EasyPHP Komponenten selbst updaten

In der letzten Zeit habe ich mich intensiver mit EasyPHP befasst. Wie PHP 5.4.x in EasyPHP integriert werden kann beschrieb ich bereits und auch wie weitere Module eingebaut werden können. Nun besteht das komplette Paket aber nicht nur aus PHP und ein paar Scripten. Apache, MySQL, XDebug altern und falls man es verwendet, auch phpMyAdmin.

EasyPHP mit der neusten Software
EasyPHP mit der neusten Software

Updaten sollte man diese in unserem Fall nicht unbedingt aus sicherheitsrelevanter Sicht, sondern eher in funktioneller Hinsicht. Grundsätzlich rate ich im weiteren Vorgehen dazu, dass jeder ein Backup vor dem Update anlegt, falls etwas schief gehen sollte. So ist es leichter, zu einem früheren Arbeitsschritt zurückzuspringen.

PHP, XDebug und phpMyAdmin aktualisieren

Wie PHP und XDebug aktualisiert werden, werde ich hier nicht noch mal erklären. Stattdessen auf mein Tutorial zu PHP 5.4.x verweisen. Die Vorgehensweise ist genau dieselbe. Das ist noch die einfachste Geschichte am kompletten Updatevorgang.

<?php
$version_easyphp = "5.3.9";
$version_apache = "2.2.21 VC9";
$version_php = "5.3.9 VC9";
$version_mysql = "5.5.20";
$version_phpmyadmin = "3.4.9";
$version_xdebug = "2.1.3";
?>

Inhalt der versions.inc.php

Lediglich in der “versions.inc.php” im “home” Verzeichnis müssen für XDebug, Apache, MySQL und phpMyAdmin die neusten Versionen eingetragen werden. Da dies nicht automatisch geschieht.

Wie ein neues Modul in EasyPHP verwendet wird, erklärte ich ebenfalls in einem separaten Artikel. Bei phpmyAdmin muss man neben der “easyphp+.php” noch die “config.inc.php” aus der alten Version mitnehmen und entsprechend anpassen. Mehr ist an dieser Stelle auch nicht zutun.

MySQL auf den neusten Stand bringen

Hierzu laden wir uns von der MySQL Download Seite das rund 150 MB große Zip-Archiv herunter und entpacken dieses anschließend. Das kann ein wenig dauern, da am Ende ca. 650 MB vorhanden sind. Davon brauchen wir jedoch nur 144 MB. Okay, wie gehen wir vor? Wir öffnen den alten “mysql” Ordner und den neuen und vergleichen, welche Archive und Dateien wir nicht benötigen und löschen diese in der neuen Version. Immer schön darauf achten, dass die “my.ini” aus dem alten MySQL Ordner erhalten bleibt und die selbst angelegten Datenbanken im “data” Verzeichnis.

MySQL Ordner von EasyPHP
MySQL Ordner von EasyPHP

Sonst kann alles andere überschrieben werden. Ist dies geschehen, starten wir den Server und rufen phpMyAdmin, Adminer oder ein ganz anderes Datenbankverwaltungstool für MySQL auf. Der Nutzername zum Anmelden ist nach wie vor “root”, doch ein eventuell gesetztes Passwort ist nicht mehr vorhanden. Der Grund ist ganz einfach, denn wir haben auch die Datenbank “mysql” überschrieben.

Um nun das Passwort wieder hinzuzufügen, führen wir die beiden folgenden SQL-Qerys aus und danach ist das Passwort gesetzt.

UPDATE mysql.user SET Password=PASSWORD ('DEIN PASSWORT') WHERE user='root';
flush privileges;

Anschließend den Server ausschalten. Und dann machen wir uns an das Update von Apache.

Ein neuer Apache muss her

Auf der Webseite The Apache Haus finden wir das benötigte Paket. Wir laden uns “httpd-2.2.22-ssl-x86.zip” herunter und entpacken das Ganze natürlich. Das Vorgehen ist in etwa gleich, wie beim MySQL Update. Nur das wir aus dem Ordner “conf” die Datei “httpd.conf” löschen und im “bin” Verzeichnis die EXE-Datei “httpd.exe” in “apache.exe” umbenennen. Anschließend können wir die Ordner wieder überschreiben und den Server erneut starten. Treten keine Fehler auf, dann haben wir alles richtig gemacht und Apache sollte nun aktualisiert sein.

Apache Ordner von EasyPHP
Apache Ordner von EasyPHP

Eine Frage bleibt noch. Wieso habe ich Apache 2.2.22 VC9 genommen und nicht 2.4.2? Dieses Update ist wesentlich komplexer und fehlerbehafteter. Eventuell nehme ich mir irgendwann noch die Zeit dafür und versuche die wirklich neuste Apache Version zu integrieren.

Easy is a nice way

Natürlich könnten die Updates noch um einiges einfacher sein, wenn EasyPHP die nötigen Pakete zum Upgrade anbieten würde. Das ist, wie bei vielen anderen lokalen Webservern nicht der Fall. Soll uns jedoch nicht stören. Mit ein wenig Fummelarbeit und Geschick ist alles innerhalb kürzester Zeit auf den neusten Stand gebracht. Bei größeren Versionssprüngen sollte man jedoch ausreichend testen, damit danach auch alles reibungslos läuft.


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Autor: Markus Werner (reraiseace) Twitterreraiseace, Google+reraiseace, Twittercb_werner
Ich bin Redaktionsvolontär bei der COMPUTER BILD in Hamburg, Fernstudent am Deutschen Journalistenkolleg und schreibe auf re{raise}ace privat über Webdesign und Programmierung. Seit 2015 schrieb ich auch regelmäßig für andere Medien.

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