Sony Xperia L - schickes Smartphone für die Mittelklasse

Mein Samsung Galaxy S2 kommt so langsam in die Jahre. Deshalb ist es an der Zeit, nach einem gleichwertigen bzw. brauchbaren Ersatz zu suchen. Aber ich möchte mir keines der 5-Zoll-Flagschiff-Bomber leisten. Nicht unbedingt alleine wegen dem höheren Preis, sondern vor allem aufgrund der Größe. Ein Smartphone muss für mich eben smart und nicht Telefonzellen-Like sein. Aber mit meinem S2 soll es trotzdem mithalten können. Mittlerweile kommen die Mittelklasse-Smartphones dorthin, wo letztes Jahr noch die High-End-Schiene war. Das Sony Xperia L weckte nach einigen positiven Testberichten mein Interesse. Also bestellte ich es mir einfach mal zum Ausprobieren. Es ist im Grunde ein recht gutes Gerät mit wenigen Schwächen. Aber dazu nun mehr im Detail.

Neuer stylisher Inhalt, in guter alter Sony-Verpackung

Das Xperia L wird in der typischen Pappschachtel von Sony geliefert. In dem Punkt sind Hersteller wie Apple, Samsung oder Huawei einfach besser. Aber es geht ja nicht so sehr um die Verpackung, sondern um das, was drinsteckt. Und da weiß Sony wirklich zu überzeugen. Das Xperia L ist minimal größer als das Galaxy S2, leicht gewölbt und die Rückseite ist gummiert. Damit liegt es gut in der Hand. Den Akkudeckel bekam ich anfangs nur schwer ab, aber mit ein wenig Übung geht das bald leichter. Das Smartphone wirkte auf mich sehr robust und stimmig im Design. Einzig der Power-Button ist ein wenig gewöhnungsbedürftig platziert. Direkt auf der rechten Seite, mittig und ragt leicht heraus. Dies kann im Alltag ein wenig störend sein, da man darauf achten muss, dass der Knopf nicht unabsichtlich betätigt wird. Zusätzlich scheint der Knopf nicht ganz fest zu sitzen. Am unteren Rand des Smartphones befindet sich die Status-LED. In meinen Augen ist sie formschön in das Design integriert und mutiert zum stylishen Blickfang.

Sony Xperia L, ein schickes Mittelklasse-Smartphone
Sony Xperia L, ein schickes Mittelklasse-Smartphone

Der microUSB-Anschluss versteckt sich auf der linken Seite und nicht wie gewohnt ganz unten. Das USB-Kabel sitzt nicht unbedingt fest am Gerät. Es wackelt leicht. Das liegt aber offenbar am Anschluss. Denn auch mit einem anderen Kabel war es genauso. Die 8MP Kamera ist die gravierendste Schwachstelle. Bis auf die Kamera hat Sony einen guten Job gemacht. Fotos mit dem Xperia L sind meist überbelichtet, neigen zu Bild- und Farbrauschen, weisen Detailverluste auf und bringen auch eine gewisse Unschärfe mit ins Spiel. Da war ich von Sony echt enttäuscht. Durch die Cyber-shot-Reihe brachten Sony und Ericsson damals richtig gute Kamera-Handys auf den Markt. Das kann man heute auf keinen Fall mehr vergleichen. Mit ein wenig experimentieren und einstellen, werden die Bilder zwar etwas besser, aber mehr als ein Schnappschuss ist nicht drin. Überragende Fotos lassen sich damit beim besten Willen nicht schießen. Das Fotolicht leuchtet nur sehr schwach aus.

Kameravergleich: Sony Xperia L vs. Samsung Galaxy S2
Kameravergleich: Sony Xperia L vs. Samsung Galaxy S2

Lieferumfang und die technischen Daten zum Xperia L

Im Lieferumgang findet sich neben dem Smartphone noch eine spezielle Displayfolie, der Akku, ein Ladeadapter, samt USB-Kabel, ein Headset, eine Schnellstartanleitung, SAR-Information, NFC-Tags und wie diese zu verwenden sind. Da kann man wirklich nicht meckern. Die Leistungsparameter des Sony Xperia L können sich auch sehen lassen.

