openSUSE 12.1: Meine ersten Eindrücke

Erst gestern wurde die neue Version des Linux-Betriebssystems openSUSE veröffentlicht. Die kurze Review die ich auf Golem angelesen hatte, klang doch sehr interessant und so lud ich mir die Live-CD mit Gnome runter. Rasch die virtuelle Maschine mit VirtualBox eingerichtet und schon ging es los. Die Installation von CD geht sehr einfach und schnell. Vergleichsweise braucht man für eine Windows 7 oder eine Ubuntu Installation deutlich länger. Mir kam es so vor, als wäre es nicht mal eine halbe Stunde gewesen. Dafür ein dickes Respekt an openSUSE. Da haben die Entwickler ganze Arbeit geleistet.

Screenshots CD-Menu Willkommen Screenshots CD-Menu Sprachwahl
Screenshots CD-Menu

Die Partitionierung habe ich allerdings selbst vorgenommen, weil ich das dem System meist nicht selbst überlasse. Aber openSUSE bietet für nicht so erfahrende Nutzer die Option an, dass das User-Verzeichnis in einer gesonderten Partition angelegt wird. Ein Hacken und Fertig. Nur wenige Angaben sind zu machen, damit openSUSE installiert werden kann, eigentlich wie bei Ubuntu auch. Bei Ubuntu legt man aber mehr wert darauf, den User während der Installation darauf vorzubereiten, was ihn alles erwartet. Das lässt openSUSE gänzlich aus, was ich auch sinnvoll finde. Eine Installation ist schließlich kein Rundgang durch eine Galerie.

Screenshots der Installtion - Zeitzone Screenshots der Installtion - Partitionierung Screenshots der Installtion - Festplatte vorbereiten: Expertenmodus
Screenshots der Installtion - Festplatte aufteilen Screenshots der Installtion - Benutzereinstellungen Screenshots der Installtion - installation durchführen
Screenshots der Installtion

Gnome, KDE, LXDE oder doch leiber XFCE als Oberfläche?

Auf der Arbeitsoberfläche angekommen, wirkt das Betriebssystem durch die Gnome Oberfläche 3.2 sehr schlank, übersichtlich und elegant. Natürlich lassen sich auch andere Desktop-GUIs nachinstallieren bzw. wechseln, wie etwa KDE, LXDE oder XFCE.

Screenshot der Gnome-Desktopoberfläche
Screenshot der Gnome-Desktopoberfläche

Auch openSUSE kommt wie andere Linux Derivate mit einigen Standardprogrammen daher. Als Office-Lösung dient hier LibreOffice 3.4.2. Für das Surfen im Internet bieten sich aktuelle Browser, wie Firefox (Allerdings noch in der Version 7.0.1), Chromium 17 oder Opera 11.52 an. Das Softwarepacket ist nicht gerade klein und kann nach Belieben erweitert werden. Als Linux-Kernel kommt die Version 3.1 zum Einsatz.

openSUSE 12.1 - Mozilla Firefox 7.0.1 openSUSE 12.1 - LibreOffice 3.4.2
openSUSE 12.1 - Systemeinstellungen und Anwendungen openSUSE 12.1 - Systeminformationen
Screenshots einiger Programme

openSUSE 12.1 kann Cloud und bietet viel Neues für Entwickler

Cloud Computing steht mit openSUSE 12.1 deutlich mehr im Mittelpunkt. Erstmals ist ownCloud 2.0 in einer Linux-Distribution enthalten und kann als Cloud-Anwendung im Intranet oder im Internet fungieren. Dabei ist es recht leicht die Cloud einzurichten. ownCloud testete ich bereits im produktiven Einsatz und es ist durchaus interessant. Man kann seine Dateien auf einem eigenen Server oder Webspace hosten und sie auch mit anderen teilen, wenn man das möchte. Zusätzlich kann man seine Kontakte ablegen, Kalender nutzen und synchronisieren, Lesezeichen verwalten und noch einiges mehr. Das System kann auch als Musikplayer genutzt werden. Neben owenCloud finden sich noch weitere Cloud-Systeme, wie Eucalyptus, Opennebula und Openstack.

openSUSE 12.1 - ownCloud 2.0
openSUSE 12.1 – ownCloud 2.0

Für Entwickler bieten sich ebenfalls viele Neuerungen, wie etwa das Dateisystem Btrfs, welches bei der Installation experimentell aktiviert werden kann. Mit Snapper kann man sich Schnappschüsse von Btrfs anzeigen lassen und wiederherstellen. Entweder via Terminal oder YaST Oberfläche. Eine genaue Auflistung aller neuen Funktionen findet man im openSUSE Wiki.

openSUSE 12.1 - YaST
openSUSE 12.1 – YaST

Mein Fazit

openSUSE macht auf mich einen sehr guten Eindruck. Es bietet selbst Anfängern ausreichende Möglichkeiten damit produktiv zu arbeiten und Entwickler erhalten ein umfangreiches Packet. Positiv überrascht hat mich die einfache und schnelle Installationsrutine und die verbesserte Cloud-Anbindung. Ich werde es auf jeden Fall weiter testen und gespannt verfolgen, wie sich das OS weiter entwickelt. Wer openSUSE 12.1 nun selbst gern einmal testen möchte, kann sich die Versionen auf der Entwicklerseite als DVD oder CD herunterladen und installieren.


Avatar von reraiseace
Autor: Markus Werner (reraiseace) Twitterreraiseace, Google+reraiseace, Twittercb_werner
Ich bin Redaktionsvolontär bei der COMPUTER BILD in Hamburg, Fernstudent am Deutschen Journalistenkolleg und schreibe auf re{raise}ace privat über Webdesign und Programmierung. Seit 2015 schrieb ich auch regelmäßig für andere Medien.

0 Kommentare

Du kannst diesen Artikel nicht mehr kommentieren.