Nintendo 2DS: Revival des 80/90er Handheld-Feelings

Anlässlich der neuen Pokémon-Versionen X und Y habe ich mich doch dazu entschlossen, mir einen aktuellen Nintendo DS zuzulegen. Meine Wahl fiel nach längerer Überlegung auf den Nintendo 2DS. Warum gerade dieses Einsteigergerät und nicht gleich den Nintendo 3DS? Im Grunde sind die Beweggründe schnell erklärt. Der 2DS kostet knappe 130 Euro. Der 3DS steigt momentan mit 170 Euro ein und der 3DS XL kostet immerhin ca. 190 Euro. Auch wenn die Preise alle relativ dicht beieinanderliegen, hat jeder dieser Handhelds seine Vor- und Nachteile. Schlussendlich entscheiden Verarbeitung, Funktionsumfang und der Preis. Gegenüber den teureren Modellen habe ich also 40-60 Euro gespart. Der kleine “große” Bruder muss vor seinen Geschwistern nicht Reißaus nehmen. Ich habe den Nintendo 2DS einem Praxis-Test unterzogen.

Entdecke die Spielekonsole von früher auch heute wieder

Die Verpackung des neuen Handhelds aus dem Hause Nintendo ist sehr unspektakulär — Pappschachtel eben. Aber der Lieferumfang überzeugt deutlich mehr, als bei den 3DS-Modellen. Neben dem 2DS enthält das Paket eine Bedienungsanleitung, Schnellstartanleitung, microSDHC-Karte mit 4 GB, ein Ladekabel, AR-Karten und einen Touchpen. Bis auf die Tasche ist die Grundausstattung komplett. Der 2DS wirkt nach dem ersten Auspacken zunächst klobig. Die meisten Elemente bestehen aus Polykarbonat. An manchen Stellen knarzt der Handheld minimal. Lautstärkeregler und SD-Karten-Slot wirken etwas billig verarbeitet. Wer nun glaubt, dass man mit dem 2DS ein 130 Euro teures Stück Plastik-Schrott in der Hand hält, der irrt. Im Grunde ist die Verarbeitung genauso, wie bei den anderen beiden Geräten. Der kleine Bruder wiegt rund 260 Gramm, damit ca. 25 Gramm mehr als seine Brüder und ist deutlich robuster, da der Handheld nicht zusammengeklappt werden kann.

Nintendo 2DS und Pokémon X ausgepackt
Nintendo 2DS und Pokémon X ausgepackt

Dadurch entfällt eine häufige Schadensquelle. Der Stift wurde gut auf der Unterseite versteckt. Die Akkulaufzeit wird mit 3,5 – 5,5 Stunden angegeben. Das kommt auch in etwa hin, solange das WLAN ausgeschaltet ist. Der Akku sitzt fest verbaut im 2DS. In der Bedienungsanleitung findet sich ein entsprechender Hinweis für einen einfachen Akku-Tausch. Die Anordnung aller Tasten und Knöpfe ist in meinen Augen vorteilhaft gelöst. Selbst bei kleineren Händen liegt das Gerät sehr angenehm in der Hand. Zwar ist er nicht so kompakt wie seine beiden Geschwister, bringt aber das typische Handheld-Feeling der 80/90er Jahre prima rüber. Die beiden Displays sind ähnlich groß, wie beim 3DS. Eigentlich wollte ich die Vorteile des 3DS XL auskosten, trotzdem fällt der Größenunterschied kaum ins Gewicht. Wie der Name “2DS” vermuten lässt, hat Nintendo den 3D-Effekt weggelassen. Der Touchscreen reagiert via Stift meistens recht unproblematisch auf Eingaben. Gelegentlich muss ein Button mehrfach gedrückt werden.

Die Software wurde eindeutig in Japan entwickelt

Eine der wirklichen Schwächen ist die Software. Das betrifft jedoch alle DS-Geräte. Ein vernünftiges Software-Interface sollte anders aussehen. Hier besteht definitiv Nachholebedarf seitens Nintendo. Bei anderen Konsolen ist das besser gelöst. Ich erwarte keine GUI, die mich umhaut. Aber auf dem Niveau eines Dreijährigen sollte sie nicht sein. Anwendungen sind auch nur begrenzt multitaskingfähig. Dabei kann immer genau ein Programm inklusive einer Mini-Anwendung laufen. Also mehr als ein Spiel gleichzeitig, geht schon mal nicht. In den Optionen gibts ein paar wenige Punkte zur Internetverbindung, Altersfreigabe und allgemeine Einstellungen. Auf dem 2DS sind vorab bereits einige Anwendungen aufgespielt. Da ich diese langweilig fand, habe ich ihnen keine größere Bedeutung beigemessen. In vielen Fällen setzen sie einen Internetzugang voraus. Meines Erachtens mehr Spielerei, als wirklicher Nutzen.


Nintendo 2DS – Ankündigungstrailer (Nintendo 3DS)

Mit der Internetverbindung hatte ich so meine lieben Sorgen. Der 2DS lies sich partout nicht in mein Netzwerk einbinden. Erst durch Recherchieren des Produktblattes kam mir der Gedanke, dass der Handheld nur die beiden WLAN-Standards b und g unterstützt. Auch hier beweist Nintendo, das ihre portable Konsole bei Weitem nicht auf dem neusten Stand der Technik ist. Wobei es mir persönlich gegen den Strich geht, das Konsolen vermehrt einen Zugang zum Internet möchten bzw. voraussetzen. Bei der PlayStation oder der Xbox mag das noch in meinen Kopf gehen. Aber bei einem kleinen Nintendo hört es auf. Aber gut, bei einigen Spielen gehts nicht anders. In den meisten Fällen ist die Verbindung ohnehin deaktiviert. Trotz dieser Kritikpunkte macht das Spielen schon sehr viel Spaß. Es hängt ja auch vom Spiel selbst ab. Das neue Pokémon ist optisch absolut schön umgesetzt. Verglichen mit den Vorgängern — ein Quantensprung.


Pokémon X and Pokémon Y

Fazit: Mit dem Kauf des 2DS macht man wenig falsch, wenn es darum geht, einen klassischen Handheld zu finden und zugleich aktuelle Spiele zu spielen. DS-Spiele sind ebenso spielbar. Sollte einem aber der 3D-Effekt fehlen oder die Konsole nicht kompakt genug sein, dann sollte man eher zum 3DS bzw. dem 3DS XL greifen. Dabei jedoch beachten, das Ladekabel muss extra gekauft werden. Ich bin mit dem Nintendo 2DS zufrieden. Wenn ich spiele, dann eher in Ruhe auf dem Sofa und nicht in der U-Bahn.


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Autor: Markus Werner (reraiseace) Twitterreraiseace, Google+reraiseace, Twittercb_werner
Ich bin Redaktionsvolontär bei der COMPUTER BILD in Hamburg, Fernstudent am Deutschen Journalistenkolleg und schreibe auf re{raise}ace privat über Webdesign und Programmierung. Seit 2015 schrieb ich auch regelmäßig für andere Medien.

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