Matrix Reality: Die heimlichen Regierungsführer

Angesichts der Forderung der britischen Regierung gegenüber der Zeitung “The Guardian” die Edward Snowden Unterlagen zu vernichten, keimt in mir eine Frage auf: Wer regiert uns eigentlich? Hier geht es doch nicht mehr um Politik. Angeblich steckt Premierminister David Cameron hinter dieser Intrige. Unsere freiheitliche Demokratie geht den Bach runter. Was bleibt, sind Geheimdienste, die sich ihrer Macht bewusst sind und uns den Terror dieser Welt aufzwingen. Mit raffinierten Methoden unterwandern sie ganze Regierungssysteme und setzen sich die Krone auf. Ihnen haben wir den ganzen Sicherheitswahn zu verdanken. Die Geheimdienste diktieren uns, was in der Welt, die wir glauben zu sehen, morgen passiert. Sie entscheiden, wann ein Krieg ausbricht oder ob Frieden herrscht. Mir scheint, als würden wir alle in der Matrix leben. Ist das was wir sehen, die Wirklichkeit? Welche der beiden Pillen schlucken wir?


Matrix – Rote oder blaue Pille?

Die Wahrheit ist oftmals unbequem, als auch schmerzhaft

Investigativer Journalismus ist Regierungen seit jeher ein Dorn im Auge. Sie decken auf, was so viele nicht sehen. Dank des Journalismus werden finstere Machenschaften ins Licht der Öffentlichkeit gezerrt. 2010 stieg das mediale Interesse an WikiLeaks drastisch an. Initiator Julian Assange wurde wenige Zeit später zu einem gesuchten Verbrecher. Die Enthüllungsplattform und die Geheimdienste erhalten ihre Macht durch brisante Informationen. Damit können sie die Welt von Morgen beeinflussen. Allerdings formt WikiLeaks nur mit der Veröffentlichung von bereits Geschehenem den Lauf der Dinge. Geheimdienste brauchen das nicht. Sie sitzen direkt an der Quelle und manipulieren den Zeitstrang. Beispielsweise hat die NSA eine Vielzahl an politischen Entscheidungen auf den Weg gebracht. Es gibt Organisationen, die für Volksaufstände sorgen. Geleitet werden sie im verborgenen durch Geheimdienste. Aus eben jenen Gründen schreit die Welt nach mehr Whistleblowern, wie Edward Snowden. Aber ist das auch wirklich notwendig? Das Spiel mit der Wahrheit kann äußerst gefährlich sein.

Top Secret (Quelle: Ding Yuin Shan, Liz. CC BY 2.0)
Top Secret (Quelle: Ding Yuin Shan, Liz. CC BY 2.0)

WikiLeaks hat es sich zur Aufgabe gemacht, alle Geheimnisse zu lüften. Das ist natürlich Quatsch, denn eine Welt ohne Geheimnisse wird es niemals geben. Genauso sollten manche Dinge geheim bleiben, da sie unter Umständen für unseren Schutz verantwortlich sind. Demnach ergibt sich jedoch ein Problem: Wer entscheidet darüber, was wir wissen dürfen? Geheimdienste, Enthüller und die Medien haben die Macht über sämtliche Informationen. Enthüllungen werden oftmals von einem bitteren Beigeschmack begleitet. Die Whistleblower begehen Regelverletzungen. Zwar gilt für sie der Informantenschutz, aber nur so lange, wie sie unerkannt bleiben. Am Fall Bradley Manning sieht man das recht gut. Seine Verurteilung ist teilweise sogar gerechtfertigt. Die Frage ist nur, für was wird er bestraft? Er wollte der Welt die Augen öffnen. Ihnen einen Einblick hinter die düsteren Kulissen des US-Militärs verschaffen. Trotzdem hat er geheime Dokumente einfach herausgegeben. Damit hat er ganz eindeutig Geheimhaltungsstufen verletzt. Als Whistleblower steckt man immer in der Zwickmühle, zwischen Gesetzesübertretung und der guten Tat.

Wie Beelzebub die digitale Festung der NSA zerstören will

Neben der Parallele zu Matrix kam mir auch Dan Browns Diabolus in den Sinn. In dem Buch geht es um den Supercomputer “TRANSLTR” der NSA, der jede x-beliebige Verschlüsselung knacken kann. Zudem hat er Zugriff auf sämtliche Daten, die über das Internet gesendet werden. Folglich kann er zum Beispiel auch E-Mails lesen. Eines Tages kommt ihm allerdings das Verschlüsselungsprogramm “Diabolus” unter. Entschlüsseln kann er es nicht. Doch hinter dem Programm verbirgt sich ein Computerwurm, der sämtliche Schutzmechanismen zerstören würde. Danach wären praktisch alle geheimen Informationen öffentlich. Dieses “fiktive” Szenario erinnert stark an die aktuelle NSA-Affäre. Nur die Programme, die uns überwachen sollen, heißen PRISM, Tempora und XKeyScore. Dan Brown zeigt in seinem Erstlingswerk sehr eindrucksvoll, zu was die NSA in der Lage ist. Bereits 1998 schrieb er darüber, was heute harte Realität zu sein scheint. Es kristallisieren sich zwei Ansichten heraus:

Strathmore, NSA, Susan: Der Zweck heiligt die Mittel. Die NSA ist durch ihre Aufgabe, den Staat zu schützen, befugt, jede verschickte Nachricht zu lesen und chiffrierte Nachrichten zu entschlüsseln. Durch den Vorteil, kriminelle Aktivitäten zu verhindern, ist der Verlust der Privatsphäre zu entschuldigen. Commander Strathmore kämpft für die Sicherheit des Landes, hat aber keinerlei Skrupel, für dieses Ziel Menschen zu hintergehen. (Quelle: Wikipedia)

Tankado, EFF, Greg: Die Privatsphäre des Menschen sollte unangetastet bleiben. Das Abfangen und Dechiffrieren von Nachrichten sollte wie das Abhören von Telefonaten nur per Gerichtsbeschluss möglich sein. Eine Regierung, die alle Nachrichten lesen kann, kann jegliche Opposition unterbinden. Der TRANSLTR, der die Entschlüsselung jeder Nachricht möglich macht, ist der Beginn des Überwachungsstaates, zumal Strathmore die Existenz dieses Computers geheim hält. Da die NSA ohne jegliche Beaufsichtigung handelt, hat sie die Möglichkeit zu willkürlichem Handeln. (Quelle: Wikipedia)

Passt wie die Faust aufs Auge. Denn genau darum dreht es sich aktuell. Edward Snowden hat das aufgedeckt, was Dan Brown bereits vor 15 Jahren schrieb. Den Büchern von Dan Brown sagt man ohnehin nach, dass sie oftmals eine wahre Geschichte erzählen. Spioniert die NSA vielleicht schon seit so langer Zeit das Internet aus und lässt uns nur glauben, dass sie viel zu wenig wüsste?

Die Realität ist eine grottenschlechte Leinwand-Satire

In Wahrheit läuft mehr ab, als wir erahnen könnten. Dahinter verbirgt sich ein Geflecht aus Betrug, Verrat, Lügen und eiskalter Taktik. Die Geheimdienste missbrauchen jeden Tag ihre Macht. Zum Teil tun sie dies sicherlich auch zum Schutz eines Landes. Andererseits aber genauso, um beispielsweise die politische Situation zu verbessern. Der Irakkrieg den George W. Bush anzettelte, kam nicht von ungefähr. Schaut euch das Land heute mal an. Es war zu jedem Zeitpunkt ein Sklave der USA. Erst versorgte man alle fleißig mit Waffen und dann macht man das Land dem Erdboden gleich, um es erneut zu unterjochen. Die Anti-Terror-Gesetze zum Schutz vor Terroristen sind genauso haarsträubend. Angeblich wurden unzählige Attentate vereitelt. Um Kriminalität jeglicher Art zu verhindern, ist eine totale Überwachung angebracht. Die Privatsphäre soll dabei vernachlässigt werden. Es geht doch um den Schutz aller und nicht eines Einzelnen. Genau, deshalb sind die Kriminalitätsraten immer noch so hoch!

Amtszimmer des US-Präsidenten (Quelle: rjmonts, Liz. CC BY-SA 2.0)
Amtszimmer des US-Präsidenten (Quelle: rjmonts, Liz. CC BY-SA 2.0)

Der Überwachungsstaat ist nicht auf dem Vormarsch, sondern ist schon lange anwesend. Er spinnt sein Netz immer feinmaschiger. Sehr viele von uns sitzen bereits in der Mitte und warten nur auf die Schwarze Witwe. Die Fadenspinner sind die Geheimdienste dieser Welt. Ich kann zwar rein gar nichts von dem beweisen, aber es obliegt dem gesunden Menschenverstand, hinter solche Sachverhalte blicken zu können. Literatur über Geheimdienste gibt es genug. Welche Pille würdet ihr schlucken? Willkommen in der …


Matrix Code

Die Helden unserer Zeit heißen weder Morpheus noch Neo, aber auch nicht Bradley Manning, Julian Assange und Edward Snowden. Sie sind lediglich Schachfiguren, die ein großes Spiel ins Rollen bringen.


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Autor: Markus Werner (reraiseace) Twitterreraiseace, Google+reraiseace, Twittercb_werner
Ich bin Redaktionsvolontär bei der COMPUTER BILD in Hamburg, Fernstudent am Deutschen Journalistenkolleg und schreibe auf re{raise}ace privat über Webdesign und Programmierung. Seit 2015 schrieb ich auch regelmäßig für andere Medien.

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