Datenrettung unter Windows mit dem Gratis-Tool Recuva

Datenrettungs-Tools für Windows gibt es viele. Doch nur wenige heben sich von der grauen Masse ab. Recuva, von den Entwicklern des bekannten CCleaners, zeichnet sich durch seine einfache Handhabung und überragende Leistung aus. Mithilfe des kleinen Tools lassen sich fast alle gelöschten Daten wiederherstellen. Generell sollte man immer beachten: Eine Datei kann nur dann erfolgreich gerettet werden, wenn sie in einem guten Zustand vorliegt. Also wenn ihr versehentlich ein Textdokument löscht, danach weiter arbeitet und nach 2 Tagen versucht dieses eine Dokument wiederzubekommen, schaut es schlecht aus. Desto öfter Datenblöcke überschrieben werden, umso geringer ist die Chance auf eine heile Datei. Das Programm ist nicht in der Lage solche Wunder zu bewirken.

Recuva ist eure Rettung bei verloren geglaubten Daten

Das Tool steht sowohl als Windows-Installer als auch portable Version bereit. Ladet euch einfache eine der beiden Varianten herunter. Entpackt bzw. installiert es und führt Recuva anschließend aus. Sogleich erscheint der Assistent, der euch bei der Suche nach gelöschten Dateien helfen soll. Gebt zunächst den Dateityp an. Danach den letzten Speicherort und schlussendlich, ob ein Tiefenscan gemacht werden soll. Dieser dauert zwar länger, findet aber oftmals mehr. Für einen ersten Suchlauf würde ich immer erst den Schnelldurchlauf verwenden. Nur, wenn die Datei nicht dabei war, sollte ein Tiefenscan erfolgen. Das spart Zeit, denn die Schnellsuche benötigt nur wenige Sekunden bzw. Minuten. Nach dem durchgeführten Scan seht ihr mitunter eine lange Liste an Dateien. Nun heißt es suchen und finden. Zunächst aktiviert ihr die erweiterten Einstellungen und ruft sogleich die Programmeinstellungen auf.

mit Recuva schnell gelöschte Daten aufspüren
mit Recuva schnell gelöschte Daten aufspüren

Die Entwickler bieten wenige, aber verständliche, Optionen. Um die Nadel im Heuhaufen zu finden, steht im oberen Bereich ein Suchfilter zur Verfügung. Die Dateien lassen sich entsprechend sortieren. Also nach Zustand, in alphabetischer Reihenfolge oder dem letzten Speicherort. War die Suche erfolgreich, stellt ihr die Datei einfach an einen Ort eurer Wahl wieder her. Beachtet: Die Dateien am besten immer in einen anderen Ordner bzw. auf ein anderes Laufwerk wiederherstellen, um Datenverlusten vorzubeugen. Die Verzeichnisstruktur kann bei Bedarf ebenfalls rekonstruiert werden. Dazu müsst ihr nur in den Einstellungen bei “Ordnerstruktur wiederherstellen” ein Häkchen setzen. Recuva ermöglicht zusätzlich das Löschen der gefundenen Daten. Hierzu stellt ihr in den Optionen den Löschalgorithmus ein. Zur Wahl stehen 4 Löschmethoden — von einfach bis besonders sicher. Anschließend entfernt ihr die Dateien, anstatt sie zu retten.

Recuva ist einfach und verständlich aufgebaut
Recuva ist einfach und verständlich aufgebaut

Für den Otto Normalverbraucher ist das Tool eine der besten Lösungen. Recuva findet allerdings ausschließlich gängige Dateiformate. Ansonsten macht man als Anwender mit Recuva jedoch wenig falsch. Die Option, Dateien auch unwiderruflich zu löschen, finde ich in der heutigen Zeit äußerst brauchbar. Nicht das die NSA hinterher eure Urlaubsbilder hat, wenn ihr die Festplatte auf den Müll werft. Wie oft hat euch Recuva den Hals gerettet?


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Autor: Markus Werner (reraiseace) Twitterreraiseace, Google+reraiseace, Twittercb_werner
Ich bin Redaktionsvolontär bei der COMPUTER BILD in Hamburg, Fernstudent am Deutschen Journalistenkolleg und schreibe auf re{raise}ace privat über Webdesign und Programmierung. Seit 2015 schrieb ich auch regelmäßig für andere Medien.

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