Fokus CMS Open 2012 angetestet

Vor wenigen Monaten las ich das erste Mal etwas über das Fokus CMS 2012. Die Entwickler möchten dem Nutzer ein neues CMS-Erlebnis verschaffen und versuchen verschiedenste Workflows zu optimieren, zu verbessern und komplett neu zu strukturieren. Aber nun erst einmal genug der Worte. Schaut euch den folgenden offiziellen Trailer dazu an. Hinweis der Entwickler: Unbedingt in hoher Auflösung (FULL-HD) und mit Ton betrachten!


fokus. das cms. – Offizieller Trailer 2012

Das CMS als Desktopanwendung

Es wird immer beliebter, dass Webanwendungen geschrieben werden, die man wie eine Anwendung auf dem Desktop verwenden kann und allmählich vergisst, dass man sich immer noch in einem Browserfenster befindet. Fokus CMS setzt genau auf dieses Element und das grenzt fast schon an Einzigartigkeit. Denn ich kenne kein weiteres CMS, welches bereits schon so arbeitet. Überraschenderweise ist das Installationspaket sehr klein, sogar kleiner als eine Wordpress Installation.

Fokus CMS Oberfläche
Fokus CMS Oberfläche

Auf einem lokalen XAMPP-Server läuft das CMS zwar nicht ganz so schnell, wie auf einem Webspace oder Webserver, jedoch hackt es nicht und reagiert auch nicht träge. Selbst in diesem Punkt hätte ich erwartet, dass es deutlich langsamer oder hackeliger laufen würde. Ich wurde daher sehr positiv überrascht.

Einfache Installation und simple Oberfläche

Der Installationsvorgang ist gut beschrieben und sollte leicht verständlich sein. Es wird auf alle Fehler hingewiesen und man kann diese dann sehr rasch korrigieren und die ganze Installation in wenigen Minuten abschließen. Wer damit nicht zurechtkommt. Der findet auf der Webseite von Fokus CMS zahlreiche Hilfe. Sowohl als Video-Tutorials als auch in Text- und Bildform.

Fokus CMS Installation
Fokus CMS Installation

Beim Loggin bekommt man sofort die Hilfe mit angeboten oder meldet sich erst mal an. Danach erwartet einen eine sehr einfach und optisch ansprechende Oberfläche, auf der man sich anfangs nicht unbedingt gleich zurechtfindet. Mir ging es jedenfalls so. Denn ich konnte mit “Struktur”, “Dokumente” und so weiter schon etwas anfangen, aber suchte ich doch mehr nach anderen Menüpunkten. Einem Laien wird das alles erst mal wenig sagen, daher ist hier schon eine gewisse Einarbeitungszeit nötig. Aber auch hier hilft die Dokumentation weiter.

Fokus CMS ist sehr individuell

Seinen Arbeitsbereich kann man sich so anpassen, wie man es gerne hätte. Dabei bleiben eigentlich kaum Wünsche offen und so kann man das CMS an seine Arbeitsweise anpassen und seinen Workflow damit recht optimal optimieren. Sehr von Vorteil ist es auch, das ein Fenster bzw. ein Element mit anklicken, wie auf einem Desktop, verschoben werden kann. Die Entwickler haben versucht, ein möglichst freies Arbeiten zu ermöglichen. Das ist ihnen relativ gut gelungen.

Struktur und Dokumente erstellen

Wer eine Webseite bzw. einen Blog mit Fokus CMS erstellen möchte, der muss sich natürlich zunächst eine sinnvolle Seitenstruktur überlegen. Diese anschließend mit dem CMS zu realisieren ist sehr einfach. Steht das Grundgerüst erst mal, kann man sich mit der Erstellung von Seiten beschäftigen. Dazu legt man ein neues Dokument an und konfiguriert es seinen Wünschen entsprechend.

