Zweitausendundelf - Das Jahr der Hacker?

Nun geht das Jahr langsam zu Ende und auch hier in meinem Blog möchte auch ich einen kleinen Jahresrückblick machen. Wie in jedem Jahr ist zu viel passiert, um es in einen Blogartikel zu packen. Daher werde ich mir nur die wichtigsten Dinge herausgreifen, die bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben.

Anonymous, LulzSec und andere Hacker

Die Hacker haben 2011 für viel Aufsehen bei uns allen gesorgt. Kaum einer wird die DDoS-Angriffe auf große Geldgeber wie Visa, Mastercard und Paypal von 2010 vergessen haben. Das alles nur, weil man Wikileaks den Geldhahn zugedreht hatte. Das war die Geburtsstunde für mehr Publicity für das Hacker-Kollektiv Anonymous. Sony traf es im April dann sehr schlimm. Wurden sie doch innerhalb kürzester Zeit mehrfach gehacked und das Sony Playstation Network für viele Wochen lahmgelegt.

Anonymous Hacktivist
Anonymous Hacktivist (Quelle: gaelx, Liz. CC BY-SA 2.0)

Der Imageschaden und Verlust von Kundendaten dürfte dem Unternehmen schwer zugesetzt haben. Wieso wurden sie angegriffen? Ach ja richtig, weil Georg Hotz die Playstation 3 geknackt hatte und dies Sony nicht gefiel. Nun hat Sony den Schaden und Herr Hotz einen Arbeitsplatz bei Facebook. Neben Anonymous war auch LulzSec an dem Sony Desaster beteiligt. Die beiden Gruppierungen und einige weitere sorgten nun in den folgenden Monaten für viel Aufsehen. So las man immer wieder von neuen Angriffen und fragte sich wie sicher sind wir im Internet eigentlich?

Facebook, Google und der Datenschutz

Auch ein sehr wichtiges Thema war in 2011 der Schutz unserer persönlichen Daten in sozialen Netzwerken. machte sich Facebook mit der automatischen Gesichtserkennung und der Timeline bei vielen Datenschützern unbeliebt. Auch mit den Tracking Cookies sorgte Zuckerbergs Netzwerk für negative Schlagzeilen. Google erging es nur wenig besser mit seinem Analysedienst Google Analytics. War es damit möglich, komplette Nutzerprofile von Seitenbesuchern anzulegen. Herrn Caspar vom ULD Hamburg ist es zu verdanken, dass der Dienst nun etwas datenschutzkonformer geworden ist. Google betrat im Juni mit Google+ einen steinigen Weg. Das soziale Netzwerk ist Facebook sehr ähnlich und wird von Datenschützern genauso argwöhnisch beäugt.


Satire-Video von Alexander Lehmann

Cloud Computing – Ab in die Datenwolke

Die Wolke gewann in diesem Jahr stark an Bedeutung. Reden tut jeder davon, verstehen tun es aber nur wenige. Eigentlich stecken dahinter keine neuen Techniken, sondern eher nur eine Neuverpackung. Ein grundlegendes Ziel ist es Software und Hardware über das Internet anbieten zu können. Dabei muss der Endverbraucher nur minimale Ressourcen mitbringen, der Rest wird ihm serverseitig gestellt. Das Auslagern von Daten wird auch immer beliebter, so kann man von überall auf seine Daten zugreifen. In all dem liegt ein großer Vorteil, aber zugleich ein großer Nachteil. Denn es gibt noch große Schwierigkeiten mit dem Datenschutz.

Cloud Computing
Cloud Computing (Quelle: Sam Johnston, Liz. CC BY-SA 3.0)

Der iGod, er lebt in uns allen weiter

Der 5. Oktober 2011 war ein trauriger Tag. Steve Jobs, der iGod verstarb nach langer Krebserkrankung. Er war das, was man einen wirklichen Visionär und Individualisten nannte. Ihm ist es zu verdanken, das die IT-Landschaft nachhaltig verändert wurde. Ohne ihn wären iPhone und iPad undenkbar gewesen. Auch wenn er kein leichtes Leben hatte, hat er Großartiges vollbracht. Wir werden ihn wohl nie vergessen. Er ist und war Apple, das war sein Leben.

