Cloudspeicher ist nicht kostenlos

Dropbox, Google Drive, Microsoft Skydrive und so weiter. Das alles sind Cloud-Speicherdienste und die sprießen wie Unkraut aus der Erde und gibt es wie Sand am Meer. Das Angebot ist nicht mehr wirklich überschaubar, sieht man von den großen der Branche einmal ab. Oftmals verschwinden auch Anbieter über Nacht, weil sie dem Ansturm und den Preisen nicht mehr standhalten. Es scheint als würde Cloudspeicher immer teurer werden, ist das so?

Kostenloser Speicher für Hinz und Kunz

Hinz und Kunz wollen auch in die Cloud, also suchen sie sich aus den zahlreichen Angeboten etwas Schönes heraus. Die Auswahl ist aber nicht leicht: Denn Skydrive bietet satte 25 GB an. Dropbox dagegen nur zwei mickrige Gigabyte, die man aber noch super aufstocken kann. Google Drive immerhin 5 GB und man kann dazu kaufen. Schick, aber was nehmen? Na gut, Hinz ist entscheidungsfreudig und nimmt Dropbox und der Kunz, der weiß nicht so recht und greift zu Google Drive. Schließlich hat er einen Google Account.

real Dropbox?
real Dropbox? (Quelle: devioustree, Liz. CC BY-SA 2.0)

Super, nun kann das Hochladen und Teilen mit dem Rest der Welt beginnen. Aber Obacht Hinz, nicht die Kopie des Personalausweises hochladen. Dann kann doch das FBI dank dem P.A.T.R.I.O.T.-Act darauf zugreifen. Die Bilder von deiner Freundin solltest du auch besser auf deiner Festplatte lassen, denn Dropbox lagert deine Daten schließlich im sicheren und schönen Amerika. Die US-Behörden reiben sich jetzt schon die Fingerchen.

Also nur Dateien auf Dropbox laden, die auch in den Händen der Allgemeinheit keine Rückschlüsse auf deine Persönlichkeit und die deiner Mitmenschen zulassen. Dann kannst du Dropbox auch unbedenklicher nutzen.

Google Drive
Google Drive
(Quelle: yukop,
Liz. CC BY-SA 2.0)

Für den Kunz gilt genau dasselbe. Der Google Konzern ist sehr daran interessiert, dass die Nutzer möglichst viel über ihre Persönlichkeit preisgeben und so bietet Google jedem Nutzer fast alles für lau an. Bezahlt wird mit persönlichen Informationen und daraus resultierender personalisierter Werbung. Schick, ein Unternehmen weiß, was der Kunz in den nächsten 10 Sekunden denken wird. Perfekt, denn dann kommt der passende Werbeeinschub und zack: gekauft.

Datenschutz in der Cloud über alles

Hinz und Kunz müssen also sehr aufpassen, was sie hochladen, und auch wie sie den Cloudspeicher nutzen wollen. Der Datenschutz ist schnell verletzt, weil die meisten Anbieter im Ausland, vorzugsweise in den USA ihren Sitz und ihre Server haben. Zum einen darf man den etwas weiter oben erwähnten P.A.T.R.I.O.T.-Act nicht vergessen und zum andern den Anbieter selbst. Kundendaten sind Geld und daraus wird oft Kapital geschlagen. Demnach wird der Cloudspeicher durch die persönlichen Daten besonders wertvoll. Oft wirbt der Nutzer selbst neue Anwender an, um zusätzlichen Speicherplatz zu erhalten oder nimmt an bestimmten Bonusprogrammen teil. Daraus resultiert eine Abhängigkeit gegenüber dem Anbieter.

Ein dritter Aspekt wäre, was passiert, wenn der Anbieter gehacked wird und Userdaten entwendet werden? Dann platzt das schöne Wolkenschloss. Probleme ergeben sich auch bei der mobilen Nutzung via Smartphone und Tablet, weil die Rechteverwaltung der Endgeräte meist viel mehr zulässt, als gewollt. Apps werden meist so geschrieben, das sie mehr Daten von diesen Geräten abgreifen können, als der Nutzer selbst möchte. Also auch hier gilt aufpassen und abwägen, ob man das braucht oder nicht.

Der Ausweg ist die eigene Cloud

Einen besseren Schutz für seine Daten und Dateien bietet eine eigene Cloud. Das zu realisieren ist gar nicht mal so schwierig. Man nehme:

Diese Lösung ist für Hinz und Kunz eigentlich nicht sehr optimal, da sie technisch nicht so versiert sind. Aber beide beschäftigen sich ein wenig damit und stellen fest, dass beispielsweise eine ownCloud-Installation in wenigen Schritten erledigt ist und dann kann das teilen, wie bei Dropbox problemlos erfolgen.

ownCloud Filemanager
ownCloud Filemanager

Zudem ist diese Lösung auch sehr datenschutzfreundlich. Denn man ist Herr über seine eigenen Daten und der Webspace-Anbieter wird in 99% aller Fälle auch wenig Interesse an den gelagerten Dateien zeigen und diese für Marketingzwecke nutzen wollen.

Kostenlose Cloud vs. eigene Cloud

Bei den kostenlosen Angeboten muss man sehr auf die Sicherheit der eigenen Daten und auch das Anbieten selbst achten. Zudem bezahlt man oftmals mit seinen eigenen Daten für die Nutzung. Wer sich nicht ausspionieren lassen möchte, der sollte sich eine eigene Cloud einrichten. Ein halbwegs vernünftiger Webspace kostet heute nicht mehr als ca. 10 Euro im Monat. Daher ist das ein erschwinglicher Preis und dann lebt man entspannter in den Wolken.

Wolken
Wolken (Quelle: jasleen_kaur, Liz. CC BY-SA 2.0)


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Autor: Markus Werner (reraiseace) Twitterreraiseace, Google+reraiseace, Twittercb_werner
Ich bin Redaktionsvolontär bei der COMPUTER BILD in Hamburg, Fernstudent am Deutschen Journalistenkolleg und schreibe auf re{raise}ace privat über Webdesign und Programmierung. Seit 2015 schrieb ich auch regelmäßig für andere Medien.

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