Fokus CMS Inhalt erstellen
Fokus CMS Inhalt erstellen

Auf programmiertechnische Kenntnisse kann man an dieser Stelle getrost verzichten. Das nimmt das CMS selbst in die Hand und bietet alle benötigten Strukturelemente mit an. So sind eine Überschrift und ein Textblock fix erstellt. Anschließend kann die Bearbeitung gespeichert werden, und wenn alles stimmt, gibt man das Dokument frei. Beachten muss man, dass eine Struktureinheit mit einem oder mehreren Dokumenten verknüpft sein muss, damit man ein wenig Inhalt erhaschen kann.

Der Medienspezialist

Fokus CMS kann auch sehr gut mit Bildern, Galerien, anderen Dokumenten und Content als solchem umgehen. Eine Galerie ist in wenigen Schritten erstellt und ein Bild oder Datei sind in Windeseile in ein bestehendes Dokument gesetzt. Wenn es also um die Verwaltung solcher Inhalte geht, ist Fokus einfach nur simpel und direkt. Anders kann ich das nicht sagen. Das schafft nicht einmal Wordpress oder gar ein anderes CMS. Diese Verwaltungen sind meist nach kurzer Zeit sehr unübersichtlich und verworren.

Ohne Kritik geht es nicht

Die ganzen Features sind zu zahlreich um sie in einem Beitrag alle auflisten zu können, deshalb rate ich an dieser Stelle dazu, sich das CMS selbst einmal genauer anzuschauen, wenn das Interesse geweckt wurde. Aber nun muss ich noch zu einigen wichtigen Minuspunkten kommen, die mir beim Testen aufgefallen sind.

Fokus CMS Template auswählen
Fokus CMS Template auswählen

Mir scheint so, als könne man Templates nicht über das Backend bearbeiten und muss sich via FTP einen Zugriff auf den Style verschaffen, um im CSS oder einer anderen Datei etwas zu verändern. Schade, denn genau diese Option, wäre für erfahrenere Anwender sehr nützlich. Wordpress oder andere CM-Systeme bieten das out of the box an. Was mir eigentlich auch nicht sonderlich gefällt, dass man sehr wenig Einblick in den Quellcode der zu erstellen Webseite bekommt und alles nur an einigen Elementen festmachen kann. Das ist für meinen Teil schon zu viel Baukastenprinzip. Man kommt sich anfangs sehr losgelöst von allen Strukturen vor und muss sich erst an Fokus gewöhnen.

Die Strukturierung im Fokus ACP empfand ich als etwas verworren. Zum Beispiel sagt mir die Navigation in Wordpress deutlich eher zu, da man mit dem Menüpunkt “Seiten” doch auf Anhieb mehr anfangen kann. Ebenfalls etwas umständlich für mich, ist das Verknüpfen von Dokumenten mit einer Struktureinheit. Die noch fehlenden Plugins um das CMS zu erweitern und den geringen Bekanntheitsgrad möchte ich nur kurz anmerken.

Fazit und kurze Zusammenfassung

Summa summarum ist Fokus CMS für den Laien durchaus eine Empfehlung. Inhalte lassen sich leicht und schnell erstellen und managen. Die Benutzerführung ist nach einer kleinen Einarbeitungszeit leicht verständlich. Wünscht man aber ein eigenes Template, dann muss der Programmierer her, jedenfalls in 90% aller Fälle. Die Organisation einer Webseite lässt sich mit dem CMS jedoch gut erledigen.

Fokus CMS Beispiel-Webseite
Fokus CMS Beispiel-Webseite

Ich werde das CMS weiter im Auge behalten. Trotzdem ist Fokus für mich keine Alternative, da ich als erfahrender Anwender damit zu wenig Eingriff in den Quellcode und die Programmierung habe. Aber für den einen oder anderen sicherlich einen Blick wert. Die kostenlose Vollversion kann jeder runterladen, solange diese nicht kommerziell genutzt wird. Dann muss man für die Nutzung zahlen.


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Autor: Markus Werner (reraiseace) Twitterreraiseace, Google+reraiseace, Twittercb_werner
Ich bin Redaktionsvolontär bei der COMPUTER BILD in Hamburg, Fernstudent am Deutschen Journalistenkolleg und schreibe auf re{raise}ace privat über Webdesign und Programmierung. Seit 2015 schrieb ich auch regelmäßig für andere Medien.

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