Steve Jobs 1955-2011
Steve Jobs (Quelle: tenz1225, Liz. CC BY-SA 2.0)

An dieser Stelle möchte ich auch Dennis Ritchie gedenken. Er verstarb am 12. Oktober 2011, gut eine Woche nach dem Ableben von Steve Jobs. Ritchie machte sich mit der Entwicklung von Unix und der Programmiersprache C einen Namen in der IT-Gemeinde. Im Alter von 70 Jahren verstarb er nach langem Krebsleiden und einer Herzkrankheit. Sein Wirken ist mindestens genauso bedeutsam wie das von Steve Jobs. Beide waren Pioniere, denen wir viel zu verdanken haben.

Fukushima – das reale Unglück

Das hat nun mit IT nicht viel zutun, aber für mich war es ein wichtiges Ereignis in diesem Jahr. Keiner sollte vergessen, was im März 2011 in Japan passiert ist und die Welt für einen Moment lang stillstehen ließ. Wie viele Menschen mussten bei dem Erdbeben und dem Tsunami ihr Leben lassen. Das Atomunglück war eine Katastrophe und die Auswirkungen sind immer noch nicht voll abschätzbar. Fest steht eins, dass es stark an Tschernobyl 1986 erinnerte. So begrüße ich den Atomausstieg unserer Bundesregierung und ich hoffe, dass auch andere Staaten und Länder zur Besinnung kommen.

Fukushima 1
Fukushima 1 (Quelle: kawamoto takuo, Liz. CC BY 2.0)

Mein Ausblick auf 2012

Nun, man soll das neue Jahr immer mit neuen Wünschen begehen und es an Erwartungen und Hoffnungen knüpfen. Cloud Computing und mobile Geräte werden auch 2012 weiter ganz oben stehen. Gerade Smartphone- und Tabletnutzung wird wichtiger werden. Das Thema Cloud wird für Unternehmen zunehmend interessanter. Voraussetzung dafür ist ein funktionierender und gut geregelter Datenschutz.

Der PATRIOT-Act darf nicht einfach so ohne Weiteres auf Daten der EU-Bürger zugreifen. Facebook und Google müssen in Sachen Datenschutz nachlegen und sich an die EU-Richtlinien halten. Es darf nicht sein, dass mit privaten Daten so schamlos Geld verdient wird. Die Internetnutzer müssen auch anfangen ein geschärftes Bewusstsein für Datenschutz und -sicherheit zu entwickeln.

Stasi 2.0
Stasi 2.0 (Quelle: svensonsan, Liz. CC BY-NC-SA 2.0)

Ein weiterer Wunsch wäre, dass allgemein mehr auf IT-Sicherheit geachtet wird. Das betrifft uns alle. Vom Autohersteller, über Schiffbaugesellschaften, bis hin zum kleinen Unternehmen und Regierungen. Hackerangriffe wie von Anonymous würde ich gerne weniger sehen. In meinen Augen bringt es auch nicht wirklich was. Außer, dass sich der ins Bein geschossene Hund nach mehr gesetzlicher Handhabe sehnt. Am Ende geht es nur drum die Hacker zu jagen und an dem eigentlichen Problem, der mangelnden Sicherheit, nichts zu ändern.

Sonst werden uns 2012 noch viele Neuerungen erwarten, wie Firefox 20.12, Chrome MMXII und so weiter … Das neue Jahr wird mit Sicherheit nicht langweilig werden.


Avatar von reraiseace
Autor: Markus Werner (reraiseace) Twitterreraiseace, Google+reraiseace, Twittercb_werner
Ich bin Redaktionsvolontär bei der COMPUTER BILD in Hamburg, Fernstudent am Deutschen Journalistenkolleg und schreibe auf re{raise}ace privat über Webdesign und Programmierung. Seit 2015 schrieb ich auch regelmäßig für andere Medien.

0 Kommentare

Du kannst diesen Artikel nicht mehr kommentieren.