Soziale Netzwerke und Datensicherheit

Um soziale Netzwerke, wie Facebook, Twitter, VZ-Netzwerke, Goolge+, XING und wie sie alle heißen, kommt heute kaum noch einer drum herum. Wer sie nicht nutzt, wird oftmals als Rückstündig bezeichnet. Nun aber die Fragen: Wieso macht es Sinn, solche sozialen Plattformen zu nutzen? Welchen Mehrwert bieten sie jedem einzelnen von uns? Wie sicher sind diese Netzwerke und was sollte man in jedem Falle beachten?

Der folgende Text ist recht umfangreich geschrieben und soll das Thema Sicherheit in sozialen Netzwerken näher beleuchten. Ich hoffe das es für einige eine gute Stütze ist.

Social Media Landschaft - (Quelle: ethority, Liz. CC BY-SA 3.0)
Social Media Landschaft – (Quelle: ethority, Liz. CC BY-SA 3.0)

Sinn und Mehrwert der sozialen Netzwerke

Die zentrale Idee hinter diesen Netzwerken ist die Kommunikation mit anderen Menschen. Jedenfalls war dies der anfängliche Grundgedanke. Mark Zuckerberg (Gründer von Facebook) ging da noch ein bisschen weiter und formte die Philosophie von Facebook wie folgt: Die Plattform solle dazu dienen, das man alle seine sozialen Erlebnisse online mit seinen Freunden teilen kann. Also sollen soziale Netzwerke sozial sein. Das klingt schon mal gut. Soziale Kontakte, soziale Bindungen, soziale Kommunikation, soziales Miteinander, soziales Leben, soziales Internet …

Okay, aber was bringt es jedem einzelnen?

Diese Frage ist nicht pauschal beantwortbar, da jeder Mensch individuelle Ansprüche an sein soziales Leben stellt. Jeder geht auch anders mit seinen personenbezogenen Daten um. Daher dient dieser Artikel als eine Art Richtwert und das man darüber nachdenkt. Man kann aber grob sagen, das soziale Netzwerke als eine Art Informationskanal dienen und zum anderen mit Freunden, die man real kennt oder die weit weg wohnen, in Kontakt bleiben kann. Zum andern nutzen auch vermehrt Unternehmen solche Plattformen und der Kunde kann so einfacher seine Meinung Kund tun und findet bei Problemen meist schneller einen Ansprechpartner. So gesehen sind das schon recht gute Anreize. Wer trotzdem meint, er braucht keine sozialen Netzwerke zu nutzen, weil er seine Informationen wo anders herbekommt, mit Freunden direkt redet oder schreibt und keine Kundennähe zu Unternehmen sucht, muss sie auch nicht nutzen. Die Netzwerke sind nicht für jeden etwas und unterscheiden sich auch in wenigen Punkten.

Wie sozial sind soziale Netzwerke wirklich?

In erster Linie muss sich wohl jeder klar machen, dass zwar das Wörtchen “sozial” oftmals mit drin steckt, dessen Bedeutung im Internet allerdings eine relativ Andere ist. Natürlich soll man mit seinen Freunden chatten, schreiben und einfach in Kontakt bleiben. Aber man vergisst sehr häufig das jeder zuschauen kann – Unternehmen, Bots, Kriminelle … Viele Personen oder auch einfach nur sammelwütige Roboter. Da kann man nicht genau abschätzen, wer alles einen Einblick auf die Daten hat. Selbst den Netzwerkbetreibern sollte man kein reines Vertrauen entgegenbringen, da einige Datensätze für personalisierte Werbung beispielsweise verkaufen. Nun sollte man sich aber keine Panik machen und vielmehr überlegen, wie kann man sich und seine personenbezogenen Daten schützen.

Wie sollte man mit seinen Daten am besten umgehen?

Zunächst sollte man sich die Frage stellen, was will ich alles über mich im Internet preisgeben. In wie weit soll meine Person identifizierbar für alle sein. Das Internet hat die schlechte Angewohnheit, dass es nichts so einfach vergisst. Daher kann es auch sein, das zum Beispiel ein peinliches Partyfoto von vor 5 Jahren der Grund dafür ist, das man den gut bezahlten Job nicht bekommt. Denn auch Unternehmen googlen einen. Zum anderen sollte man nicht vergessen, das sich im Internet viele Menschen herumtreiben die nichts Gutes im Sinn haben. Identitätsdiebstahl ist da nur eines der Verbrechen.

