jQuery will die Spreu vom Weizen trennen

Vergangene Woche gab jQuery die Roadmap für die kommenden Versionen bekannt. An Version 1.8 wird bereits emsig gearbeitet und soll noch diesen Monat erscheinen. Für Anfang 2013 sind dann fast zeitgleich 1.9 und 2.0 angekündigt. Warum zwei Versionen zur selben Zeit? Der Grund ist banal, denn jQuery 2.0 wir den Internet Explorer 6-8 nicht mehr unterstützen.

Kein IE-Support ab Version 2.0

jQuery versucht hier den Ansatz umzusetzen, sich längerfristig von den älteren Versionen des Internet Explorers zu verabschieden. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass noch sehr viele mit IE 7 und 8 unterwegs sind. Die deutlich bessere Version 9 kommt ähnlich stark zum Einsatz. Daher ist es fragwürdig, ob es sinnvoll ist den Internet Explorer so auszugrenzen.

jQuery die JavaScript Bibliothek
jQuery die JavaScript Bibliothek

Die Unterstützung fällt allerdings nur in der Version 2.0 weg und soll laut jQuery den Code erheblich verkleinern und die Performance verbessern. In jQuery 1.9 wird der Internet Explorer 6-8 weiterhin unterstützt. Diese Version wird ebenfalls weiter gepflegt. Die Frage ist nur, wie wird es in zukünftigen Versionen aussehen. Könnte es passieren, das neue Features nur noch in der Version 2.x vorhanden sind? jQuery versucht beide Version auf dem gleichen Stand zu halten, so richtig versprechen können sie das aber nicht.

Zwei jQuery Versionen für Webseiten

Um als Webseitenbetreiber möglichst allen gerecht zu werden, sollte man dann beide Versionen von jQuery einsetzen oder nur die Version 1.9 berücksichtigen. Für alle anderen nicht IE Browser und ab Internet Explorer 9 würde die jQuery Bibliothek kleiner werden, allerdings bei IE 6-8 wiederum größer.

jQuery mobile framework
jQuery mobile framework

Günstiger wäre vermutlich der Ansatz eine einzige jQuery Version zu gestalten und den Support für Internet Explorer 6-8 als eine Art Erweiterung oder Plugin anzubieten. Dieses wäre kleiner und könnte auch via Conditional Comments eingefügt werden. Die jQuery-Entwickler sind allerdings nicht dieser Meinung, da dies recht schwierig wäre.

Ausgrenzung ist nicht immer ein guter Weg

Ich finde es verwerflich, das meistens nur gegen den Internet Explorer gewettert wird. Was ist aber mit alten Firefox, Chrome, Opera oder Safari Versionen? Diese sollten dann am Besten auch nicht mehr unterstützt werden in jQuery 2.0. Denn auch diese veralteten Browser sollen in der heutigen Zeit nicht mehr zum Einsatz kommen.

Entweder unterstützt man alle Browser die in der wilden Landschaft des World Wide Webs ihr Unwesen treiben oder man setzt nur auf die neusten Browser und grenzt den Rest konsequent aus.


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Autor: Markus Werner (reraiseace) Twitterreraiseace, Google+reraiseace, Twittercb_werner
Ich bin Redaktionsvolontär bei der COMPUTER BILD in Hamburg, Fernstudent am Deutschen Journalistenkolleg und schreibe auf re{raise}ace privat über Webdesign und Programmierung. Seit 2015 schrieb ich auch regelmäßig für andere Medien.

2 Kommentare

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  1. Kommentar von Hakan Yilmaz · · #

    “Ausgrenzung ist nicht immer ein guter Weg”

    Es gibt keinen alten Chrome Browser, weil er sich selber aktualisiert. Firefox ist bereits auch auf das gleiche Update Verfahren aufgesprungen …

  2. Kommentar von reraiseace · · #

    Das stimmt so nicht ganz. Man kann sehr wohl eine veraltete Google Chrome oder Firefox Version verwenden. Was du meinst sind die Silent Updates und diese können abgestellt werden (Beim aktuellen Google Chrome ist es etwas schwerer, jedoch machbar). Und schon wird der Browser nicht mehr im Hintergrund aktualisiert.