Deine Identität gehört Facebook

Treffender könnte meine Überschrift wohl nicht sein, angesichts der neuen Datenverwendungsrichtlinien die Facebook nun doch durchgeboxt hat. Damit tritt der Nutzer nun offensichtlich noch mehr Rechte an Mark Zuckerberg ab, als vorher. Nach dem vertrackten Börsengang muss sich das soziale (werbe) Netzwerk etwas Neues einfallen lassen, um zu Geld zu kommen. Natürlich ist der Freund oder Fan die erste Anlaufstelle.

Abstimmung, die keiner Demokratie entspricht

Seit mehreren Monaten versuchte Facebook seine neuen Datenverwendungsrichtlinien einzuführen. Diese scheiterten jedoch an so mancher Abstimmung der Nutzer. Nun muss man dazu sagen, dass nur ein sehr kleiner Teil abgestimmt hat. Warum? Ganz einfach, die Freiheit wählen zu dürfen steht nur jenen zu, die auch der entsprechenden Fanseite folgen. Wer das nicht tut, der bekommt folglich auch nichts von neuen Regeln mit. Bei dieser Abstimmung entschieden sich die meisten für die alten Gesetze.

Facebook Weltkarte
Facebook Weltkarte (Quelle: dullhunk, Liz. CC BY 2.0)

Trotzdem setze sich das soziale Netzwerk über die Köpfe der Facebookler hinweg. Denn 30 Prozent aller registrierten User müssten für die alten Regeln stimmen. Das ist bei über 900 Millionen Nutzern so eine Sache. Das wurde mit dieser Abstimmung nicht erreicht. Ich empfinde das als eine Art Korruption und fehlende Demokratie. Nur gut, dass ich nicht auf Facebook bin.

Data-Mining auf Höchstniveau

Die neuen Bestimmungen überbieten sich Absatz für Absatz an Dreistigkeit. Man muss aber zugutehalten, dass nun mehr Informationen gegeben werden, welche Daten wie erfasst werden. An der Problematik der Datensammelei ändert das jedoch rein gar nichts. Letzten Endes gibt Facebook damit nun öffentlich zu, was sie schon längst tun. Daten aus allen erdenklichen Ecken sammeln und mit personalisierter Werbung zu Geld machen. Facebook schlägt nun förmlich einen harten Weg ein und knallt die Fakten größtenteils auf den Tisch.

Mark Zuckerberg
Mark Zuckerberg (Quelle: deneyterrio, Liz. CC BY 2.0)

Wobei ich vermute, dass dies nur die Spitze des Eisbergs sein dürfte. In den kommenden Monaten und Jahren wird das soziale Netzwerk noch viel mehr auf Data-Mining setzen und mit Werbung Geld verdienen. Das Geschäftsmodell des sozialen Netzwerks ist in meinen Augen sehr trügerisch. Ähnlich wie auch bei Google. Man legt aber die Fakten für alle offen und die meisten sehen darin keine Probleme. Persönlichkeitsprofile von Firmen über Nutzer sind keine Gefahr. Ist klar!

Du bist ein Produkt deiner Umwelt …

… Facebook möchte aber, das du ein Produkt von ihnen bist. Simpel ausgedrückt, jeder Facebook Nutzer ist pures Kapital und wird auch genauso behandelt. Wer in dem Netzwerk nach Persönlichkeitsrechten fragt, der wird vermutlich dumm angeschaut. Die Rechte über die eigenen Daten, die man auf Facebook veröffentlicht, tritt man einfach so an das Unternehmen ab. Daher entscheidet Facebook auch darüber, was mit deinen Daten passiert, wie lange diese gespeichert, wie und vor allem wofür deine Daten genutzt werden.

F8 Konferenz
F8 Konferenz (Quelle: Robert Scoble, Liz. CC BY 2.0)

Jeder Nutzer von Facebook sollte sich darüber im Klaren sein, was seine Persönlichkeit in dem sozialen Netzwerk wert ist. Das Anlegen von umfangreichen Nutzerprofilen wird von Datenschützern immer wieder gerügt. Und zu Recht, denn diese geben einem Unternehmen sehr viel Macht in die Hände. Nun stelle man sich mal den Überwachungsstaat mit Facebook-Engine vor und dann regen sich wieder alle auf. Also wacht endlich mal auf und versteht, was Facebook ist.

Kein soziales Netzwerk mehr, sondern ein Werbeunternehmen mit einem sehr kreativen Geschäftsmodell!

Film-Tipp: Schaut euch The Social Network an, da lernt ihr viel über Facebook und Mark Zuckerbergs Persönlichkeit.


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Autor: Markus Werner (reraiseace) Twitterreraiseace, Google+reraiseace, Twittercb_werner
Ich bin Redaktionsvolontär bei der COMPUTER BILD in Hamburg, Fernstudent am Deutschen Journalistenkolleg und schreibe auf re{raise}ace privat über Webdesign und Programmierung. Seit 2015 schrieb ich auch regelmäßig für andere Medien.

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