Du, das Internet und Google

Ein Leben ohne Internet können sich viele gar nicht mehr vorstellen, auch von Berufswegen ist es nicht mehr möglich, darauf zu verzichten. Daraus folgt: Eine Abhängigkeit und eine ständige Verfügbarkeit. Das Leben soll sich nicht nur in der Realität abspielen, sondern auch im Internet und beides miteinander verbinden. Klingt verdammt nach Facebook. Ja, der gute Mark setzte 2004 genau da an. Was daraus geworden ist, sehen wir heute sehr deutlich. Wer kein Facebook-Konto hat, gilt als Außenseiter und rückständig. Die Vorteile überwiegen deutlich, hier einige Argumente:

  • Du kannst alle deine privaten Daten mit deinen Freunden teilen
  • Aktionen, die über Facebook organisiert wurden, sind beliebt
  • Dein Arbeitgeber freut sich über neue peinliche Bilder von dir
  • und so weiter …

Aber um Facebook soll es mir in diesem Artikel weniger gehen. Es ist nur so, das unter anderem auch dieses soziale Netzwerk ein wichtiger Wegbereiter für den stetigen Verfügbarkeitszwang und Vereinnahmung ist. Google machte sich anfangs mit der Suchmaschine einen Namen. Mittlerweile googelt jeder, anstatt zu bingen oder zu yahoo’n. Es klingt auch viel besser. Über die Jahre veränderte Google sein eigentliches Geschäftsmodell und so wurde die Suchmaschine zur Werbefläche. Die Anzeigenschaltung bestimmte fortan das Hauptgeschäft des Unternehmens. Nun vollzieht der Suchmaschinenriese wieder eine Wandlung. Nicht erst seit gestern, sondern schon seit einigen Jahren, allerdings nehmen die Umrisse nun deutlich klarere Züge an.

Kein Leben ohne Google

Neben der Suche bietet Google noch zahlreiche weitere Dienste an, wie beispielsweise Kalender, das soziale Netzwerk Google+, Google Mail, Google Reader und so weiter. Seit Neustem wird jeder, der sich ein neues Google-Konto zulegt automatisch auch dazu veranlasst sich eine GMail Adresse zuzulegen und sich an Google+ zu beteiligen. Neue Nutzer werden so vielleicht zu etwas gezwungen, was sie gar nicht möchten. Google drängt sich schon seit Jahren immer mehr in das Leben der Menschen rein. Auch der Google Chrome Browser und das Android OS, welches Anfangs nicht ohne Google-Account funktionierte, sind dafür einschneidende Beispiele.

Screenshot Google-Konto Registrierung
Screenshot Google-Konto Registrierung

Google bietet fast alles an, was im täglichen Leben von Interesse sein könnte und das immer und überall. Stellen wir uns das einmal in einem Alltagsszenario vor:

Das Android Smartphone klingelt früh morgens und weckt einen mit Musik von Google Music. Dann schaut man auf sein Smartphone und liest die neusten News über den Google Reader und ruft seine Mails ab. Google erinnert einen via Kalender daran, dass um 9:00 Uhr ein Meeting ansteht. Der Google Aufgabenplaner sagt einem: Du musst heute noch einkaufen. Also verlässt man das Haus und setzt sich ins Auto. Ans Ziel bringt einen Google Maps. Auf Arbeit kann man dann am PC mit Google Chrome seine Aufgaben und Kalendereinträge organisieren und die sind auch gleich auf dem Smartphone synchron.

Die ungeträumte Realität

Das soll an dieser Stelle als Beispiel auch genügen. Man kann den gesamten Tagesablauf mit Google an seiner Seite durchplanen. Wenn sich dieser Trend weiter festigt, ist es bald vollkommen normal, dass wir Google all unsere Daten anvertrauen. Die Realität zeigt aber bereits, dass viele schon heute nur noch auf Google setzen. Sicherlich macht es das Leben an manchen Stellen einfacher, aber man kann sich einem großen Unternehmen nicht blind anvertrauen. Mit ein wenig Know-how kann man sich beispielsweise seine eigene kleine Cloud bauen und nahezu dieselben Effekte erzielen, wie sie Google bietet.

Screenshot Google plus
Screenshot Google plus

Google ist das Internet? Eigentlich nicht, lediglich ein Teil davon. Trotzdem wird es oftmals so interpretiert. Das geht aber in erster Linie auf die Suche zurück, wird aber durch den Gedanken der ständigen Verfügbarkeit via PC, Tablet oder Smartphone stark geprägt. Ein Leben ohne Google wird vermutlich irgendwann nicht mehr vorstellbar sein. Bereits heute arbeitet Google weiter daran, das Internet schneller und besser zu machen. Die Gefahr einer Monopolstellung wächst.


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Autor: Markus Werner (reraiseace) Twitterreraiseace, Google+reraiseace, Twittercb_werner
Ich bin Redaktionsvolontär bei der COMPUTER BILD in Hamburg, Fernstudent am Deutschen Journalistenkolleg und schreibe auf re{raise}ace privat über Webdesign und Programmierung. Seit 2015 schrieb ich auch regelmäßig für andere Medien.

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