Dafür steh ich mit meinem Namen…

So lautet der berühmte Werbespruch von Claus Hipp, den ich hier nicht imitieren will. Die Säfte oder Gläschen hat wohl jedes zweite Baby nach der Wende zu sich genommen. Ich möchte nun aber keinen Artikel über Babynahrung schreiben, denn das würde nicht sonderlich gut zu meinem Blog passen.


Hipp Werbung von 2008

Oder vielleicht strebe ich ja an, euch weismachen zu wollen, dass Babys in 50 Jahren nur noch Mikrochips futtern? Nein, spaß auch das nicht. Mit dem Werbeslogan möchte ich auf etwas ganz anderes hinaus.

Pseudonyme sind nicht immer vertrauenswürdig

Im heutigen Webzeitalter ist es so, dass der eine mit seinem Namen voll im Internet steht und für sein Tun und Handeln auch seinen Kopf hinhält und der andere versteckt sich hinter einem Pseudonym und stellt vielleicht etwas Böses an, muss aber nicht. Jedoch wirkt es auf den ersten Blick hin nicht gerade vertraulich, wenn man nur einen Nicknamen hat. Zugegeben, ich mag solche Namen, aber das hat auch mehr was damit zu tun, dass man nicht allen gleich seinen realen Namen auf die Nase binden muss.

Hinzu kommt meist noch, dass sich die Verwender von Spitznamen dann auch mal eher daneben benehmen, da man meint, anonymer zu sein. Daher kann man auch leichter eine negative Meinung äußern und über die Stränge schlagen. Schließlich passiert der eigenen Person in dem Falle sehr wenig.

Warum Pwnys und Guy Fawkes Masken unseriös wirken

Tja, das ist im Prinzip ganz schnell erklärt. Schuld daran sind die sogenannten Hacktivisten bzw. teils auch richtigen Hacker, die diese bunten Pferdchen und die Guy Fawkes Silhouette als Sinnbilder für ihre “Heldentaten” verwenden. Dann kommt es eben auch mal blöd, wenn so ein Bild als Avatar auf Twitter oder wo anders auftaucht. Sofort entsteht der Eindruck, das ist ein böser Hack0r.

My Little Pony
My Little Pony (Quelle: dreamcicle, Liz. CC BY 2.0)

So schnell kann es gehen und man wird als etwas bezeichnet, was man vielleicht gar nicht ist. Bei den ACTA-Demos fiel mir auf, dass sehr viele mit einer Guy Fawkes Maske herumliefen. Ich wette jetzt mal, das 80 oder 90 Prozent der Jenigen nicht mal die genaue Bedeutung kennen oder V wie Vendetta überhaupt gesehen haben, ferner die wirkliche Geschichte von Fawkes kennen.

Hackersprache – Böse Sprache?

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Na wer kann das lesen?

Das Leadspeaken galt gerade zu den Anfangszeiten der Hackerszene als sehr populär und auch heute findet man das noch in so manchem Nickname wieder. Gelegentlich verleiht das einem Namen dann den falschen Kontext und wirkt vielleicht so, als wäre der jenige ein Böser, der in fremde Server einbricht, wie Einbrecher in Häuser und Wohnungen.

LOLcats, Fail Pics usw. genießen keinen guten Ruf

In einem eigenen Blog nimmt man am besten von diesen Bildern abstand, denn sie wirken auf Anhieb auf die meisten abstoßend oder belustigend. Damit zieht man sein eigenes Image nur in den Dreck und zum andern schafft man damit eine dezent fragwürdige Atmosphäre für andere Seitenbesucher.

Deutscher Blogger, aber ausländisches Impressum

Gut, das gibt es manchmal wirklich. Doch in 90% aller Fälle glaube ich da nicht dran. Vor allem dann nicht, wenn es sich um einen Wohnort in Russland, Tschechien, Polen oder einem anderen Lande des Balkans handelt. Wenn dann noch hinzukommt, dass keine Telefonnummer angegeben wurde und ein unseriöser Mailanbieter zur Anwendung kommt, dann ist es recht offensichtlich. Das wirkt dann Erstrecht sehr unglaubwürdig.

mail.ru - ein unseriöser Mailanbieter
mail.ru – ein unseriöser Mailanbieter

Die Mischung macht alles nur Schlimmer

Mixt man nun diese ganzen Killer-Kriterien miteinander, hat man von vornherein verspielt und macht sich keinen Namen damit. Daher finde ich es doch relativ sinnvoll, dass selbst Privatpersonen dem gewissen Zwang der Impressumspflicht unterliegen. Das sorgt wenigstens dafür, dass jeder nachschauen kann, mit wem er es da zu tun hat. Denn dafür steht ein Webseitenbesitzer mit seinem Namen.


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Autor: Markus Werner (reraiseace) Twitterreraiseace, Google+reraiseace, Twittercb_werner
Ich bin Redaktionsvolontär bei der COMPUTER BILD in Hamburg, Fernstudent am Deutschen Journalistenkolleg und schreibe auf re{raise}ace privat über Webdesign und Programmierung. Seit 2015 schrieb ich auch regelmäßig für andere Medien.

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