Automattics Simplenote jetzt auch für Android verfügbar

In der Vergangenheit habe ich schon so manche Notizen-App für Android genutzt. Ich lege vor allem viel Wert auf Minimalismus. Gestern landete die App Simplenote von Automattic im Play Store. Vielen wird der Name im Zusammenhang mit WordPress sicherlich etwas sagen. Simplenote existiert bereits seit geraumer Zeit für iOS, Kindle und den Browser. Nun kommen auch Android-Nutzer ab Ice Cream Sandwich in den Genuss. Notizen können über einen Simplenote-Account online gespeichert, synchronisiert und sogar veröffentlicht werden. Die Webversion ermöglicht offenkundig jedoch mehr Funktionen als innerhalb der App. In einem ersten Test klappte die Synchronisierung einwandfrei. Das Tool ist einen Blick wert, aber bedarf noch einiger Nachbesserungen.

Wie der Name schon sagt — einfach Notizen schreiben

Das Interface kommt im schlanken Holo-Design daher. Automattic hat sich hier an die Design-Richtlinien von Android gehalten. Auf den ersten Blick wirkt die App sehr übersichtlich. Eine neue Notiz lässt sich sogleich über das Plus-Zeichen oben rechts anlegen. Im oberen Bereich könnt ihr Stichwörter hinzufügen und den Eintrag oben festpinnen. Darüber gibt es eine Möglichkeit zum Teilen der Nachricht. Bereits gespeicherte Tags werden beim Eintippen vorgeschlagen. Tippt ihr im Hauptfenster auf das “S”, klappt eine Leiste aus. Dort seht ihr die gesetzten Schlagworte, alle Notizen und den Papierkorb. Kann eine Notiz in Ablage P, dann öffnet ihr den Eintrag und wählt über das Menü Löschen aus. An dieser Stelle sollte Automattic nachbessern. Der Befehl ist mir noch zu versteckt. Selbiges gilt auch für das Wiederherstellen aus dem Papierkorb. Löschen kann man dort gleichermaßen nur alle Notizen und nicht einzeln. Eine einfache Wischgeste oder ein Panel bei langem Druck wäre ideal.

Simplenote ist schlank und vielseitig
Simplenote ist schlank und vielseitig

Eine zuverlässige Suche ist ebenfalls mit an Board. In den Einstellungen finden ihr nur wenige Optionen: Details der Notizen bzw. nur den Titel zeigen, Sortierreihenfolge und die Account-Informationen. Tags lassen sich übrigens leicht Umbenennen oder Löschen. Einige Nutzer beklagen, dass ihnen ein Widget fehlt und auch eine simple Checkliste. Mich persönlich stört das Fehlen beider Funktionen nicht, aber als sinnvoll erachte ich die Vorschläge schon. Beispielsweise könnte ich mir eine Markdown-Integration, wie in der Webversion, richtig gut vorstellen. Verglichen mit Hashnote kommt Simplenote mit seiner Version 1.0 eigentlich besser weg. Selbst ohne Widget überzeugt die App von vornherein. Ein Account ist nicht zwingend notwendig, um seine Notizen in Simplenote abzulegen. Die Anwendung ist kostenlos erhältlich und zudem werbefrei. Ich bin gespannt, wie sich das Tool weiterentwickelt. Selbst jetzt sagt mir Simplenote schon sehr zu und meine Notizen haben bereits den Weg dorthin gefunden.

Für die Zukunft plant Automattic eine Mac-Anwendung, einen Relaunch der Webversion und iOS-App. Für die Android-Entwickler bietet man die Simperium-Bibliothek an. Mit diesem Service lassen sich Daten auf verschiedenen Geräten abgleichen, egal ob iPhone, Galaxy S4 oder Webbrowser.


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Autor: Markus Werner (reraiseace) Twitterreraiseace, Google+reraiseace, Twittercb_werner
Ich bin Redaktionsvolontär bei der COMPUTER BILD in Hamburg, Fernstudent am Deutschen Journalistenkolleg und schreibe auf re{raise}ace privat über Webdesign und Programmierung. Seit 2015 schrieb ich auch regelmäßig für andere Medien.

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