Der Ausweg aus dem Adblock Plus Dilemma - so gehts!

Sascha Pallenberg hat die Adblocker-Szene seit gestern ordentlich aufgemischt. Mit seinem Bericht über die fiese Mafia hinter dem Adblock Plus sorgte er für mächtig viel Aufsehen. Er versucht die feine Lobby, der beliebten Browser-Extension, ins Licht zu zerren. Denn die sind nach seiner Auffassung alles andere als Gutmenschen. So wirft er ihnen vor, dass sie mithilfe ihres Werbeblockers ein eigenes Werbenetzwerk betreiben. Dadurch würden sie die Konkurrenz ausklammern, abwerten und sich selbst bevorzugen. Adblock Plus Geschäftsführer Till Faida bezog auf t3n.de dazu Stellung. Für mich klingt das aber im Gegensatz zu Saschas Anschuldigungen wenig überzeugend. Sollte sich hinter der Funktion “Acceptable Ads” wirklich eine manipulierte Whitelist verbergen, dann verdient die Eyeo GmbH, keinerlei Unterstützung mehr. Den ganzen Artikel könnt ihr auf mobilegeeks nachlesen. Wie kommt der Anwender nun aus dem Zielkonflikt heil raus?

Werbeblocker-Ersatz für Chrome, Firefox, Opera, Safari und IE

Das Leichteste für alle Nutzer von Adblock Plus dürfte es sein, einfach den Haken bei “einige nicht aufdringliche Werbung zulassen” in den Filtereinstellungen zu entfernen. Trotzdem bietet sich der Blick über den Tellerrand an. Die Browser-Erweiterung ist die bekannteste, die es für Firefox überhaupt gibt. Da ist es natürlich schwer, eine wirkliche Alternative aufzugabeln. Jedoch finden sich unter den Mozilla Add-ons genau zwei Abkömmlinge. Da wäre einmal — Adblock Lite, welches auf Adblock Plus 1.3.10 basiert und zum anderen Adblock Edge (basierend auf Adblock Plus 2.1.2). Beide besitzen das Feature für “akzeptierte Werbung” nicht. Adblock Edge ist meiner Meinung nach die bessere Option für Adblock Plus Umsteiger, da ihr unkompliziert eure Filter etc. exportieren und in Edge wieder importieren könnt. Ihr braucht zusätzliche Adblock Plus Erweiterungen nicht zu entfernen. Diese lassen sich weiterhin verwenden.

AdBlock für Google Chrome, Apple Safari und Opera
AdBlock für Google Chrome, Apple Safari und Opera

Bei Chrome, Safari und Opera ist die Auswahl auch recht überschaubar. Für alle drei bietet sich die Erweiterung AdBlock an. Auch wenn das Plugin auf den ersten Blick nicht so komfortabel wirkt, steht es Adblock Plus in nichts nach. Den armen Teufeln, die den Internet Explorer verwenden, kann nur bedingt geholfen werden. Nach einer kleinen Recherche im Internet (mit Werbeblocker, versteht sich) konnte ich nur einige Projekte finden, die allerdings nach 30 Tagen kostenpflichtig werden bzw. nur eingeschränkt nutzbar sind. Natürlich könnte man via Hosts-Datei viele Werbenetzwerke blockieren. Aber das ist kein wirklich schöner Weg. Adblock Plus gibt es seit kurzem auch für den Internet Explorer. Aber aufgrund der Vorwürfe dürfte es sehr fraglich sein, ob die Entwicklung daran fortgesetzt wird und auch in welchem zeitlichen Rahmen.

Werbung blocken ist okay, aber mach dir deine eigene Whitelist

Ich vertrete nach wie vor die Meinung, dass Werbeblocker sinnvoll sind. Denn sie schützen uns beispielsweise vor Augenkrebs, ekelerregenden Viren und trojanischen Pferden. Hinzu kommen dann noch Kriterien, die der Seitenperformance dienen. Eine Webseite, die mit Werbung bepflastert ist, lädt auch verdammt lange. Diese Zeit kann man sich sparen, indem die unnötigen Anzeigen einfach ausgeblendet werden. In meinem Artikel “Sind Webseitenbetreiber selbst schuld an Adblockern?” bin ich bereits auf diese Thematik eingegangen. Deshalb möchte ich das hier nicht noch mal aufwärmen. Will man eine Webseite unterstützen und kann die dort angezeigte Werbung akzeptieren, dann setzt man diese Seite auf die eigene Whitelist. Im Grunde ist es auch besser, zunächst alles zu blockieren und nach eigenem Ermessen zu entscheiden. Stellt euch einfach mal vor, ihr geht in einen Zeitungsladen. Gleich am Eingang kommen FAZ, Bild, und wie sie nicht alle heißen auf euch zu, und wollen, dass ihr wirklich alle diese Zeitungen lest. Wer fühlt sich jetzt nicht überfordert?

