LockHunter entsperrt gerade verwendete Dateien

Viele Windows Nutzer kennen das folgende Phänomen vermutlich: Ihr möchtet eine Datei löschen, die ihr zuvor noch in einem Programm offen hattet. Aber das klappt nicht, da Windows euch eine Fehlermeldung auswirft. Also die schuldige Anwendung schließen. Doch selbst dann funktioniert das Löschen nicht immer reibungslos. In seltenen Fällen hilft ausschließlich ein Neustart. Gottseidank existieren Tools, um Dateien freizugeben, wie Sand am Meer. Oftmals fordern diese bereits bei der Installation ihre Tribute, wie beispielsweise die Integration von überflüssigen Toolbars oder Programmen. LockHunter hingegen verzichtet gänzlich auf solchen sinnfreien Firlefanz. In drei Schritten ist das Tool installiert und einsatzbereit. Fortan verbirgt sich im Kontextmenü eines jeden Ordners oder einer Datei ein weiterer Eintrag — “What is locking this File/Folder”.

So entsperrst du kinderleicht nahezu jedes Objekt!

Über diesen einfachen Dialog gelangt man zu einem weiteren Menü. Im oberen Bereich erscheint das angewählte Objekt, gefolgt von der Information, ob ein Prozess hier ein Löschen oder die Weiterverwendung verhindert. Am unteren Rand eröffnet LockHunter sein komplettes Potenzial:


Let’s have a look at LockHunter

  • Unlock it! — versucht die Datei oder den Ordner freizugeben
  • Delete it! — löscht das betreffende Objekt. Danach ist es aus dem Papierkorb wiederherstellbar
  • Unter dem Menüpunkt “other…”
    • Delete at next system start — löscht die Datei beim nächsten Systemstart und verhindert so, dass Prozesse auf die Datei zugreifen
    • Unlock & rename — befreit das Objekt und erlaubt Umbenennung
    • Unlock & copy — Freigeben der Datei und anschließendes Kopieren
    • Terminate locking processes — eliminiert den Prozess, der eine Benutzung verhindert
    • Delete locking processes from disk — verbannt den entsprechenden Prozess von der Festplatte

LockHunter ist sogar via Eingabeaufforderung bedienbar

Ihr merkt, die Anwendung verfügt über einen sehr gelungenen Leistungsumfang. Damit bleibt kaum ein Wunsch offen, eine Datei zu befreien bzw. ihr den gar aus zumachen. Prozesse können auch einzeln ausgeknipst werden. Optional ist LockHunter ebenso in der Lage via Konsole Befehle auszuführen. Hierfür bedarf es einer einfachen Syntax:

LockHunter.exe [/unlock] [/delete] [/kill] [/silent] [/exit] [file_or_folder_path]

Alle verfügbaren Befehle sind auf der Webseite des Programms aufgeführt. Nach kurzer Einarbeitungszeit erscheinen sämtliche Funktionen weitestgehend verständlich. Winziger Nachteil an dem Tool: Das Programm liegt nur in englischer Sprache vor. Aber auf der Webseite bieten die Entwickler zahlreiche Screenshots, um den Umgang mit LockHunter zu erleichtern. Nach vielen Jahren wandert der Unlocker von meinem PC und wird durch diese Software ersetzt.


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Autor: Markus Werner (reraiseace) Twitterreraiseace, Google+reraiseace, Twittercb_werner
Ich bin Redaktionsvolontär bei der COMPUTER BILD in Hamburg, Fernstudent am Deutschen Journalistenkolleg und schreibe auf re{raise}ace privat über Webdesign und Programmierung. Seit 2015 schrieb ich auch regelmäßig für andere Medien.

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