Google legt Geräteherstellern die Daumenschrauben an

Vor wenigen Tagen ging die News um, dass Google künftig den Geräteherstellern das Boot-Logo vorschreibt. Künftig sollen alle Geräte ihre Benutzer mit dem Schriftzug Powered by Android begrüßen. Das anhaltende Fragmentierungsproblem ist dem Suchmaschinenriesen ein Dorn im Auge. Daher wurden auch in der Vergangenheit immer mal wieder die Regeln verschärft. Gerade die offensichtliche Entwicklung von eigenen Diensten, wie dem Google Kalender, Google Experience Launcher oder den Play Store Services unterstreichen die harte Gangart. Nun setzt Google allen OHA-Mitgliedern die Daumenschrauben an. In Zukunft dürfen sie am Android-System nichts mehr verändern. Sie dienen lediglich als Hardwarelieferant, während das Betriebssystem ausschließlich von Google vertrieben wird. Also genau wie bei der Nexus-Reihe. Wobei es hier noch eine freundliche Kooperation war. Das ändert sich nun grundlegend.

Android Amigurumi (Quelle: Kham Tran, Liz. CC BY 2.0)
Android Amigurumi (Quelle: Kham Tran, Liz. CC BY 2.0)

Samsung und Co. sind darüber empört. Dieser Strategiewechsel hat allerdings zur Folge, dass das System Gefahr läuft, nicht mehr vollständig Open Source zu sein. Damit geraten auch Custom ROMs von CyanogenMod und anderen Entwickler-Teams in eine missliche Lage. An Amazons Android-Tablet kann man sehr gut erahnen, was den Herstellern droht, falls sie Googles neuem Pfad entfolgen sollten. Das Problem liegt klar auf der Hand. Beide brauchen einander, aber Google sitzt am längeren Hebel. Zudem haben sie die Nexus-Serie und Project Ara in der Hinterhand. Letzteres könnte sogar Apple in Verlegenheit bringen. Mir persönlich gefällt der Kurswechsel nur teilweise. Einerseits begrüße ich die Verhinderung von Herstelleroberflächen und deren Verunstaltung, andererseits bringt es den offenen Standard des Android-Systems in Bedrängnis. Ich vertrete nach wie vor die Auffassung Hersteller-UIs als optionales Feature bereitzustellen.

Was sagt ihr zu dieser Entwicklung? Schreibt mir eure Meinung.

Update 01.04.2014 — 21:30: Wer es bis jetzt noch nicht durchschaut hat, hierbei handelt es sich leider um eine Aprilscherzmeldung meinerseits. Schade, aber an der Idee wäre teilweise viel Gutes dran. Mal schauen, was Google in Zukunft macht. Immerhin versuchen sie, den Geräteherstellern vorsichtig Auflagen zu setzen.


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Autor: Markus Werner (reraiseace) Twitterreraiseace, Google+reraiseace, Twittercb_werner
Ich bin Redaktionsvolontär bei der COMPUTER BILD in Hamburg, Fernstudent am Deutschen Journalistenkolleg und schreibe auf re{raise}ace privat über Webdesign und Programmierung. Seit 2015 schrieb ich auch regelmäßig für andere Medien.

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