Google-Tastatur im Play Store nur für die Nexus-Reihe?

Vor rund drei Wochen landete Googles Android-Tastatur offiziell im Play Store. Damit sollten eigentlich alle, die kein Stock Android verwenden oder noch nicht mal über Android 4.2.2 verfügen, in den Genuss kommen, die neue Tastatur benutzen zu können. Pustekuchen! Nicht in Deutschland, denn da ist die App vorwiegend nur für die Nexus-Geräte zugänglich. Die Tastatur sollte laut Google-Angaben erst später hierzulande für andere Geräte verfügbar sein. Dumm nur, dass bereits 26 Sprachen, darunter auch Deutsch, unterstützt werden. Auf meinem Samsung Galaxy S2 und meinem Huawei Honour läuft die Jelly Bean Tastatur einwandfrei. Deshalb ist der Ärger, auch meinerseits, recht groß. Wieso macht Google das? Wie kommt man jetzt auf legalem Wege an die Anwendung? Was bringt sie Neues?

Ohne XDA Developers wär die Android-Welt verloren

Wie so oft findet sich die Lösung unseres Problems im XDA Forum. Dort gibt es die APK-Datei als Download. Immerhin kann man davon ausgehen, dass sich dort wahrscheinlich keine Schadsoftware verbirgt. Ich rate aber trotzdem dazu, die App vorher mit VirusTotal zu prüfen. Sicher ist sicher. Das Update vom 21.06. muss man erst im Thema suchen, ist aber nicht schwer. Alternativ gibt es die App auch auf Android-Hilfe. Also herunterladen, auf Viren prüfen und dann auf euer Smartphone oder Tablet verfrachten. Anschließend müsst ihr in den Systemeinstellungen das Installieren aus “Unbekannten Quellen” aktivieren. Andernfalls könnt ihr die Tastatur nicht aufspielen und bekommt einen entsprechenden Hinweis. So weit so schön. Nach erfolgreicher Installation aktiviert ihr die Tastatur in “Sprache und Eingabe” und legt sie als Standard fest. Wenn eine Aktualisierung erscheint, müsstet ihr wieder genauso vorgehen und die neue Version drüberbügeln.

Diese App ist mit keinem Ihrer Geräte kompatibel.
Diese App ist mit keinem Ihrer Geräte kompatibel.

Außer Google kommt mal auf die Idee, die Anwendung auch in Deutschland für alle Geräte mit mindestens Ice Cream Sandwich freizugeben. Mir ist unverständlich, wieso das noch nicht passiert ist. Schließlich gibt Google selbst in der App-Beschreibung Folgendes an: “Wörterbuch für 26 Sprachen” und “Funktioniert auf allen Ihren Android-Geräten (Telefonen und Tablets)”. Da fragt man sich dann doch — was stimmt denn nun? Strebt Google das an oder ist es bereits umgesetzt? Eigentlich ist es geschehen, nur der Google Play Store verweigert den Download.

Gesture Typing: Endlich swypen, touchen und wischen

Ein wirkliches Highlight der “neuen” Google-Tastatur ist das sogenannte “Gesture Typing”, sprich ähnlich wie bei Swype oder TouchPal wischt ihr die Worte, anstatt sie einzutippen. Das ist recht praktisch. So kann man schneller tippseln und wenn man es nicht so mag, stellt man das Feature in den Einstellungen aus. Obendrein beherrscht die Tastatur auch multiples Wischen, fast wie beim Keymonk Keyboard. Die Buchstaben müssen aber der Reihe nach angesteuert werden. Sonst kommt nur Kauderwelsch bei raus. Darüber hinaus gibt es eine verbesserte Vervollständigung und Erkennung für das nächste Wort. Wem das zu viel Eingriff in sein Schreibverhalten ist, der schaltet es in den Optionen ab. Via Spracheingabe könnt ihr eurem Androiden nun auch alles fleißig diktieren.


Google Keyboard App Review!

Im Grunde war ich mit der Android Standard-Tastatur schon immer recht zufrieden. Sie wirkt schön schlicht und funktioniert einfach nur, wie sie soll. Die Worterkennung ist super und sie lässt sich auch gut konfigurieren. Mit dem Update erhält sie endlich das Missing-Feature. Nun kann sie mit Swype und Co. angemessen mithalten. Es wäre wirklich sehr nett, wenn Google seine Tastatur auch endlich in Deutschland allen Geräten zur freien Verfügung stellen würde. Denn ich konnte nach knapp 3 Wochen Nutzungsdauer keine groben Fehler entdecken. Habt ihr die Google-Tastatur bei euch im Einsatz? Ärgert ihr euch genauso wie ich? Dann schreibt mir eure Meinung.


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Autor: Markus Werner (reraiseace) Twitterreraiseace, Google+reraiseace, Twittercb_werner
Ich bin Redaktionsvolontär bei der COMPUTER BILD in Hamburg, Fernstudent am Deutschen Journalistenkolleg und schreibe auf re{raise}ace privat über Webdesign und Programmierung. Seit 2015 schrieb ich auch regelmäßig für andere Medien.

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