Mein Alltagstest mit dem Huawei Honour

Vor Kurzem habe ich mir das Huawei Honour zugelegt. Das Gerät traf dank Amazon auch sehr schnell ein und das Testen konnte los gehen. Das Gerät liegt im eher typischen Mittelklasse-Bereich. Daher darf man keine großen Sprünge bezüglich der verwendeten Hardware erwarten. Trotzdem ist das Honour einen Blick wert, da es im Vergleich zu vielen anderen Smartphones einige Vorzüge bietet.

Der erste Eindruck nach dem Auspacken

Die Verpackung kommt wie bei den meisten Smartphones in einer Pappschachtel daher. In schickem elegantem Schwarz wirkt das schon recht edel. Ausgepackt ist das Honour schnell und der Zusammenbau klappt auch wunderbar. Der Akkudeckel ist aus robustem Plastik, welcher gleich noch die Sperrtaste und die Lautstärkewippe mit beinhaltet. Sonst findet man im Innern die typischen Slots für microSD und SIM-Karte. Beide sind so verbaut, dass sie während des Betriebs nicht gewechselt werden können.

Screenshot des Huawei Honour auf huaweidevices.de
Screenshot des Huawei Honour auf huaweidevices.de

Dass finde ich persönlich etwas schade, aber sonderlich stören tut es mich auch nicht. Schließlich kann man das Smartphone mittels USB-Kabel am PC als Massenspeicher verwenden. Das Gehäuse des Honour wirkt gut verarbeitet und für meinen Geschmack auch ansprechend. Wegen der gerasterten Oberfläche auf der Rückseite und den abgerundeten Ecken liegt es auch sehr gut in der Hand. Den Unterschied zum Samsung Galaxy S II hinsichtlich der Größe, merkt man deutlich. Dabei ist das Display des Honour nur 0,3 Zoll kleiner.

Angemessene Hardware für die Mittelklasse

Im Honour arbeitet ein Singlecore-Prozessor mit 1,4 GHz Takt. Dazu gesellen sich ca. 360 MB RAM und ein ROM von knapp 900 MB und ein weiterer interner Speicher von rund 2 GB. In Sachen Speicher fällt das Gerät sicherlich etwas mager aus, aber dank eines microSD Einschubs kann der Speicher um Maximal 32 GB erweitert werden. Das verbaute LCD Display liegt bei 4 Zoll, mit einer Auflösung von 480 × 854 Pixel. Ein Leichtgewicht ist das Honour auch nicht gerade und man merkt die 140g schon in der Hand.

Huawei Honour Systemdaten Huawei Honour Info
Huawei Honour Systemdaten

Als negativ würde ich das aber nicht bewerten, denn man muss bedenken, dass der Akku mit 1900 mAh schon ordentlich für Ausdauer sorgen soll. Und genau das tut dieser offenbar wirklich. Die allererste Akkuladung hat rund 6 Tage gehalten. Dabei habe ich schon einiges mit dem Smartphone angestellt, wie SMS schreiben, telefonieren, Apps installieren und einrichten etc. Eine 8 MP Kamera mit LED-Blitz besitzt das Honour auch. Dazu noch der übliche Schnickschnack wie WLAN, Bluetooth (2.1) und so weiter.

Testbild Huawei Honour Testbilder SGS2
Testbilder: links Huawei Honour, rechts SGS2

Eine Benachrichtigungs-LED wurde dem Honour zusätzlich spendiert. Das bieten auch nur sehr wenige Geräte. Die Sprachqualität ist überwiegend gut, wiederum die Medienwiedergabe über Kopfhörer ist etwas zu leise. Überragende Hardware sollte man bei diesem Smartphone wie bereits erwähnt nicht erwarten, trotzdem ist die Ausstattung für dieses Preissegment vernünftig.

Die Software kann sich richtig sehen lassen

Nach dem ersten Einschalten wird man freudig von Gingerbread 2.3.6 begrüßt und richtet das Smartphone fix ein. Auf Android 2.3 werde ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen, denn seit Juli 2012 gibt es das offizielle Update auf Ice Cream Sandwich. Dieses findet man als Archiv auf der Herstellerseite und kann es sich einfach herunterladen. Die Aktualisierung läuft via microSD und das auch sehr unkompliziert und einfach.

ICSHomescreen ICS Einstellungen
ICS Homescreen & Einstellungen

Danach befindet sich auf dem Honour Android 4.0.3 und das schaut wirklich recht gut aus. Huawei hat nur geringfügig hier und da mal etwas angepasst. Ansonsten ist es Holo Design pur. Dem noch nicht genug, denn der Hersteller bringt natürlich auch einige eigene Apps mit. Vor allem die Backup App und der Security Guard sind sehr interessant. Es lassen sich weitestgehend alle Daten auf einer Speicherkarte sichern. Dazugehören unter anderem Kontakte, SMS, Einstellungen usw. Zusätzlich können auch Apps gesichert werden und das sogar mit Daten.