Technische Daten:

  • Android 4.1.2 (Jelly Bean) mit Softwaretasten
  • 1 GHz Qualcomm MSM8230 Dual-Core Prozessor
  • Adreno 305 Grafikprozessor
  • 128.7 × 65 × 9.7 mm klein und 137 Gramm leicht
  • verfügbar in den Farben Schwarz, Weiß, Rot
  • 854×480 Pixel Displayauflösung, 4.3 Zoll, 16 Mio. Farben TFT kapazitiv
  • 1GB RAM, 8GB ROM (ca. 6GB nutzbar) und microSD-Karten-Slot bis 32GB
  • 8MP Kamera, LED-Fotoleuchte, Frontkamera mit VGA-Auflösung
  • 2G, 3G, NFC, Bluetooth 4.0, Wi-Fi 802.11 a/b/g/n, Wi-Fi Direct
  • Status-LED am unteren Rand für Benachrichtigungen
  • 1750 mAh Akkukapazität und STAMINA-Modus für längere Akkulaufzeit

weitere technische Daten

Ausgereifte Software mit einer scharfen Kante

Das Xperia L kommt mit Android 4.1.2 Jelly Bean und der Sony Oberfläche daher. Wir kennen das ja bereits von anderen Herstellern wie HTC oder Samsung. Ob einem die Sony UI gefällt oder nicht, ist Geschmackssache. Mir sagt sie nur bedingt zu. Das schlanke Holo-Design des Stock-Androids gefällt mir da schon besser. Aber gut. Die Bedienung unterscheidet sich kaum von anderen Smartphones. Das Display reagiert schnell und präzise auf Eingaben und das Android OS läuft auch schön flott. Ich konnte kein ruckeln oder hacken feststellen. Sony bringt eine Vielzahl an eigenen Anwendungen mit, wie beispielsweise den Walkman, eine Backup-Lösung, Galerie, veränderte Kamera und einen aufgepimpten Wecker. Die Backup-App ist natürlich nur für Sony-Geräte gedacht. Mittels Helium bekommt man aber auf fast allen Androiden seit ICS die App-Daten wiederhergestellt, bzw. der Google Account bietet das nun auch an.

Sony UI, Sony Lockscreen, Sony Walkman und Galerie
Sony UI, Sony Lockscreen, Sony Walkman und Galerie

Dank des STAMINA-Modus soll der Akku auch wesentlich länger durchhalten. Screenshots lassen sich über das Popup-Menü erstellen. Drück dazu einfach länger auf den Power-Knopf. Das gefällt mir persönlich sehr gut, da man sich nicht immer die Finger verrenken muss. Auch Sony hat den Hardwaretasten den Kampf angesagt und die untere Reihe durch Softwarebuttons ersetzt. Eigentlich merkt man das bei der Nutzung kaum. Mit Musik kennt sich Sony aber immer noch gut aus. Das beweist auch der Walkman samt Musikwiedergabe. Diese war angenehm laut und voluminös im Klang. Der zweite Kritikpunkt neben der schlechten Kamera ist der gesperrte Bootloader. Auch wenn das Xperia L im Prinzip ohne Root auskommt, ist es doch störend. Sony bietet nur die Möglichkeit den Bootloader zu entsperren, dafür aber die Garantie aufzugeben. Wollt ihr das nicht machen, könnt ihr das Smartphone zwar trotzdem rooten, jedoch ist der System-Ordner nicht beschreibbar. Nur mit der Freischaltung ist das möglich.

Anrufliste, Wecker, STAMINA-Modus und Systeminformation
Anrufliste, Wecker, STAMINA-Modus und Systeminformation

So muss ein Mittelklasse-Smartphone sein — fast!

Zusammenfassend kann ich sagen, dass das Sony Xperia L ein schönes und stylishes Smartphone ist. Die Android-Version ist zwar nicht ganz auf dem neusten Stand, ist aber verschmerzbar. Schweren Herzens habe ich es wieder zurückgeschickt. Die miserable Bildqualität der Kamera war der ausschlaggebende Grund. Die schlechte Kamera scheint ein generelles Problem von fast allen Sony-Geräten zu sein. Ich hoffe das sich daran noch etwas ändern wird. Mit allen anderen Kritikpunkten hätte ich leben können. Aber mein Smartphone dient mir als Digitalkamera-Ersatz, um mal eben einen schönen Schnappschuss zu machen. Wenn ich dann erst mal die Kamera einstellen muss, damit ich überhaupt ein ansatzweise brauchbares Bild bekomme oder es so wieso verrauscht und unscharf wird, dann habe ich nichts gekonnt.

Sollte euch die Kamera nicht so viel bedeuten wie mir, dann bekommt ihr für derzeit ca. 250 Euro ein recht ordentliches Mittelklasse-Smartphone. Obendrein auch mit NFC. Diese Funktion ist in dieser Kategorie noch nicht so häufig vertreten und die Geräte fallen meist größer aus. Also bis auf die Kamera ist das Sony Xperia L eine wirkliche Empfehlung.


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Autor: Markus Werner (reraiseace) Twitterreraiseace, Google+reraiseace, Twittercb_werner
Ich bin Redaktionsvolontär bei der COMPUTER BILD in Hamburg, Fernstudent am Deutschen Journalistenkolleg und schreibe auf re{raise}ace privat über Webdesign und Programmierung. Seit 2015 schrieb ich auch regelmäßig für andere Medien.

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