrieb ich auch regelmäßig für andere Medien.

1 Kommentar

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  1. Kommentar von ramba · · #

    daumen hoch! bin selber hin und wieder von drosselung betroffen…….nervt einfach nur….die ganzen tarife und maßnahmen sind einfach zu undurchsichtig…..