Genymotion: Virtuelles Android für alle Plattformen

Der Entwickler hinter AndroVM hat in den letzten Monaten einiges umgestellt. Sein Projekt ist seit geraumer Zeit ein Teil von Genymotion. Damit erhoffte sich Daniel Fages neue Wege und Möglichkeiten. Mittlerweile existiert rund um die Entwicklung ein ordentliches Programm. Im Prinzip bekommt ein Genymotion-Kunde alle aktuellen virtuellen Android-Maschinen. Je nach Leistungsumfang sogar kostenlos oder für einen Jahrespreis zwischen 99-299 Dollar, plus Steuern. Für den Privatanwender stehen die VMs für lau bereit. Das ist eigentlich ganz schön, wenn man als privater Entwickler testen möchte. Also habe ich mir Genymotion einmal näher angeschaut. Dabei entdeckte ich viel positives, aber genauso auch Kritikpunkte. Es ist nicht immer alles Gold, was glänzt.


Genymotion, Android emulator

Virtuelle Android-Maschinen in Hülle und Fülle

Um mit Genymotion starten zu können, benötigt man zunächst einen Account. Daran führt kein Weg vorbei, da ihr ansonsten den Client nicht herunterladen könnt. Dieser ist zwingend notwendig, um auf alle Images Zugriff zu erhalten. Danach steht euch das Meiste frei zur Verfügung. Von Android 4.1 bis 4.3 ist alles dabei. An einem ersten KitKat-Release wird bereits fleißig gearbeitet. Zusätzlich existieren verschiedenen Versionen für unterschiedliche Geräte: Nexus One, Nexus S, Galaxy Nexus, Nexus 4, Nexus 7, Nexus 10, HTC One, Samsung Galaxy S4, Sony Xperia Z, sowie verschiedenste Tabletauflösungen. Also alles da, was das Herz begehrt und natürlich Android pur. Die Installation einer neuen VM geht sehr rasch über die Bühne. Virtuelle Maschine auswählen, laden, bestätigen — fertig! Das Zusammenspiel mit der VirtualBox klappt hervorragend. Wer Oracles Software bereits verwendet, braucht nur noch den Genymotion-Client. Andernfalls stellen die Entwickler sogleich eine kombinierte Variante bereit. ADB kann genauso mit den virtuellen Androids verbunden werden. Hierzu bedarf es lediglich des Pfades zur ADB.exe.

Genymotion Preisliste Genymotion Downloadportal
Genymotion Preisliste und Downloadportal

Wer AndroVM noch kennt, der erinnert sich vielleicht noch daran, dass es keine wirkliche Button-Leiste gab, um auf die Hardware-Tasten zuzugreifen. Mit Genymotion wird das nun anders. Auf der linken Seite wurde eine Menüleiste mit allen praktischen Tasten angegliedert. Das empfinde ich als sehr hilfreich. Doch so ganz überzeugt bin ich von dem Projekt noch nicht. Es gibt einige negative Schattenseiten. Die Performance des Clients ist schrecklich. Oftmals stürzen die virtuellen Maschinen aus heiterem Himmel ab oder aber die Bildschirmdarstellung spinnt komplett. Das ist in jedem Falle verbesserungswürdig. Mittlerweile laden die ROMs jedoch normal in der VirtualBox. Das steigert die Verwendbarkeit ungemein. Der Client ist allerdings für sämtliche Downloads notwendig. Seit einiger Zeit wurden alle Android-Versionen mit enthaltenen Google Apps entfernt. Gottseidank haben die Images alle Root-Rechte. Dadurch ist es ein leichtes, das Google-Paket auf dem virtuellen Gerät zu installieren. Am einfachsten via ADB oder per Mi File Explorer.

Wie schaut die Zukunft von Genymotion aus?

Ein vollständiges Feedback kann ich aktuell nicht abgeben. Lediglich ein Zwischenfazit. Genymotion ist auf einem guten Pfad, keine Frage. Doch es muss noch sehr viel daran gearbeitet werden. Trotzdem ist es das beste Projekt, welches man zurzeit vorfinden kann. Der Android SDK Emulator bietet einfach nicht diese Leistung und Geschwindigkeit. Andere Ansätze laufen ebenso holprig oder kommen kaum voran. Genymotion ist zudem das erste Projekt, welches sich auch an Unternehmen richtet. Die Entwickler möchten in naher Zukunft ihr Produkt weiter kommerzialisieren. Hoffentlich bleibt das Angebot für Privatanwender kostenfrei. Selbst wenn manche Funktion momentan etwas wackeln, entsteht trotz alledem ein positiver Trend.

Nexus 7 — Android 4.2.2 mit Genymotion in Aktion
Nexus 7 — Android 4.2.2 mit Genymotion in Aktion

Habt ihr Genymotion bereits getestet? Was gefällt euch daran gut oder worin besteht eure Kritik? Schreibt mir eure Meinung in die Kommentare.


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Autor: Markus Werner (reraiseace) Twitterreraiseace, Google+reraiseace, Twittercb_werner
Ich bin Redaktionsvolontär bei der COMPUTER BILD in Hamburg, Fernstudent am Deutschen Journalistenkolleg und schreibe auf re{raise}ace privat über Webdesign und Programmierung. Seit 2015 schrieb ich auch regelmäßig für andere Medien.

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