ownCloud 3 angetestet

Seit gestern steht ownCloud in Version 3 zum Download zur Verfügung. Die Entwickler haben seit der letzten Version viele Veränderungen und Neuerungen umgesetzt. Dazu komme ich dann noch im Detail. Mit Version 2 habe ich ownCloud das erste Mal getestet, es war mein Einstieg in die Welt der Wolke. Von Diensten wie Google und Microsoft genervt, war das durchaus eine interessante Alternative.

Die Installation

Wie auch in der Vorgängerversion geht die Installation auf dem eigenen Webspace sehr schnell und einfach vonstatten. Das Archiv von der ownCloud Seite laden, entpacken und auf den eigenen Onlinespeicher übertragen. Danach der kurzen Installationsrutine folgen und voilà die erste eigene Wolke ist fertig.

ownCloud Installation
Screenshot ownCloud Installation

Der erste Eindruck

Die Benutzeroberfläche hat sich optisch nicht geändert. Das muss sie aber auch nicht, denn sie passt sich aktuellen Web 2.0 Standards bestens an und wirkt aufgeräumt und simpel. Praktisch kann die Webanwendung auch mit dem Smartphone und Tablet verwendet werden, da bei ownCloud ein responsives Webdesign zum Einsatz kommt. Das ist manchmal sehr sinnvoll, weil keine zusätzlichen Apps nötig sind. Der Kalender und auch die Kontakte wurden von der Darstellung her verändert und es wirkt jetzt deutlich strukturierter und übersichtlicher.

ownCloud Anmeldung ownCloud Dateien
Screenshot ownCloud Anmeldung und Dateien

Die neuen Funktionen

Kalender

Neben dem Redesign des Kalenders können nun auch Serientermine erstellt werden. Einträge sind leicht per Drag and Drop verschiebbar und die Dauer lässt sich mit runterziehen des Eintrags verlängern. Wie bereits in ownCloud 2 lassen sich mehre Kalender nutzen und via CalDAV mit anderen Anwendungen synchronisieren. Der Kalender bietet einem somit eine gute Alternative, seine Termine auch online stets parat zu haben.

ownCloud Kalendereintrag ownCloud Kalenderübersicht
Screenshot ownCloud Kalender

Adressbuch

Auch hier wurde viel überarbeitet und nun können auch mehrere Adressbücher verwendet werden. Kontakte lassen sich deutlich besser anlegen, als in der Vorgänger Version. Weitere Details lassen sich rasch hinzufügen und falls nötig auch via vCard herunterladen. Eine Synchronisation ist auch hier mit dem entsprechenden Protokoll möglich.

ownCloud Kontakt eintragen ownCloud Kontakte
Screenshot ownCloud Kontakte

Galerie

In ownCloud 2 gab es bereits eine Galerie Anwendung. Diese wurde weiter ausgebaut und macht jetzt auch einen sicheren Eindruck. Lädt man Bilder hoch, werden diese automatisch zur Galerie hinzugefügt und können darüber bequemer angeschaut werden. Im Dateimanager geht hingegen nur Einzelbildanzeige.

ownCloud Galerie ownCloud Galerie Pictureviewer
Screenshot ownCloud Galerie

Dateimanager

Hierauf liegt eigentlich das Hauptaugenmerk von ownCloud. Natürlich wurde auch hier viel verbessert. Einfache Textdateien, wie .txt, .html oder .php lassen sich online erstellen und bearbeiten. Andere Office-Formate sollen später noch nachgeliefert werden. PDF Dokumente lassen sich, dank pdf.js Library, ohne zusätzliche Software direkt im Browser lesen. Daten können auch einfach via Link mit anderen geteilt werden. Das Prinzip ist bei ownCloud sehr Dropbox oder Microsoft Skydrive ähnlich.

ownCloud Editor ownCloud PDF
Screenshot ownCloud Editor und PDF

Externe Dienste einbinden

Es ist nun auch möglich, bis zu 5 Seiten als eine Art Anwendung in ownCloud einzubinden. Das kann beispielsweise der Mail Account sein, auf den man so sehr viel schneller und leichter zugreifen kann.

ownCloud Externe Seite
Screenshot ownCloud Externe Seite

Weitere Features

Der integrierte Streaming-Server Ampache ist auch wieder mit an Bord. Damit kann online gespeicherte Musik über das Netzwerk in Playern wie Amarok oder Tomahawk wiedergeben werden. Lesezeichen lassen sich wie im Vorgänger auch anlegen. Unter apps.owncloud.com soll ein Appstore enstehen, um das System mit Modulen und Anwendungen zu erweitern.

ownCloud Bookmark eintragen ownCloud Bookmarks
Screenshot ownCloud Bookmarks

Mein Fazit

In ownCloud 3 steckt viel Potenzial. Text Editor und PDF Viewer gefallen mir sehr gut. Die externe Seiten Integration ist auch ein nettes Feature. Kalender, Kontakte und Bookmarks sind für mich eher Beiwerk, da sie nur den Standardbedarf abdecken. Schade ist auch, das ownCloud nicht vollständig auf Ajax setzt, beim Dateiupload macht sich das bemerkbar, weil man nicht auf andere Anwendungen in der Zeit springen kann, sonst fängt man erneut an.

Trotzdem bin ich positiv überrascht und denke das ownCloud auf einem guten Weg ist. Für Nutzer die vorwiegend Wert auf eine einfache Dateiablage und Sharingfunktionen legen eine gute Lösung. Wer ownCloud nun gerne selbst einmal testen möchte, der kann die Demo von der Entwicklerseite nutzen.


Avatar von reraiseace
Autor: Markus Werner (reraiseace) Twitterreraiseace, Google+reraiseace, Twittercb_werner
Ich bin Redaktionsvolontär bei der COMPUTER BILD in Hamburg, Fernstudent am Deutschen Journalistenkolleg und schreibe auf re{raise}ace privat über Webdesign und Programmierung. Seit 2015 schrieb ich auch regelmäßig für andere Medien.

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