ownCloud 6 bringt mehr Kollaboration und neues Design

Vor wenigen Wochen erschien ownCloud in Version 6. Bereits zuvor konnten testwillige Nutzer die offene Beta ausprobieren. Solche Versionssprünge setzt man als Administrator nicht immer gleich um, da dabei oftmals gewisse Probleme auf einen warten können. Deshalb schreibe ich meine Eindrücke auch erst jetzt nieder. Die Upgrade-Anweisung von der ownCloud Webseite ist zwar schon etwas älter, aber nach wie vor up to date. Mit dieser simplen Hilfestellung gelingt eigentlich jedem die Aktualisierung auf die neuste Version. In den meisten Fällen funktionieren selbst 3rd Party Apps aus älteren Versionen noch. Durch das Update hat sich viel getan. Vor allem die neue Benutzeroberfläche sticht einem sofort ins Auge. Unter der Haube wurde viel überarbeitet. Natürlich sind einige neue Funktionen hinzugekommen.

Arbeite mit deinen Freunden gleichzeitig an Dokumenten

Dreh und Angelpunkt ist das neue Dokument-Feature neben dem neuen Style. Das von Frank Karlitschek und der KO GmbH entwickelte Modul, erlaubt euch OpenOffice-Dokumente anzulegen und diese gemeinsam mit mehreren Personen gleichzeitig zu bearbeiten. Wer das Projekt Etherpad kennt, weiß, wovon ich rede. Doch in meinen Augen ist die Funktion in ownCloud um einiges genialer. Auf die zusätzliche Server-Anwendung Node.js kann komplett verzichtet werden. So funktioniert das gleichzeitige Bearbeiten sogar auf einem simplen Webspace. Wobei man hier bedenken sollte, das alle Aktionen im Vergleich zu einem richtigen Server deutlich länger brauchen. Der Texteditor bietet rudimentäre Optionen, um den Text auszuzeichnen. Mir erscheint das ein bisschen zu gering, aber ownCloud soll auch gar nicht vordergründig die heimische Office-Suite ersetzen. Die Web-Apps von Microsoft Office ermöglichen genauso wenig den kompletten Funktionsumfang der Offline-Variante.


ownCloud Documents

Oben links lässt sich ein Dokument mit anderen teilen. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Nutzer in der eigenen Cloud registriert ist. Via Link dürfen sogar außenstehende als Gäste mitwirken. Beim Einladen stehen dieselben Kriterien, wie beim Sharen einer Datei bereit. Ganz rechts erscheinen dann weitere Teilnehmer dieser Sitzung. Jeder Nutzer bekommt eine farbliche Markierung. Auf diesem Wege sieht jeder, wer was geschrieben oder geändert hat. Das Modul finde ich wirklich beachtlich — ein Quantensprung. Kein anderer Anbieter einer Kollaborationslösung im Open Source Bereich ermöglicht derzeit diese Funktionalität. Trotz der Euphorie hakt die Synchronisation an manchen Ecken. Gelegentlich muss man warten, bis alle Änderungen vollständig übernommen wurden. Aber trotzdem überzeugt das Feature bereits jetzt auf ganzer Linie.

Neues Design, Avatare, Aktivitäts-Feed und Dateivorschau

Wie eingangs erwähnt, bringt ownCloud 6 ein überarbeitetes Design mit. An so manchen Stellen drückt aber der alte Style kräftig durch. Trotzdem wirkt die Cloud-Alternative nun optisch ansprechender. Dazu gesellen sich weitere neue brauchbare Funktionen, beispielsweise Avatare. Ein solches Extra gehört einfach zu einer Cloud, die über Profile verfügt. So erkennt man viel leichter, wer da gerade etwas geteilt hat oder Dokumente bearbeitet. Ebenso sinnvoll ist die Dateivorschau. Vor zwei Jahren habe ich mir das schon gewünscht. Es dauert deutlich länger, Foto für Foto zu laden. Mittlerweile kann man durch die Bilder eines Ordners schneller navigieren. Das war gleichermaßen ein Kritikpunkt. Der neue Aktivitäts-Feed listet chronologisch auf, was in eurem Datei-Verzeichnis abläuft. Ab einer gewissen Größe ein sehr brauchbares Gimmick. Zusätzlich wurde die Löschfunktion verbessert. Dateien sind einfacher wiederherstellbar, vorausgesetzt der Papierkorb ist aktiviert. Bei Uploads wird besser geprüft, wie mit doppelten Dateien umgegangen werden soll.

Screenshot: ownCloud 6 - neue Features im Überblick
Screenshot: ownCloud 6 – neue Features im Überblick

ownCloud 6 ist für mich endlich mal wieder ein Release, mit dem ich zufrieden bin. Die letzten Neuerungen waren nicht so der Hammer. Durch die Kopplung zwischen Group-Office und ownCloud, steht die Web-Anwendung verstärkt in meinen Fokus. Dadurch entsteht aktuell noch mehr Power. Das Plugin um beide Systeme zu vereinen, funktioniert auch in ownCloud 6 tadellos. Einen “Negativpunkt” muss ich allerdings vorbringen. Die Archivgröße der ownCloud ist von rund 20 MB auf ca. 56 MB angewachsen. Daran ist vorwiegend das Dokument-Modul schuld, insbesondere die Schriftarten. Ansonsten ist die neue ownCloud eine Empfehlung wert. Jetzt fehlt eigentlich nur noch eine vollwertige AJAX-Anbindung, um daraus eine richtige Web-App zu machen. Seiten-Reloads existieren nach wie vor.


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Autor: Markus Werner (reraiseace) Twitterreraiseace, Google+reraiseace, Twittercb_werner
Ich bin Redaktionsvolontär bei der COMPUTER BILD in Hamburg, Fernstudent am Deutschen Journalistenkolleg und schreibe auf re{raise}ace privat über Webdesign und Programmierung. Seit 2015 schrieb ich auch regelmäßig für andere Medien.

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