Google & Facebook: Handynummer bitte!

Google und auch Facebook nutzen eine Praktik, die mir schon länger gegen den Strich geht. Man wird bei bestimmten Handlungen oder Nutzen von Diensten dazu aufgefordert, sein Konto zu verifizieren. Das geht aber nur via Handy bzw. Telefon. Das ist in meinen Augen eine Frechheit, weil man diesen beiden Anbietern sehr ungern seine privaten Nummern einfach so gibt.

Google Aufforderung zur Handynummerangabe
Google Aufforderung zur Handynummerangabe

Bestätigt man sein Konto nicht, kann man zum Beispiel Google+ nicht nutzen. Pech gehabt, heißt es dann. Es ist unverschämt und sorgt dafür, dass man seine Anonymität nicht wahren kann. Ein chinesischer Reporter, der dem Regime nicht wohlgesonnen ist, wird damit um die Freiheit seiner Person gebracht. Zum andern weiß keiner, was Google und Facebook mit den Nummern machen und ob man nicht irgendwann Werbeanrufe oder Ähnliches bekommt. Das ist nicht gerade prickelnd. Da kann man noch so oft beteuern, dass die Nummern nur für diesen Bestätigungsvorgang genutzt werden.

Facebook Kontobestätigung

Facebook Handy-Einstellungen
Facebook Kontobestätigung und Handy-Einstellungen

Android Nutzer trifft es noch härter

Nutzer eines Android Smartphones, mit Internet und Google-Konto sind noch wesentlich schlimmer dran. Kontakte, Kalender und was man noch so an Informationen speichern kann, werden meist alle online abgelegt. Aus meiner Sicht ist das ein Datenschutzproblem, bis hin zu eventuellen rechtlichen Fallstricken. Schließlich speichert man auch Daten von anderen Personen bei Google ab. Diese sind zwar nicht öffentlich, aber es fällt spätestens dann auf einen zurück, wenn Google mit den Daten etwas anfangen würde. Bei einem kostenlosen Dienst sind unerwartete Vertragsänderungen nicht ungewöhnlich. Hingegen muss man auch hier sagen, der Endnutzer entscheidet, wie er sein Gerät nutzt. Es ist auch möglich, das Smartphone ohne Internet und auch ohne Google Account zu verwenden (möglich ab Android 1.6+).

Foto: Samsung Galaxy S II - Kamera: Nokia N82
Foto: Samsung Galaxy S II – Kamera: Nokia N82

Nachteile müssen einen dadurch aber nicht entstehen. Teilweise kann die Nutzung für einige Anwendungen eingeschränkt sein. Oft lassen sich diese aber leicht mit Alternativen ersetzen. Auf Apps muss man genauso wenig verzichten, nur muss man sich die Programmdateien zum Installieren aus dem Internet besorgen, was auch vollkommen legal geht. Daher kann man sich auch besten Gewissens ein Android Smarthone zulegen und Google trotzdem außen vorlassen. Um aber alle Google Dienste frei verwenden zu können, muss man den Verifizierungsprozess durchlaufen. Eigentlich bleibt einem da nur ein Mittel, man kauft sich eine Prepaid-Karte und verwendet diese für solche Geschichten.

Anmerkung: Das Samsung Galaxy S II auf dem Foto ist meins, wie sich vielleicht unschwer erahnen lässt. In naher Zukunft werde ich auch den einen oder anderen Erfahrungsbericht beisteuern, vor allem über den Verzicht des Google Accounts. Viele sagen einem immer, es macht keinen Sinn, wenn du das Konto nicht nutzt. Das ist Käse.


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Autor: Markus Werner (reraiseace) Twitterreraiseace, Google+reraiseace, Twittercb_werner
Ich bin Redaktionsvolontär bei der COMPUTER BILD in Hamburg, Fernstudent am Deutschen Journalistenkolleg und schreibe auf re{raise}ace privat über Webdesign und Programmierung. Seit 2015 schrieb ich auch regelmäßig für andere Medien.

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