ADB und Fastboot unter Windows XP richtig installieren

In letzter Zeit laufen mir verstärkt Nutzer mit Windows XP über den Weg. Zwar sollte der Prozentsatz laut Microsoft weiter zurückgedrängt werden, aber manch einer tut sich mit dem Umstieg schwer. Das führt manchmal zu Problemen, so beispielsweise im Android-Umfeld. Auch diese Anwender möchten ADB und Fastboot verwenden, um beispielsweise ihr Android-Gerät zu rooten. Jedoch treten vorwiegend bei der Installation der benötigten ADB-Treiber einige unschöne Fehler auf. Letzten Endes scheitern die meisten daran und greifen frustriert zu Windows 7 oder 8. Da mir das Problem selbst ein wenig gegen den Strich geht, habe ich mich auf Lösungssuche begeben. Siehe da, ich bin relativ schnell fündig geworden. Im Grunde ist des Rätsels Lösung auch ganz einfach.

Wir brauchen nur die richtigen Treiber, dann geht das schon!

Um auch unerfahrenen Usern eine möglichst gute Hilfe zu bieten, werde ich etwas detaillierter erklären. Aller Anfang beginnt mit der Suche der benötigten Treiber und Installationspakete. Diesen Schritt könnt ihr euch sparen, den habe ich bereits übernommen. Ihr müsst nur noch alles herunterladen. Zum einen Minimal ADB and Fastboot und die Google USB Driver. Zuvor solltet ihr sicherstellen, dass euer Android-Gerät mit den herstellerspezifischen Treibern korrekt installiert wurde. Andernfalls bietet Google hier eine gute Übersicht, der meisten spezifischen Treiber. Zur Installation von Minimal ADB and Fastboot gibt es wenig zu sagen. Achtet lediglich darauf, kurze Wege zu nutzen. Also am besten im Ordner C:\ADB ablegen. Das spart euch später beim Aufrufen der Eingabeaufforderung lange Pfadangaben. Die Google USB Driver kommen dann auch gleich zum Einsatz. Hier gibt es erst mal keine direkte Installation.

Geräte über die Android Debug Bridge ansprechen
Geräte über die Android Debug Bridge ansprechen

Schließt euer Smartphone oder Tablet an den PC an. Aktiviert, falls noch nicht geschehen, in den Entwickleroptionen des Android-Gerätes die Einstellung “USB-Debugging”. Das ist wichtig, damit das Gerät auch von ADB und Fastboot identifiziert werden kann. Öffnet unter Windows XP den “Ausführen”-Dialog über Win + R und tippt cmd ein. Bestätigt die Eingabe mit der Enter-Taste. In der Eingabeaufforderung navigiert ihr via CD-Befehl in den Ordner, wo ADB und Fastboot installiert wurden. Dort angelangt führt ihr nachstehende Befehle der Reihe nach aus. Das erste Kommando zeigt im Idealfall ein erkanntes Gerät. Sollte das nicht der Fall sein, prüft erneut die Installation eurer Gerätetreiber bzw. von Minimal ADB and Fastboot. Anweisung Nummer Zwei versetzt das Android-Gerät in den sogenannten Fastboot-Modus, um Befehle mit der fastboot.exe auszuführen.

adb devices
adb reboot bootloader

Jetzt kommt der “schwierige” Teil an der ganzen Geschichte

Seid ihr erfolgreich im Fastboot-Modus angekommen, sollte euer PC eigentlich automatisch feststellen, dass er ein unbekanntes Gerät erkannt hat. Folglich möchte er dieses auch installieren. An dieser Stelle solltet ihr gut aufpassen. Denn hier stolpern die meisten Nutzer. Erfolgt die Aufforderung zur Installation. Wählt “Software von einer Liste […] installieren” und anschließend “Diese Quellen nach dem zutreffendsten Treiber durchsuchen”. Setzt bei “Folgende Quelle ebenfalls durchsuchen” eine Haken und navigiert über “Durchsuchen” in den Ordner der entpackten Google USB Driver. Danach gehts mit “Weiter” zum nächsten Schritt.

Installationsreihenfolge der Google USB Driver
Installationsreihenfolge der Google USB Driver

Das kann ein wenig dauern. Sollte zwischenzeitlich der Hinweis erscheinen, dass eine bestimmte Datei benötigt wird, wechselt ihr in das Verzeichnis der ADB Treiber in den Pfad \usb_driver\i386\ und wählt die Datei winusbcoinstaller2.dll aus.

Hat auch dieser Schritt geklappt, könnt ihr mit dem Befehl fastboot devices prüfen, ob ein Gerät erkannt wurde. Sollte dies der Fall sein, stehen euch nun alle Mittel und Wege von ADB und Fastboot unter Windows XP zur Verfügung. Die Installation der Treiber mag zwar ein wenig hakelig sein, funktioniert allerdings tadellos. Unter Windows 7 und 8 geht das ganze mit den Universal ADB Treibern etwas leichter, doch frickelig ist es ebenso.

Warnung Sollte doch etwas schief gehen, übernehme ich keine Haftung. Ihr tragt das Risiko ganz alleine! Beachtet bitte, dass eventuell die Garantie durch diese Aktion erlöschen kann.


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Autor: Markus Werner (reraiseace) Twitterreraiseace, Google+reraiseace, Twittercb_werner
Ich bin Redaktionsvolontär bei der COMPUTER BILD in Hamburg, Fernstudent am Deutschen Journalistenkolleg und schreibe auf re{raise}ace privat über Webdesign und Programmierung. Seit 2015 schrieb ich auch regelmäßig für andere Medien.

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