Apps mit virtuellem Android auf den PC herunterladen

Der eine oder andere scheut sich sicherlich, auf seinem Smartphone einen Google-Account einzurichten. Deshalb fallen dann meist auch App-Updates flach und so stehen nur alternative Märkte zur Verfügung. Die Auswahl ist nicht besonders üppig und manche Anwendungen findet man nur im Play Store. Doch dieses Problem kann man mit einer virtuellen Maschine lösen. Zwar eignet sich das eher mehr für erfahrene Nutzer, aber ich dachte mir, versuch mal eine Anleitung zu erstellen, die fast jeder versteht. So schwer ist es schließlich auch nicht, wenn das Tutorial stimmt. Daher sollte die Realisierung für jedermann machbar sein. Wem es dennoch zu hoch ist, dem empfehle ich die Markt-Alternative 1mobile. Setzen wir uns also ein virtuelles Android auf.

Mit VirtualBox und AndroVM kommt Jelly Bean auf den PC

Zunächst laden wir uns VirtualBox herunter und führen die EXE-Datei aus. Bei der Installation reicht die angebotene Konfiguration aus. Beachten sollte man, das beim Einrichten sämtliche Netzwerkverbindungen kurz getrennt werden. Nach Beendigung des Installationsvorgangs startet ihr VirtualBox auch gleich. Nun downloadet ihr euch von der AndroVM Webseite das letzte aktuelle “vbox86p version with gapps & houdini & flash” OVA-File. Diese Version besitzt bereits die Google Apps und ist für Smartphone-Auflösung ausgelegt. Wenn die Datei fertig heruntergeladen wurde, öffnet ihr sie in VirtualBox über “Datei ⇒ Appliance importieren (Strg+I)”, “Appliance öffnen”, danach die OVA anwählen, auf “weiter” drücken und schlussendlich “importieren”. Dann dauert es ein bisschen.

Netzwerkbrücke in VirtualBox einstellen
Netzwerkbrücke in VirtualBox einstellen

Nun starten wir unser virtuelles Android aber nicht sofort, sondern stellen vorher noch etwas ein. Klickt die virtuelle Maschine mit der rechten Maustaste an und wählt “Ändern… (Strg+S)” aus. Geht anschließend auf “Netzwerk” und auf “Adapter 2”. Wechselt von NAT auf “Netzwerkbrücke”. Stellt beim ersten Ausführen sicher, dass euer virtuelles Android im Router auch eine IP zugewiesen bekommt, sonst klappt es mit dem Internet nicht und ihr müsst wieder auf NAT wechseln. Ihr kommt später trotzdem an eure Apps, aber auf einem nicht ganz so komfortablen Wege. Das erkläre ich aber gleich im nächsten Abschnitt. Bestätigt eure Änderung noch mit “OK” und startet nun die VM.

Android vorbereiten und einrichten

Beim ersten Start von AndroVM werden genau die gleichen Dinge abgefragt wie beim richtigen Einrichten auf einem Smartphone. Daher könnt ihr schnurstracks einen Google-Account anlegen oder einen Bestehenden verwenden. Dann kann es auch prompt weiter gehen. Öffnet den Google Play Store und bestätigt die Anfragen. Sucht nach App Backup & Restore und installiert es. Dasselbe macht ihr auch noch mal mit AirDroid. Ladet euch jetzt die Apps herunter die ihr gern auf eurem Smartphone haben wollt und sichert anschließend die APK-Dateien mit App Backup & Restore. Startet AirDroid und ruft die untere URL, samt Portangabe, auf (http://192.168.x.x:8888). Ihr solltet nun in eurem Webbrowser Zugriff auf das virtuelle Android haben.

AndroVM Home und AirDroid
AndroVM Home und AirDroid

Öffnet im AirDroid-Browser-Tab “Files” und wechselt in den Ordner “App_Backup_Restore”. Dort lagern eure APK-Dateien. Markiert alle und exportiert diese als Zip via rechtem Mausklick. Ihr könnt mit AirDroid auf das komplette Dateisystem zugreifen und damit alles schön verwalten. Was machen jetzt die Personen, bei denen keine Verbindung zustande kommt? AirDroid funktioniert so nicht, da die VM und der Computer in 99 Prozent aller Fälle nicht im selben Netzwerk liegen. Da gibt es nur die Option sich einen Cloudspeicherdienst zu suchen und es dort von der virtuellen Maschine hochzuladen und anschließend wieder auf den PC herunterladen.

AndroVM bringt sehr viel mehr Potential mit

AndroVM ist mit Android 4.1.1 Jelly Bean ausgestattet. So kommt man an die meisten Apps heran. Zusätzlich ist das System bereits gerootet, daher ergeben sich mit erweiterten Rechten viele tolle weitere Möglichkeiten, als nur mal ein paar Anwendungen laden. Dieses Projekt ist das Erste, was neben Bluestacks auch recht rund läuft. Die VM wird allerdings mit der Zeit mehrere Gigabyte groß. Das ist aber ein Fehler, der auf das VMDK-Format zurückzuführen ist. Dieses kennt das Wort “Defragmentierung” einfach nicht. Da hilft nur, es von Zeit zu Zeit neu aufzusetzen, falls es einem zu voluminös wird. Ansonsten gibts an AndroVM nichts auszusetzen.


AndroVM – Jelly Bean in der VM testen (Patrick Meyhöfer)

Mit diesem Howto kommt ihr an aktuelle App-Updates und das ohne Gefahr zu laufen, euch irgendwelcher illegalen Quellen bedienen zu müssen. Direkt aus dem Google Play Store. Ohne eure privaten Daten und eure Identität zu gefährden. So solls sein. Ich hoffe meine Anleitung ist für die meisten Menschen verständlich genug erklärt. Sollten noch Fragen offen sein, dann lasst es mich in den Kommentaren wissen.


Avatar von reraiseace
Autor: Markus Werner (reraiseace) Twitterreraiseace, Google+reraiseace, Twittercb_werner
Ich bin Redaktionsvolontär bei der COMPUTER BILD in Hamburg, Fernstudent am Deutschen Journalistenkolleg und schreibe auf re{raise}ace privat über Webdesign und Programmierung. Seit 2015 schrieb ich auch regelmäßig für andere Medien.

3 Kommentare

Du kannst diesen Artikel nicht mehr kommentieren.

  1. Kommentar von tom · · #

    vielen dank!
    hat ganz toll geklappt. perfekt dokumentiert.

  2. Kommentar von hendrik · · #

    Viele dank ersteinmal für die Anleitung hat alles mehr oder weniger ohne probleme geklappt;)

    meine Frage nun bei mir fehlen die unteren drei tasten, sodass ich nicht ins vorherige menü zurücknavigieren kann :/

  3. Kommentar von reraiseace · · #

    Bitte, bitte. Kein Problem. Schau mal in der App “androVM Configuration”. Bei “Force StatusBar” einen Haken setzen und die Änderung speichern. Anschließend die VM rebooten und dann sollte die Navigationsleiste erscheinen.