Brosix - ein sicherer Instant und VoIP Messenger

In einem meiner früheren Artikel erklärte ich kurz, dass ich Skype kein Vertrauen mehr schenke. An dieser Haltung hat sich bis heute nichts geändert. Aber ich war trotz dem Wechsel auf TeamSpeak³ weiter auf der Suche nach einer Alternative zu Microsofts VoIP-Client. Mit dem TS³ ist das auch so eine Sache. Bei Nutzern mit langsamem Internet kommt es zu derben Übertragungsverlusten. Vor Kurzem bin ich auf den Instant und VoIP Messenger Brosix gestoßen. Kanntet ihr noch gar nicht? Ich auch nicht. Eigentlich wird die Software vorrangig für Unternehmen entwickelt. Für Privatanwender jedoch kostenlos. Brosix soll für eine sichere Kommunikation sorgen. Im Internet gibt es nur an wenigen Ecken Erfahrungen von Nutzern dazu. Und dabei ist das etwas unverständlich. Immerhin wurde Brosix vier Mal in Folge zum besten IM von about.com gewählt.

Hohe Sicherheit durch 256-Bit AES Verschlüsselung

Alles was man in Brosix macht wird über AES-256 verschlüsselt. Dieses Verfahren wird beispielsweise auch bei staatlichen Dokumenten mit höchster Geheimhaltungsstufe der US-Regierung eingesetzt. Der Hauptsitz von Brosix ist in Bulgarien und folglich gelten die Datenschutzrichtlinien der Europäischen Union. Das ist sehr erfreulich, denn oftmals sitzen die Unternehmen in den USA. Dort wird Datenschutz nicht so groß geschrieben, wie hierzulande. Zusätzlich versichert Brosix, das persönliche Daten nicht weitergegeben oder weiterverwendet werden. Das Unternehmen verspricht eine sichere, private und zugleich verschlüsselte Kommunikation. Unter den Kunden befinden sich zum Beispiel IBM, Xerox, Toyota und einige weitere. Diese umfangreiche Liste unterstreicht die Sicherheit des VoIP-Clients zusätzlich.


Brosix Instant Messenger is a great tool for business communication.

Für ca. 2 US-Dollar können sich Unternehmen oder auch Privatpersonen ein eigenes Netzwerk anlegen. Je nach Preismodell werden pro Monat 1,70-2,10 Dollar für jeden Nutzer fällig. Der Preis ist wirklich sehr fair und kostengünstig. Das verdeutlicht, das sichere Kommunikation über das Internet nicht unbedingt teuer sein muss. Normal reicht aber bereits die kostenlose Variante für persönliche Zwecke vollkommen aus. Brosix verzichtet gänzlich auf Werbung. Das betrifft sowohl die kostenfreie Version, als auch die Enterprise Edition. Werbung ist bekanntlich nicht nur nervig, sondern kann ebenso zum Sicherheitsrisiko werden.

Features ohne Ende, eine wirkliche Skype Alternative

Der Funktionsumfang von Brosix ist verglichen mit Skype wirklich sehr ordentlich. Neben besagter Verschlüsselung können Textnachrichten wie in ICQ versendet werden. Der Client kann Voice- und Video-Chats in gewohnter Skype-Manier organisieren. Darüber hinaus kann Brosix auch Dateien versenden, so wie Screenshots teilen. Das Programm bietet obendrein einige Teamfunktionen, wie Co-Browse, ein Whiteboard, Konferenzschaltungen und eine Remote Desktop-Anbindung. Zusätzlich versteht Brosix sogar andere Messanger-Protokolle. Daher lassen sich folglich Accounts von ICQ, Windows Live Messanger, AIM, Yahoo Messanger, Google Talk (jetzt Hangouts), Facebook-Chat und Jabber nutzen. Aber man kann nur jeweils einen Account pro Netzwerk verwenden und die Features diesbezüglich sind sehr rudimentär. Verbinden und schreiben geht, aber Einstellen kann man nichts. Als Multi-Messanger nicht wirklich geeignet.


