Mein neuer Begleiter: Das Huawei Ascend P1 im Test

Vor ein paar Wochen stellte ich euch das Sony Xperia L vor. Es konnte mich aufgrund der Kamera nicht überzeugen. Also ging die Suche weiter und so landete ich beim guten, mittlerweile alten, Huawei Ascend P1. Das Smartphone wird immer wieder gerne als direkte Alternative zum Samsung Galaxy S2 gehandelt. Genau das wollte ich nun herausfinden. Also flux bei Amazon ein gebrauchtes P1 bestellt und ein wenig getestet. Wenige Tage später habe ich es mir dann als Neugerät fest zugelegt. Auch wenn das Ascend P1 bereits ein bisschen älter ist, möchte ich euch einen Testbericht geben. Selbst 2013 gehört das Smartphone noch lange nicht zum alten Eisen. Es ist eines der wenigen Geräte in angemessener Größe, sowie mit brauchbarer Ausstattung. Das Flagschiff von vor einem Jahr ist jetzt ein sehr anständiges Mittelklasse-Smartphone zu einem fairen Preis.

Der Aufsteiger des vergangenen Jahres, auch 2013 gut

Das P1 ist recht flach, formschön im Design und auf der Rückseite leicht gummiert. Den Akku kann man nicht entnehmen und die Steckplätze für microSD- und SIM-Karte sind jeweils mit einer kleinen Klappe vor Staub geschützt. Der microUSB-Asnchluss ist am oberen Rand direkt neben dem Kopfhörereingang platziert. Die Kamera ragt etwas weit aus dem Smartphone heraus. Das wirkt anfangs ein wenig störend, später geht das aber. Am unteren Rand befindet sich eine zusätzliche Wölbung. Dadurch liegt das Gerät gut in der Hand. Es ist ein wenig länger als das Samsung Galaxy S2, allerdings schmaler, dünner und leichter. Größer darf es nicht sein, alles andere wäre dann nicht mehr kompakt. Hinter dem Lautsprecher sitzt die Status-LED. Das Super-AMOLED Display ist sehr hell und wird durch kratzfestes Gorilla Glass, der ersten Generation, geschützt.

Huawei Ascend P1 — gerade noch kompakt genug
Huawei Ascend P1 — gerade noch kompakt genug

Die Kamera habe ich mir wieder ganz genau angeschaut. Im Gegensatz zum Xperia L schießt das P1 bei guten Lichtverhältnissen brauchbare Fotos. Diese können sogar mit dem Samsung Galaxy S2 mithalten. Unter schlechten Lichtverhältnissen schwächelt aber selbst das Ascend P1. Da geht es allen Smartphones an den Kragen. Bei Verwendung einer anderen Kamera-Anwendung sieht man auf den Bildern eine deutliche Interpolierung. Mit der Stock-App hingegen nicht. Daher scheinen dort noch Filter am Werk zu sein. Das finde ich ein wenig schade. Jedoch kommt man recht gut mit der Standard-Kamera zurecht. Manchmal trifft der Autofokus nicht auf Anhieb oder die Bilder verwackeln minimal. Die Schnappschüsse wirken etwas sättigungsarm, aber realitätsnah.

Kameravergleich: Huawei Ascend P1 vs. Samsung Galaxy S2
Kameravergleich: Huawei Ascend P1 vs. Samsung Galaxy S2

Anfänglich hatte ich ein paar Schwierigkeiten mit dem RAM. Nach einem Neustart sind knapp 340MB frei. Beim S2 stehen rund 200MB mehr zur freien Verfügung. Da sollte Huawei noch mal schrauben. Trotzdem merkt man nur selten eine Verzögerung. Der Prozessor erfüllt zuverlässig seine Aufgaben. Die Akkulaufzeit ist gegenüber dem S2 relativ gleichwertig. Es hängt eben von der Nutzung ab. Dank dem 5.1 Dolby-Surround Sound klingt Musik schön satt.

Lieferumfang und die technischen Daten im Überblick

Das Huawei Ascend P1 ist in einer hübschen Box verpackt, ähnlich wie bei Apple und anderen Herstellern. Im Lieferumfang befinden sich neben dem Smartphone, noch ein USB-Kabel, ein Ladeadapter, ein Headset und die üblichen Bedienungsanleitungen.

Technische Daten:

  • Android 4.1.1 (Jelly Bean)
  • 1.5 GHz Cortex-A9 Dual-Core Prozessor
  • SGX 540 Grafikprozessor
  • 129 × 64,8 × 7,69 mm klein und 110 Gramm leicht
  • verfügbar in den Farben Schwarz, Weiß, Rot
  • 960 × 540 Pixel Displayauflösung, 4.3” Super-AMOLED, Gorilla Glass
  • 1GB RAM, 4GB ROM (2,3GB nutzbar) und microSD-Karten-Slot bis 32GB
  • 8MP Kamera, Doppel-LED-Fotoleuchte, Frontkamera mit 1,3MP
  • 1080p HD Videoaufnahme, HDMI-Anschluss
  • 2G, 3G, Bluetooth 3.0, Wi-Fi 802.11 b/g/n, WLAN-Hotspot
  • Status-LED versteckt hinter dem Lautsprecher, Hardwaretasten
  • 5.1 Surround Sound mit Dolby Mobile 3.0 Plus
  • 1800 mAh Akkukapazität und Energiesparmodus für längere Akkulaufzeiten

weitere technische Daten (Englisch)