FAZ.net mit animierter Werbung ohne Ende — nicht nervig oder?
FAZ.net mit animierter Werbung ohne Ende — nicht nervig oder?

Mit Werbung ist es nicht anderes. Jeden Tag strömen so viele Einflüsse, darunter auch ganz viel Werbung, auf uns ein. Das erschwert es uns, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren. Beim Lesen eines Artikels kann auch schon mal der blinkende “Samsung Galaxy S4”-Banner nerven. Zack, ausgeblendet! Schon kann entspannt weitergelesen werden. Daher sollte es die freie Entscheidung des Lesers sein, ob er Anzeigen akzeptiert und auch in welchem Umfang. Daher fand ich auch diese neue Funktion der “akzeptierten Werbung” im Adblock Plus nie sinnvoll. Ob damit nun abkassiert wird oder nicht, vermag ich nicht konkret zu sagen. Es sieht aber stark danach aus. Diese Option zeigt auf jeden Fall eins, das eine Blacklist sinnvoll ist, eine vordiktierte Whitelist hingegen nicht. Jeder hat eine andere Auffassung davon, welche Werbung er aufdringlich findet und welche in Ordnung ist. Außer es handelt sich um blinki blitzi Pop-up Fenster. Die finden wir alle nervig!


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Autor: Markus Werner (reraiseace) Twitterreraiseace, Google+reraiseace, Twittercb_werner
Ich bin Redaktionsvolontär bei der COMPUTER BILD in Hamburg, Fernstudent am Deutschen Journalistenkolleg und schreibe auf re{raise}ace privat über Webdesign und Programmierung. Seit 2015 schrieb ich auch regelmäßig für andere Medien.

3 Kommentare

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  1. Kommentar von Rheinlaender · · #

    AdBlock Plus ist alles andere, als ein effektiver Werbeunterdrücker. in meinem Blog wird mit Grundeinstellung dieses AddOns selbst die harmlose Suchmaske einer alternativen Suchmaschine herausgefiltert, das im Grunde genommen auch im No Script Modus funktioniert;-) das Widget WP AD Image, das auch ohne Bannercode eingesetzt werden kann und nur die verweisende URL enthält, wird ebenso nicht mehr angezeigt.

    Zum Anderen lässt AdBlock Plus auf einigen Websites tatsächlich nervige Layer durch!

    der Vorwurf einer Wettbewerbsverzerrung ist nicht mehr von der Hand zu weisen, gerade kleinere Webmaster sind von der Refinanzierung durch nicht aufdringliche Werbung ihrer Websites durch den imho massenhaften Einsatz von AdBlock Plus ausgeschlossen!

    Hier müsste die Kartellbehoerde eingreifen!

    Gruss, Rheinlaender.

  2. Kommentar von Zeddy · · #

    @Rheinlaender
    Ich nutze ausschließlich Adblock Edge in Verbindung mit Adblock Plus Popup Blocker. und lasse auf Seiten seriösen Seiten die nicht Unmengen an Werbung auf ihre User zufluten ihre Werbung anzeigen, zumindest auf solchen auf denen ich öfter unterwegs bin und die sich auch um Sicherheitsaspekte betreffs ihrer Werbebanner kümmern. ;)

  3. Kommentar von SEO Profi · · #

    Liebe Gemeinde,

    sicherlich ist das Thema ABP ein extrem nerviges. Auch ich finde es nicht schön und auch ich habe Umsatzeinbußen von 30 Prozent. Da ist aber wirklich die Kreativität des einzelnen gefragt. Es gibt mit Sicherheit ein halbes Dutzend Möglichkeiten seine Seite oder seinen Blog so umzugestalten, das Werbung trotzdem angezeigt wird auch wenn der Nutzer ABP benutzt. Schaut euch die Varianten im Netz an, wenn Ihr danach Googelt werdet Ihr schnell fündig. Weiterhin denke ich das die großen Seiten wie Bilde.de die Vorreiter für andere Seiten sind und sich die Nutzung von ABP schnell wieder legen wird.

    Alles Gute wünscht Daniel