Meine Erfahrungen mit der Telekom, Fonic und Simyo

Wer war nicht schon mal erzürnt über die Unzuverlässigkeit seines Mobilfunk-Anbieters? Wenn klassische Probleme auftreten, wie Netzstörungen oder mangelhaft erfüllte Vertragsbedingungen. Die Hilfe und Erreichbarkeit der Service-Hotlines ist meist mehr als dürftig. Vorausgesetzt, der jeweilige Anbieter hat überhaupt eine vernünftige Hotline. Simyo sieht es da mit Servicequalität nicht ganz so eng und bietet als einzigen funktionstüchtigen Weg eine kostenpflichtige Nummer an, die Kontaktaufnahme via Mail ist nach wie vor gut versteckt. Andere Provider wie Fonic und die Telekom, nutzen zwar eine kostenfreie Rufnummer, sparen aber offenbar an fachkompetenten Mitarbeitern. Mit diesem Artikel möchte ich euch ein paar Einblicke in meine Erfahrungen mit Netzanbietern geben.

Providerwechsel: Erleben, was verbindet behindert!

Anfang dieses Jahres ist mein Mobilfunkvertrag bei der Telekom ausgelaufen. Der neue Vertrag bei Fonic war kurz zuvor abgeschlossen worden. Das Angebot war vielversprechender und schlug die Leistungen der Telekom um Längen. Fonic hatte mir sogar in weniger als 2 Tagen einen schriftlichen Widerspruch meiner Datennutzung zukommen lassen, was die Telekom bis heute nicht geschafft hat. Stattdessen riefen sie mich innerhalb von ca. 3 Monaten gleich 7 Mal an, um den Grund meiner Kündigung zu ermitteln. Bei jedem Anruf habe ich ausdrücklich gesagt, dass ich keine weiteren Anrufe möchte und umgehend einen schriftlichen Widerspruch meiner Datennutzung wünsche. Die jeweiligen Mitarbeiter haben mir versichert, dass die betreffenden Punkte bereits im System vermerkt seien und es nicht mehr vorkommen würde. Doch scheinbar sind die Mitarbeiter dazu nicht fähig ein solches Schreiben aufzusetzen, geschweige denn richtig zu lesen. Denn ich warte wie gesagt heute noch darauf.

Erleben, was verbindet, oder auch wieder nicht
Erleben, was verbindet, oder auch wieder nicht

Beim letzten Anruf hatte ich den Mitarbeiter dann mit erweiterter Lautstärke gefragt, ob er denn lesen könne und sollte das noch mal vorkommen, werde ich seinem Vorgesetzten eine Unterlassungsklage ins Haus flattern lassen. Danach kam kein einziger Anruf mehr, dafür frecherweise haufenweise SMS mit der Bitte um Begründung meiner Kündigung. Kurzerhand rief ich selbst bei der Hotline an und erklärte dem Kundenberater die Situation, dieser sagte mir ungeblümt:

Ja, wir wissen auch, dass es so ist. Die Kunden rufen ständig hier an und beschweren sich darüber. Die Kollegen aus der zuständigen Abteilung halten sich grundsätzlich nicht an den Datenschutz. Die ignorieren das einfach.

Tarifoption oder Vertrag, das ist hier die Frage

Bisher glaubte ich zu wissen, wo hier der Unterschied liegt, aber scheinbar haben die Anbieter mittlerweile da ihre ganz eigene Definition. Mein, weiter oben erwähnter Vertrag bei Fonic war ohne Vertragslaufzeit, inklusive SMS-Flat. Ich musste jedoch später feststellen, dass diese Flat ständig ausfiel. Trotz Lastschriftermächtigung war zu wenig Geld auf meinem Guthabenkonto. Das ist wiederum eher charakteristisch für eine Tarifoption. Da Fonic nicht in der Lage war diese Ausfälle in den Griff zu bekommen, folgte nach mehrmaliger Ermahnung die Kündigung. Mir scheint, manche Anbieter beeilen sich nur dann Problemen nachzukommen, wenn man ihnen richtig Druck macht. Zumindest ist es mir speziell in diesem Fall aufgefallen, das Kunden augenscheinlich gerne mal vernachlässigt bzw. hinters Licht geführt werden. Gestern stieß ich im Internet auf ein ähnlich gelagertes Problem.

Antwort seitens Fonic auf Anfrage von Markus
Antwort seitens Fonic auf Anfrage von Markus

Nach der Pleite mit Fonic, probierte ich mein Glück bei Simyo. Dort ist scheinbar jeder “Vertrag” ohne feste Laufzeit, ein Paket von Tarifoptionen. Deutlich wird dies nach erfolgreichem Abschluss. Im Kundenlogin kann ich anschließend gesondert die Pakete abbestellen oder hinzubuchen. Dort steht auch eindeutig, dass es sich nur um den 9-Cent-Prepaid-Tarif mit Zusatzleistungen handelt. Das Guthaben muss hier genauso ausreichend sein, ansonsten wird die Tarifoption pausiert. Augenscheinlich haben Simyo und Fonic ein Problem damit, das Geld vom Konto des Kunden abzubuchen. Wenn ihnen die Erlaubnis vorliegt, warum nutze sie sie dann nicht? Ist der Weg etwa zu einfach? Mein Freund hingegen, der seinen Vertrag vor zwei Jahren bei Simyo geschlossen hat, kann das wiederum alles nicht. Das bedeutet, dass er noch einen richtigen “Vertrag” ohne Vertragslaufzeit besitzt. Andererseits bieten Tarifpakete eine deutlich bessere Flexibilität und ermöglichen es, das Mobilfunkpaket jederzeit an seine Bedürfnisse anzupassen.

Trotzdem stellt sich mir folgende Frage: Grenzt es nicht irgendwo an Betrug, wenn man ein Angebot als Vertrag kennzeichnet, aber in Wirklichkeit keiner ist?

Welche Erfahrungen habt ihr mit euren Providern gemacht? Gehen sie auf eure Wünsche ein oder lassen sie euch auch gerne mal im Regen stehen?


Gastbeitrag, geschrieben von Razcal


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Autor: Markus Werner (reraiseace) Twitterreraiseace, Google+reraiseace, Twittercb_werner
Ich bin Redaktionsvolontär bei der COMPUTER BILD in Hamburg, Fernstudent am Deutschen Journalistenkolleg und schreibe auf re{raise}ace privat über Webdesign und Programmierung. Seit 2015 schrieb ich auch regelmäßig für andere Medien.

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