Die Cyberkriminalität nimmt jährlich zu und es wird immer schwerer diese umfangreich zu bekämpfen. Jeder muss selbst entscheiden, was er von sich veröffentlicht und was lieber nicht. Zu beachten ist aber, dass man nicht leichtfertig mit seinen Daten umgeht. Dann sucht man sich sein oder seine Netzwerk(-e) heraus und meldet sich dort an. Der nächste Schritt ist immer die Suche nach den Privatsphäre Einstellungen. Diese können je nach Plattform unterschiedlich aussehen und aufgebaut sein. Grundlegend kann man aber dazu raten, dass man der allgemeinen Öffentlichkeit kaum Daten über sich gibt. Entsprechend der Wertigkeit der Freunde, Bekannten, Kollegen sollte man die Datenfreigabe regeln. Das hört sich zunächst sehr kompliziert an, ist es aber meist nicht. Man lebt sicherer und die persönlichen Daten sind geschützter.

Wie geht man mit den Daten Anderer um?

Am besten gar nicht und wenn doch, dann sollte man die Personen vorher fragen. Man kann nicht einfach sein ganzes Adressbuch bei Facebook hochladen, ohne die Personen darüber in Kenntnis zu setzen. Dies verstößt gegen den allgemeinen Datenschutz und eigentlich kann das bis zu einer Anzeige und Gerichtsverhandlung führen. Daher Finger weg von fremden Daten.

Sicherheit der sozialen Netzwerke

Dass man den Plattformen nicht blindlinks vertrauen soll, schrieb ich bereits weiter oben. Nun muss man aber auch beachten, dass manche Netzwerke ihre Nutzer auch aufs Korn nehmen, um an mehr Daten zu kommen. Facebook ist dafür gerade das beste Beispiel. Daher ein paar generelle Tipps, um nicht ungewollt personenbezogene Daten zu veröffentlichen:

  • Immer erst ausloggen, bevor man auf andere Webseiten geht
  • Nach dem Logout, den Browsercache und die Cookies löschen
  • Man kann auch in einem zweiten Fenster im privaten Modus surfen
  • Gegeben Falls sollte man bestimmte Plugins der Netzwerke auf anderen Webseiten blockieren

Wie sollte man sich in sozialen Netzwerken verhalten?

Das Verhalten spielt auch eine wichtige Rolle, um nicht ungewollt Opfer eines fiesen Angriffs auf die eigenen Daten zu werden. Daher sollte man zum Beispiel nur Freundschaftsanfragen von Menschen annehmen, die man bereits kennt. Bei Links in Profilnachrichten sollte man vorsichtig sein und diese nur anklicken, wenn man sicher ist, das es kein bösartiger Inhalt ist. Manchmal werden URL-Adressen hinter Kurz-URLs versteckt, zum Beispiel http://bit.ly/upMdRX. Dieser Link zeigt erst nach dem Anklicken, was sich wirklich dahinter verbirgt (in meinem Beispiel ist es nur ein harmloses Stoppschild). Durch solche kurzen unscheinbaren Adressen können Viren und ähnliches Kleingewürm übertragen werden. Der Nutzer bemerkt das erst, wenn es schon zu spät ist.

Sicherheitshinweise kurz zusammengefasst

  • Grundlegend überlegen, welche persönlichen Daten man offenlegt und für wen
  • Nie auf die Sicherheit von Netzwerken verlassen
  • Privatsphäre Einstellungen richtig konfigurieren
  • Neuerungen und Arbeitsweisen der Netzwerke hinterfragen
  • Andere Seiten während der Nutzung von sozialen Netzwerken nur im privaten Modus besuchen oder ausloggen
  • Immer von den Plattformen abmelden und gleich darauf Cache und Cookies löschen
  • Die Daten anderer Personen unberührt lassen

Mit diesen kleinen Regeln kann man unbeschadeter in soziale Netzwerke gehen und muss sich weniger Gedanken um entstehende Schäden machen.


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Autor: Markus Werner (reraiseace) Twitterreraiseace, Google+reraiseace, Twittercb_werner
Ich bin Redaktionsvolontär bei der COMPUTER BILD in Hamburg, Fernstudent am Deutschen Journalistenkolleg und schreibe auf re{raise}ace privat über Webdesign und Programmierung. Seit 2015 schrieb ich auch regelmäßig für andere Medien.

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