Das Ascend P1 ist der Wegbereiter für Huaweis Emotion UI

Die Entwicklung der Emotion UI (kurz: EMUI) beruht auf dem Ascend P1. Es war das erste Huawei-Smartphone, welches diese neue Oberfläche erhielt. Anfänglich wurde es mit Android 4.0.3 ausgeliefert, bekam aber nun auch das Update auf Jelly Bean. Zwar nur Android 4.1.1, aber immerhin besser als nichts. Nach aller Voraussicht soll bald Android 4.2 für das P1 verfügbar sein. Nach dem Kauf habe ich mir direkt die B315 installiert. Sie wird auf der deutschen Huawei-Seite offiziell angeboten, ist allerdings noch im Beta-Status und bringt Jelly Bean mit. Für eine Beta-Version läuft sie extrem stabil. Ob einem EMUI nun zusagt oder nicht, ist wie so oft Geschmackssache. Die Einstellungen sehen optisch anders aus und erinnern kaum an Jelly Bean. Bis auf wenige Abänderungen hat Huawei das System weitestgehend so belassen. Die Statusleiste zeigt neben dem Akku-Symbol den Prozentwert an. Dieser kann nicht ohne Weiteres abgestellt werden.

Huawei Ascend P1: Homescreen, Einstellungen, Datei-Manager
Huawei Ascend P1: Homescreen, Einstellungen, Datei-Manager

Huawei hat sich, im Vergleich zu anderen Herstellern, mit zusätzlichen Apps etwas zurückgehalten. Dank EMUI könnt ihr aus verschienen Designs wählen oder ihr erstellt über die HiSuite ein neues Theme. Damit lassen sich Wallpaper, Klingeltöne, Symbole und noch einiges mehr anpassen. Zwingend ist dies nicht. Der Profilwähler gehört auch zu den neuen Features. Legt euch neue Profile an bzw. wechselt zwischen bereits existierenden. In der Benachrichtigungsleiste hat Huawei seine Schalter platziert. Ihr könnt aus verschiedenen Toggles wählen und sie sortieren. Beispielsweise lässt sich direkt über die Statusbar ein Screenshot machen. Ersatzweise funktioniert natürlich nach wie vor Leiser+Power. Der Lockscreen von Huawei lässt sich deaktivieren und bringt so den Stock-Sperrbildschirm zurück. Ansonsten läuft alles sehr flüssig. Das UKW-Radio wurde aus der B315 entfernt, soll aber wiederkommen. Zur Datensicherung kommt natürlich wieder Huaweis bekanntest Tool “All Backup” zum Einsatz.

Huawei Ascend P1: Designs, Profile + Schalter und "All Backup"
Huawei Ascend P1: Designs, Profile + Schalter und “All Backup”

Steht das Ascend P1 in direkter Konkurrenz zum Galaxy S2?

Ja und nein. Diese Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten. Beide Geräte haben ihre Stärken und gleichzeitig ihre Schwächen. Das Ascend P1 bietet mir aber ein paar Vorteile, die ich beim S2 vermisse. Beispielsweise ein relativ unverändertes Stock-Android oder die Status-LED. Vom Design her sagt mir das P1 mehr zu. Samsung wirkt in dem Punkt einfach nur langweilig auf mich. Huawei hingegen wagt auch mal etwas Neues. Die Kamera macht vergleichsweise gute Bilder. Im Alltag ist das P1 ein sehr zuverlässiger Begleiter. Selbst Rooten und ein Custom Recovery flashen geht recht einfach. Das werde ich euch in einem weiteren Artikel noch genauer erklären. Seit Mitte 2012 ist das Ascend P1 bei uns auf dem Markt und bis dato gibt es genügend Custom ROMs, die selbst heute aktiv weiterentwickelt werden.

Mein neuer Begleiter, das Huawei Ascend P1
Mein neuer Begleiter, das Huawei Ascend P1

Zusammenfassend kann ich sagen, dass das Huawei Ascend P1 nun ein sehr anständiges Mittelklasse-Smartphone ist und deutlich weniger als das Samsung Galaxy S2 kostet. Allerdings schaut es mit der Verfügbarkeit gerade ein bisschen kritisch aus. Deshalb schwankt der Preis zwischen rund 230 und 315 Euro. Huawei hat mittlerweile die meisten Babykrankheiten des P1 ausgemerzt. Wem die Kamera nicht so wichtig ist, aber NFC, der sollte sich das Sony Xperia L einmal näher anschauen. In meinem Augen ein wirklich gutes Smartphone im Bereich der Mittelklasse für rund 230 Euro. Ich bin mit dem P1 volllauf zufrieden. Auch wenn der Akku fest verbaut ist. Aber im Grunde hält ein Akku ein Smartphone-Leben von 2-3 Jahren durch. Vorausgesetzt man behandelt ihn halbwegs gut.


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Autor: Markus Werner (reraiseace) Twitterreraiseace, Google+reraiseace, Twittercb_werner
Ich bin Redaktionsvolontär bei der COMPUTER BILD in Hamburg, Fernstudent am Deutschen Journalistenkolleg und schreibe auf re{raise}ace privat über Webdesign und Programmierung. Seit 2015 schrieb ich auch regelmäßig für andere Medien.

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