Huawei Backup Huawei Security Guard
Huawei Backup & Security Guard

Diese Funktion haben meist nur gerootete Smartphones. Huawei bietet diese Lösung frei Haus an. Bei einem Firmwareupdate oder einem Wechsel zu einem anderen Huawei Gerät ist das sehr sinnvoll. Der Security Guard bringt Funktionen wie eine Telefon Blacklist mit und bietet auch die Möglichkeit an, bestimmte Bereiche oder Inhalte zu verschlüsseln.

Preis/Leistung ist richtig top

Sonst befinden sich im Vergleich zu Samsung nur sehr wenig vorinstallierte Apps auf dem Gerät. Finde ich persönlich immer besser, weil man vieles davon vielleicht gar nicht braucht. Die Bedienung unter ICS läuft gut und weitestgehend flüssig. Mit dem kleinen RAM hatte ich bis jetzt noch keine Schwierigkeiten. Nur gelegentlich lädt eine App mal etwas länger. Aber gut, das muss man bei so einem Gerät in kauf nehmen.

ICS Kalender ICS Kontakte
ICS Kalender und Kontakte

Das Display verliert im direkten Vergleich mit dem Samsung Galaxy S II natürlich. Aber die Farben sind trotzdem okay, auch wenn es stellenweise etwas blass wirkt. Die Kamera liefert bei guten Lichtverhältnissen recht ansprechende Bilder, allerdings etwas zu hell. Für einen Schnappschuss reicht die Linse aber alle mal. Die mitgelieferte Kamera-App ist nicht mein Fall, aber Camera360 schafft hier Abhilfe.

Für einen Preis von rund 230 Euro ist das Huawei Honour vollkommen akzeptabel. Natürlich muss man gerade bei der Hardware Abstriche machen. Verstecken muss sich dieses tolle Smartphone jedoch nicht, es sticht so manches Gerät aus. Es bringt auch noch einige Vorteile mit, die anderen Smartphones fehlen. Vor allem Android 4 und die Backup-Lösung haben es mir angetan. Das Huawei Honour ist eine wirkliche Kaufempfehlung.


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Autor: Markus Werner (reraiseace) Twitterreraiseace, Google+reraiseace, Twittercb_werner
Ich bin Redaktionsvolontär bei der COMPUTER BILD in Hamburg, Fernstudent am Deutschen Journalistenkolleg und schreibe auf re{raise}ace privat über Webdesign und Programmierung. Seit 2015 schrieb ich auch regelmäßig für andere Medien.

2 Kommentare

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  1. Kommentar von armakuni · · #

    Hi, sehr schön geschriebener Artikel, vielen Dank.

    Habe vor, mir ein Honour zu kaufen und dein Artikel bestärkt mich nur mehr. Benachrichtigungsled finde ich sehr gut (warum lassen so viele Herstelle die einfach weg?) und auch die Backup-Funktion von Huawei selbst und lediglich die behutsame Anpassung des Android-Systems sprechen mich ganz klar an.

    Hatte schon mal das Ideos X3, war nur auf Dauer leider für meine Hände zu klein, Android 2.3 war dort aber ähnlich behutsam angepasst. Wenn alle Hersteller das so handhaben würden, gäbe es weniger Ärger mit Updates und auch weniger Gründe zum Rooten (für mich jedenfalls).

    Beispiel: Ich habe ein Optimus Black, optisch sehr ähnlich, aber seit dem Update auf Gingerbread nicht mehr vernünftig zu gebrauchen (speziell die Akku-Laufzeit). Das Update auf ICS ist versprochen, aber noch immer nicht da. Hier macht Huawei momentan alles richtig.

  2. Kommentar von reraiseace · · #

    Benachrichtigungs-LEDs sind wieder auf dem Vormarsch. Es war wohl einfach so, das sie eine Zeit lang nicht benötigt wurden. Nun scheinen diese wiederum im Trend zu liegen.

    Du kannst dir vergleichsweise auch das auf der IFA neu vorgestellte Huawei G330 anschauen. Das ist dem Honour recht ähnlich.

    Die Update und Backup Problematik bei den Herstellern ist mir auch ein Dorn im Auge. Du kannst dir gern meinen Artikel Die ewige Android-Update Problematik zu diesem Thema durchlesen, falls du das noch nicht getan hast.