USBWebserver für die Hosentasche

XAMPP kennt jeder und Leser meines Blogs kennen nun auch EasyPHP. Vorgestern bin ich auf den USBWebserver von Leon de Vries aufmerksam geworden. Also dachte ich mir, schau ich mir das Projekt doch mal an. Mit EasyPHP bin ich zwar zufrieden, aber man weiß ja nie, ob es nicht doch noch etwas Besseres gibt. Auf der Webseite habe ich mir das rund 15 MB große Zip-Archiv heruntergeladen.

Der USBWebserver ist klein, sehr klein!

Nach dem entpacken überraschte mich zunächst die Speichergröße, denn rechnet man alle darin enthaltenen Komponenten zusammen, sollte man bei ca. 200 MB landen. Der USBWebserver ist frisch ausgepackt gerade mal 60 MB groß. Dabei sind Apache, MySQL, phpMyAdmin und PHP enthalten. Also ähnlich wie bei EasyPHP auch. Der Trick ist, dass Leon de Vries die einzelnen Bausteine teilweise nochmals als Installationsdatei gepackt hat und dadurch auf eine geringere Speichergröße kommt. Das kann natürlich für Anwender einen kleinen Haken haben, die gern mit der Kommandozeile arbeiten oder recht oft in den Paket-Ordnern rumfummeln.

USBWebserver Tab Allgemein
USBWebserver Tab Allgemein

Es sind auch nur die notwendigsten PHP Erweiterungen enthalten. Fehlende Extensions kann man nachträglich hinzufügen. Ansonsten entsteht aber kein wirklicher Nachteil. An die Konfigurationsdateien kommt man wie bei EasyPHP sehr gut heran. Diese liegen in einem zentralen Ordner und sind teilweise auch über das Programmmenu des USBWebservers aufrufbar. Die Ordnerstruktur ist einfach und verständlich. Der Server lässt sich rasch starten und dann kann das Programmieren oder Testen auch schon beginnen. Mit lästiger Serverkonfiguration muss man sich hier ebenso weniger herumschlagen, wie es auch bei EasyPHP der Fall ist.

Einfaches Interface und guter Aufbau

Der USBWebserver hat ein sehr einfaches und optisch ansprechendes Interface. Von dort kann man die wichtigsten Bereiche ansteuern und minimale Einstellungen, wie Sprache, Ports und Programmverhalten beim Start und den Pfad zum Root-Verzeichnis setzen. Es ist auch sofort ersichtlich ob Apache und MySQL gestartet wurden. Die Konfigurationen beider kann man auch aufrufen. Was mir noch fehlt, ist das Aufrufen der php.ini. Aber gut, die kann man auch über den “settings” Ordner öffnen.

USBWebserver Tab Einstellungen
USBWebserver Tab Einstellungen

Deutsche Sprache ist wie bei EasyPHP nicht vorhanden. Lediglich Englisch und Niederländisch konnte ich finden. Jedoch sind es nur wenige Wortphrasen, die man sich einfach selbst übersetzen kann. Im “lang” Ordner erstellt man eine “Deutsch.ini” mit folgendem Inhalt:

[Translation]
general=Allgemein
settings=Einstellungen
about=Über
starting=Start...
logfiles=Logs
language=Sprache
browser_at_startup=Öffne den Browser nach dem Serverstart
hide_at_startup=Minimiere USBWebserver nach dem Start
root_dir=Root dir
port_apache=Apache Port
port_mysql=MySQL Port
save=Speichern
exit=Schließen
about_text=USBWebserver is a Border-IT & Scratch IS product//Made by Leon de Vries////Designed by Bart Boerendans

Übersetzung von reraiseace

Anschließend den USBWebserver-Client starten und in den Einstellungen die deutsche Sprache auswählen, speichern und siehe da: Deutsch. Ganz simple Geschichte also.

EasyPHP vs. USBWebserver

Beide haben ihre Vorzüge und keiner der beiden braucht sich hinter dem andern zu verstecken. Wer einen kleinen und kompakten lokalen Webserver möchte, der schnappt sich den USBWebserver und wer mehr noch auf Modularität setzt und trotzdem einen gut strukturierten Server möchte, der bediene sich bei EasyPHP. Von daher, 1:1 für beide und einen klaren Sieger kann es bei einem solchen Duell nicht geben. Beide sind im Vergleich um Längen besser als der allseits bekannte und gepriesene XAMPP-Server. Von dem halte ich mittlerweile nicht mehr viel.

USBWebserver Tab Apache
USBWebserver Tab Apache

Hier noch ein abschließender Tipp: Den USBWebserver kann nochmals entschlackt werden, indem man phpMyAdmin über Bord wirft und stattdessen zum kleinen Script Adminer greift. Dadurch spart man satte 15 MB. Einfach den Ordnerinhalt von phpMyAdmin löschen und Adminer dort hereinkopieren. Damit definitiv der kleinste lokale Webserver den ich bis dato gesehen hab.


Avatar von reraiseace
Autor: Markus Werner (reraiseace) Twitterreraiseace, Google+reraiseace, Twittercb_werner
Ich bin Redaktionsvolontär bei der COMPUTER BILD in Hamburg, Fernstudent am Deutschen Journalistenkolleg und schreibe auf re{raise}ace privat über Webdesign und Programmierung. Seit 2015 schrieb ich auch regelmäßig für andere Medien.

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