Android-Malware, die Bedrohung steigt

Android ist das neue Windows. Diese These hört man immer wieder und hinsichtlich der steigenden Malware-Bedrohung für die mobile Plattform durchaus verständlich. An mir geht dieses Thema nicht spurlos vorbei und ich beobachte auch die Entwicklung in diesem Bereich. Aber wie hoch und realistisch ist das bedrohliche Ansteigen wirklich?

Etwas statistisches Wissen

Ich möchte in diesem Artikel weniger mit spannenden Infografiken, Statistiken und Berichten von namenhaften Antivirenprogrammentwicklern langweilen, sondern viel mehr die Eindrücke aus meinen eigenen Erfahrungen widerspiegeln. Das ist mitunter mehr Realismus, als jede Statistik bieten kann. Trotzdem geht es nicht ohne die ganzen Zahlen. Laut einer Infografik von Trend Micro steigt das Malwareaufkommen im Jahr 2012 sprunghaft an. Doch so ganz stimmt das nicht.

INFOGRAFIK: Was hinter Android Bedrohungen steckt
INFOGRAFIK: Was hinter Android Bedrohungen steckt

Das Erkennungsverfahren ist sehr stark davon abhängig, wie viele Schädlinge es in Wirklichkeit gibt. Werden immer nur Hashwerte der schädlichen Dateien erfasst, können die bösen Entwickler einfach ein Zeichen ändern und schon entsteht ein neuer Hashwert, also eine neue Malware. Anders sieht es beim zweiten Verfahren aus, wo die Dateien in Familien klassifiziert werden und korrekt untersucht wird, ob es sich bei verschiedenen Schädlingen nicht doch um denselben handelt.

Aus dem Leben gegriffen

Nun aber mal weg von den Statistiken und hin zu meinen Eindrücken. Ich beschäftige mich jetzt seit gut einem Jahr mit Android und mir sind schon einige Apps untergekommen, die Daten an Webseiten versenden. Jedoch muss man hier schon selektieren. Manch eine App sammelt und sendet personenbezogene Daten und andere wiederum Daten über das Gerät. Beides kann aber unangenehm sein. Android hat in meinen Augen ein generelles Problem, denn die Geräte senden andauernd Daten.

Android Roboter
Gratis-Apps wollen mehr private Daten
(Quelle: Statista, Liz. CC BY-ND 3.0)

Aber bei anderen mobilen Betriebssystemen schaut es nicht viel besser aus. Jedoch bietet Apple einen besseren Schutz vor Drittanbieter-Apps, die ungefragt Daten abgreifen wollen. Vor allem Anwendungen mit Werbung oder/und vielen Rechten stellen ein Sicherheitsrisiko dar. Die meisten Bedrohungen zielen immer wieder auf die Privatsphäre des Nutzers ab. Damit kann man mittlerweile viel Geld verdienen. Zum anderen erlangt man Wissen über jemanden und kann ihn mitunter lenken.

Malware kann vieles sein

Neu ist dieses ganze Verhalten nicht. Es hat sich über die Jahre entwickelt und wird mehr und mehr zum Alltag. Wir lassen also selbst zu, dass wir ausspioniert werden. Malware kann sich in vielen Gesichtern manifestieren, schließlich ist es nur ein Überbegriff für sämtliche Schadsoftware und unerwünschte Programme. Dabei sind Apps, die private Daten erfassen die wahren Übeltäter, jedenfalls momentan. In naher Zukunft könnten allerdings auch Trojaner und Viren eine größere Rolle spielen.

Root-Rechte
Root-Rechte (Quelle: Johan Larsson, Liz. CC BY 2.0)

Leider lässt sich bei Android relativ schlecht kontrollieren, was eine App im Einzelnen tut und mit welchen Webdiensten sie kommuniziert. Mit Root-Rechten lassen sich Datenverbindungen von informationshungrigen Apps eindämmen. Auf ungerooteten Geräten bietet nur der rigorose Verzicht auf das Internet einen zuverlässigen Schutz. Nicht immer ist klar, welche Daten von den einzelnen Apps erhoben werden. Selbst Antivirenapps bieten hier noch nicht genug Schutz. Daher sollte man in diesem Punkt sehr vorsichtig sein!


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Autor: Markus Werner (reraiseace) Twitterreraiseace, Google+reraiseace, Twittercb_werner
Ich bin Redaktionsvolontär bei der COMPUTER BILD in Hamburg, Fernstudent am Deutschen Journalistenkolleg und schreibe auf re{raise}ace privat über Webdesign und Programmierung. Seit 2015 schrieb ich auch regelmäßig für andere Medien.

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