Install Brosix for Windows – Video Tutorials

Die anderen Leistungsanforderungen erfüllt Brosix aber anstandslos. In den Anwendungseinstellungen können neben Themes noch weitere Personalisierungen vorgenommen werden. Im Prinzip, wie in jedem Instant Messanger auch. Den Client gibt es für folgende Plattformen:

In den mobilen Versionen und dem Webclient sind nur Textnachrichten möglich. Voice over IP oder Videokonferenzen stehen dort nicht zur Verfügung. Diese Funktionen sind den Desktop-Programmen vorbehalten. Auf der Webseite von Brosix findet sich noch ein interessanter Vergleich mit Skype, Campfire, Microsoft Lync, AIM/Yahoo Messanger, so wie Lotus Sametime.

Kein Skype mehr — die Zukunft gehört allein Brosix

Brosix ist wirklich eine absolut gelungene Skype Alternative. In meinen Augen die Beste, die ich aktuell auftreiben konnte. Gespräche lassen sich sehr entspannt über die Anwendung tätigen. Ein halbwegs schnelles Internet ist allerdings eine Grundvoraussetzung für VoIP bzw. Videotelefonie. Ansonsten kommt es zu Verzögerungen. Das kann man dem Client aber nicht zum Vorwurf machen. Optisch ist Brosix nicht unbedingt ein Hingucker. Hässlich finde ich ihn nicht, aber auch nicht sonderlich hübsch. Aber es geht ja auch weniger ums Aussehen, sondern um die Funktionen. Diese konnten mich auf jeden Fall überzeugen. Bis auf ein Videotelefonat habe ich alle Features getestet und es funktionierte alles unproblematisch.

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Nun muss ich mir auch deutlich weniger Gedanken darum machen, von einem Unternehmen ausspioniert zu werden. Selbst wenn Microsoft es bis dato nicht bestätigt hat, ob sie Skype-Nutzer überwachen, steht der Vorwurf weiterhin im Raum. Daher möchte ich nicht darauf warten, dass dieses Gerücht Realität wird. Aus diesen Gründen kann ich nur dazu raten: Sucht euch eine Alternative wie Brosix und quatscht entspannter über das Internet. Habt ihr bereits Erfahrungen mit Brosix gesammelt? Dann schreibt mir eure Meinung in die Kommentare.


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Autor: Markus Werner (reraiseace) Twitterreraiseace, Google+reraiseace, Twittercb_werner
Ich bin Redaktionsvolontär bei der COMPUTER BILD in Hamburg, Fernstudent am Deutschen Journalistenkolleg und schreibe auf re{raise}ace privat über Webdesign und Programmierung. Seit 2015 schrieb ich auch regelmäßig für andere Medien.

2 Kommentare

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  1. Kommentar von StefanR · · #

    Vielen Dank für den Artikel. Ich finde es gut, Skype durch eine sichere Variante abzulösen.

    Daher habe ich Brosix gleich mal am Mac ausprobiert und war froh, dass ich LittleSnitch installiert habe. Brosix will nämlich die Anmeldedaten über Port 80 an seinen “secure.brosix.com” Server übermitteln. Normalerweise wird für eine verschlüsselte Verbindung der Port 443 verwendet.

    Da ich davon ausgehe, dass die Daten demnach unverschlüsselt über das Netz übertragen werden, werde ich zumindest für den Moment Brosix noch nicht verwenden.

    Schade.

  2. Kommentar von reraiseace · · #

    Ich hab mir das jetzt eben Selbst angesehen. Ich gebe dir recht, das zunächst der Port 80 angesprochen wird. Rufst du aber die Seite secure.brosix.com auf, landest du auf folgender Seite: https://secure.brosix.com/net/login/Default.aspx Demnach findet sehr wohl eine SSL-Verschlüsselung statt. Wenn du dich angemeldest, siehst du auch den entsprechenden Port 443. Du kannst eher davon ausgehen, dass beispielsweise die Update-Prüfung nicht über SSL erfolgt. Muss sie schließlich auch nicht.

    Nur weil eine Anfrage über den Port 80 läuft, bedeutet das noch lange nicht, das daraufhin alles unverschlüsselt ist.